Nach der großen Suchaktion am Rhein herrscht traurige Gewissheit: Drei Männer im Alter von 23, 27 und 50 Jahren, die seit Samstagabend 20.06.2026 vermisst wurden, sind tot aus dem Rhein geborgen worden. Hinweise auf Fremdverschulden liegen laut Polizei nicht vor. Der Fall zeigt erneut, wie schnell ein Badeausflug im Rhein tödlich enden kann.
Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und DLRG appellieren deshalb seit Jahren: Nicht im Rhein schwimmen. Auch dort, wo kein ausdrückliches Badeverbot ausgeschildert ist, bleibt der Fluss lebensgefährlich. Der Rhein ist kein Badesee, sondern eine vielbefahrene Bundeswasserstraße mit starker Strömung, Schiffsverkehr, Sogwirkung, Strudeln und unsichtbaren Hindernissen.
Besonders tückisch sind Buhnen. Zwischen ihnen kann das Wasser ruhig wirken, doch zur Strommitte nimmt die Strömung deutlich zu. Wer dort hineingerät, kann sofort abgetrieben werden. An Buhnen können außerdem Wirbel und Kehrwasser entstehen, die Schwimmer unter Wasser ziehen oder den Rückweg ans Ufer unmöglich machen.
Auch Schiffe stellen eine massive Gefahr dar. Vorbeifahrende Frachter erzeugen zunächst einen Sog zur Flussmitte, danach folgen Wellen Richtung Ufer. Schiffsführer können Schwimmer oft kaum erkennen; ein Ausweichen oder Anhalten ist praktisch unmöglich.
Die DLRG warnt: Selbst geübte Schwimmer ermüden schnell, wenn sie gegen die Strömung anschwimmen. Wer in eine Strömung gerät, soll nicht dagegen ankämpfen, sondern sich mit der Strömung bewegen und seitlich zum Ufer orientieren. Noch wichtiger bleibt jedoch: gar nicht erst in den Rhein steigen.
Die jüngsten Fälle reihen sich in eine lange Serie ein. In Düsseldorf rückte die Feuerwehr bereits 2021 zu 60 Meldungen „Personen im Rhein“ aus; drei Menschen starben, 2020 waren es vier. Auch 2022 gab es dort bereits früh im Jahr 18 Einsätze und zwei Tote. 2025 berichtete der SWR, dass innerhalb von knapp zwei Wochen in Düsseldorf fünf Menschen im Rhein ertranken.
Auch in der Region Rhein-Main kam es immer wieder zu dramatischen Rettungen. In Wiesbaden zog die DLRG im August 2025 einen entkräfteten Schwimmer aus der Fahrrinne – kurz bevor ein Frachtschiff die Stelle passierte.
Die wichtigsten Hinweise der Einsatzkräfte:
Nicht im Rhein baden oder schwimmen. Kinder nie unbeaufsichtigt ans Wasser lassen. Nicht von Buhnen, Brücken oder Anlegern ins Wasser gehen. Alkohol, Drogen und Übermut am Wasser vermeiden. Bei einem Notfall sofort 112 wählen und möglichst den Rhein-Kilometer oder markante Orientierungspunkte nennen.
Der Appell von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und DLRG ist eindeutig: Der Rhein wirkt im Sommer einladend – doch seine Gefahren sind oft unsichtbar. Wer Abkühlung sucht, sollte bewachte Badestellen, Freibäder oder Badeseen nutzen. Im Rhein kann ein einziger Schritt zu weit lebensgefährlich sein.
Text: LC/Redaktion Die Knipser






























