Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) übt scharfe Kritik am neuen Gebäudemodernisierungsgesetz. Anlässlich der heutigen Abstimmung im Deutschen Bundestag warnt der Umweltverband davor, dass die geplanten Änderungen den Klimaschutz im Gebäudebereich ausbremsen und Verbraucherinnen und Verbraucher langfristig belasten könnten.
„Die ersten Hitzewellen dieses Sommers sind ein weiterer Weckruf für mehr Klimaschutz. Doch die Bundesregierung heizt mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz die Klimakrise weiter kräftig an“, erklärt Tina Löffelsend, Abteilungsleiterin Klimaschutz beim BUND. Besonders kritisch sieht der Verband, dass der Einbau fossiler Öl- und Gasheizungen weiterhin möglich bleiben soll, während gleichzeitig Förderungen für klimafreundliche Heizlösungen reduziert würden.
Nach Ansicht des BUND droht dadurch eine Verlängerung der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und eine zusätzliche Belastung für Haushalte durch künftig steigende Heizkosten. Auch die geplante stärkere Nutzung sogenannter grüner Brennstoffe wie Biomethan bewertet der Umweltverband kritisch. Diese seien aus Sicht des BUND ineffizient, teuer und mit zusätzlichen Belastungen für Natur und Klima verbunden.
Der Verband bemängelt zudem, dass aus seiner Sicht wichtige Vorgaben der bisherigen Wärmewende abgeschwächt würden. Dazu zählen insbesondere die Öffnung für fossile Heizsysteme sowie fehlende klare Vorgaben für den Weg zur Klimaneutralität im Gebäudesektor bis 2045.
Besonders betroffen könnten nach Einschätzung des BUND Mieterinnen und Mieter sein. Zwar seien Regelungen vorgesehen, um zusätzliche Kosten teilweise zu begrenzen, aus Sicht des Verbandes reichten diese jedoch nicht aus. Viele Menschen hätten keinen Einfluss auf die Wahl des Heizsystems, müssten aber mögliche Mehrkosten mittragen.
Der BUND fordert stattdessen eine stärkere Ausrichtung auf klimaneutrale Lösungen wie Wärmepumpen und Wärmenetze. Wasserstoff und Biomasse sollten im Gebäudebereich nur in begrenzten Ausnahmefällen eingesetzt werden. Zudem brauche es einen verlässlichen gesetzlichen Rahmen, der Energieeinsparungen vorantreibt und Verbraucherinnen und Verbraucher vor teuren Fehlentscheidungen schützt.
„Dieses Gesetz ist rückwärtsgewandt und bürokratisch. Umso wichtiger ist es, dass Kommunen und Verbraucher die Wärmewende jetzt weiter vorantreiben“, so Löffelsend.
Text: ML/ Redaktion Die Knipser/BUND






























