David Schott bleibt Vorstand des Energie- und Servicebetriebs Wörrstadt

Der Energie- und Servicebetrieb Wörrstadt (ESW) setzt weiterhin auf Kontinuität an seiner Spitze: David Schott wurde vom Verwaltungsrat einstimmig für eine weitere fünfjährige Amtszeit als Vorstand bestätigt. Die Entscheidung fiel in der Sitzung am 1. Oktober 2026. Im Rahmen einer anschließenden Urkundenübergabe überreichte Verwaltungsratsvorsitzender Markus Conrad die offizielle Bestellungsurkunde.
Conrad wertete die einstimmige Wiederwahl als Ausdruck des Vertrauens in die bisherige Arbeit des Vorstands und bedankte sich für die Zusammenarbeit. Neben der Personalentscheidung beschäftigte sich der Verwaltungsrat mit der wirtschaftlichen Entwicklung der vergangenen fünf Jahre sowie den zukünftigen Aufgaben des kommunalen Unternehmens.
Millionenüberschüsse durch Strom- und Gasnetze
Der ESW wurde am 1. März 2012 als Anstalt des öffentlichen Rechts gegründet. Seit Januar 2024 gehört auch die Stadt Wörrstadt zu den Trägergemeinden.
Zu den zentralen Geschäftsbereichen zählt die Beteiligung an der Strom- und Gasversorgung. Gemeinsam mit der EWR AG Worms gründete der ESW im Jahr 2013 die Stromnetzgesellschaft Wörrstadt. Im Gasbereich entstand eine entsprechende Gesellschaft in Zusammenarbeit mit der damaligen RWE AG.
Zwischen 2021 und 2025 erzielte die Gasnetzgesellschaft einen Gesamtgewinn von rund 4,3 Millionen Euro. Die Stromnetzgesellschaft erwirtschaftete im gleichen Zeitraum rund 2,2 Millionen Euro.
Ausbau erneuerbarer Energien geplant
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Erzeugung erneuerbarer Energien. Der ESW betreibt derzeit vier Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 149 Kilowattpeak sowie eine Windenergieanlage.
Die Solaranlagen erzeugten innerhalb der vergangenen fünf Jahre insgesamt rund 505.000 Kilowattstunden Strom und erwirtschafteten einen Umsatz von 210.000 Euro. Die Windenergieanlage produzierte im gleichen Zeitraum rund 25.400 Megawattstunden Strom. Der daraus erzielte Ertrag einschließlich Ausgleichszahlungen belief sich auf etwa 3,2 Millionen Euro.
Der Ausbau soll weitergehen: Bis Ende 2026 sollen voraussichtlich fünf zusätzliche Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 177 Kilowattpeak fertiggestellt werden.
Nachhaltige Wärmeversorgung in Saulheim und Schornsheim
Auch bei der kommunalen Wärmeversorgung setzt der ESW zunehmend auf moderne Technologien. Drei Blockheizkraftwerke versorgen unter anderem Verwaltungsgebäude, die Grundschule Schornsheim und die Wiesbachtalhalle in Armsheim mit Energie.
Im Jahr 2025 wurde zudem ein Mikronetz im Energiequartier Saulheim in Betrieb genommen. Dort versorgen Luft-Wärmepumpen und eine Photovoltaikanlage die Kindertagesstätte Regenbogen sowie das angebundene Heimatmuseum.
Ein weiteres Projekt entstand im Schornsheimer Neubaugebiet „Gänsweide“. Gemeinsam mit der EnergieDienstleistungsGesellschaft Rheinhessen-Nahe wurde dort ein kaltes Nahwärmenetz realisiert. Insgesamt 29 Erdwärmesonden ermöglichen eine energieeffiziente Wärmeversorgung. Im Sommer kann das System außerdem zur passiven Kühlung der Gebäude genutzt werden.
LED-Straßenbeleuchtung senkt Energieverbrauch deutlich
Zu den Aufgaben des ESW gehört außerdem die Straßenbeleuchtung in den Trägergemeinden. Mittlerweile sind sämtliche 4.490 Lichtpunkte mit moderner LED-Technik ausgestattet.
Durch die Umstellung und ein angepasstes Beleuchtungskonzept konnte der Stromverbrauch nach Angaben des Unternehmens um rund 85 Prozent reduziert werden. Gleichzeitig sollen die Maßnahmen die Lichtverschmutzung verringern und die Insektenfreundlichkeit verbessern.
Kommunale Wärmeplanung als zukünftige Herausforderung
Für die kommenden Jahre sieht der ESW insbesondere in der Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung eine wichtige Aufgabe. Die entsprechenden Maßnahmen sollen gemeinsam mit den zuständigen Fachbereichen der Verbandsgemeinde entwickelt werden.
Auch wirtschaftlich verzeichnet das Unternehmen eine positive Entwicklung. Die Eigenkapitalquote stieg von 20,21 Prozent im Jahr 2021 auf 30,03 Prozent im Jahr 2025. Da der ESW ursprünglich vollständig fremdfinanziert gegründet wurde, bleibt die Rückzahlung der aufgenommenen Kredite ein wesentliches Ziel.
Mit der Wiederwahl von David Schott soll die bisherige Entwicklung fortgeführt und der Ausbau einer nachhaltigen kommunalen Energieversorgung weiter vorangetrieben werden.
Text: ML/ Redaktion die Knipser · Quelle: VG Wörrstadt
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