Aston-Martin-Fahrer Nicki Thiim gewann den vierten Saisonlauf der DTM. Foto: ADAC e.V.
Nicki Thiim hat auf dem Norisring ein Motorsport-Wochenende nach Maß erlebt. Der dänische Aston-Martin-Pilot gewann nach seinem Erfolg am Samstag auch den achten Lauf der DTM am Sonntag, sicherte sich damit die maximale Punkteausbeute von 66 Zählern und übernahm die Führung in der Gesamtwertung. Vor ausverkauften Rängen mit insgesamt 118.500 Zuschauerinnen und Zuschauern setzte sich Thiim in einem spannenden Rennen gegen den stark fahrenden Rookie Finn Wiebelhaus durch.
Von der Pole-Position gestartet, behauptete Thiim zunächst die Spitze. Das Rennen wurde jedoch schon in der Anfangsphase durch einsetzenden Regen und eine Kollision zwischen Matteo Cairoli und Luca Engstler auf den Kopf gestellt. Nach einer rund 14-minütigen Unterbrechung musste das Feld auf Regenreifen neu starten, ehe die Strecke wenig später wieder abtrocknete und erneut Slicks gefragt waren.
Vor allem Finn Wiebelhaus nutzte die wechselnden Bedingungen eindrucksvoll. Nach einem frühen Reifenwechsel rückte der Ford-Pilot dem Führenden zeitweise bis auf wenige Zehntelsekunden auf die Stoßstange. Trotz des enormen Drucks behielt Thiim die Nerven, spielte seine Erfahrung aus und setzte sich nach dem zweiten Pflichtboxenstopp entscheidend ab. Nach 62 Runden überquerte der Däne als Sieger die Ziellinie und feierte damit ein perfektes Rennwochenende.
Für den 37-Jährigen war der Erfolg auch emotional von großer Bedeutung. Nach zwei Pole-Positions und zwei Rennsiegen erinnerte Thiim daran, dass bereits sein Vater Kurt Thiim 1992 die DTM anführte. Nun steht der Familienname erneut an der Spitze der traditionsreichen Rennserie.
Finn Wiebelhaus setzte seine starke Rookie-Saison fort und fuhr mit Rang zwei bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr auf das Podium. Platz drei sicherte sich Lucas Auer, der sich im Mercedes-AMG nach einer starken Aufholjagd von Startplatz fünf noch einen Podestplatz erkämpfte.
Hinter dem Spitzentrio belegte Arjun Maini Rang vier vor Jules Gounon. Thierry Vermeulen wurde Sechster, Maro Engel verbesserte sich auf Rang sieben und liegt in der Meisterschaft nun hinter Thiim auf Platz zwei. Bastian Buus, Thomas Preining und Lokalmatador Marco Wittmann komplettierten die Top Ten.
Nach dem Rennen zeigte sich Sieger Nicki Thiim überwältigt: Zwei Pole-Positions und zwei Siege an einem Wochenende seien für ihn wie ein Traum. Besonders stolz sei er darauf, den Namen Thiim nach mehr als drei Jahrzehnten wieder an die Spitze der DTM gebracht zu haben. Finn Wiebelhaus habe ihn während des gesamten Rennens enorm unter Druck gesetzt, erklärte der Däne.
Auch Wiebelhaus zog ein positives Fazit. Zwar habe er den Sieg gerne geholt, doch der zweite Platz bei seinem ersten DTM-Wochenende auf dem Norisring sei ein hervorragendes Ergebnis. Lucas Auer sprach nach seinem dritten Rang sogar von einem „gefühlten Sieg“ und lobte die großartige Atmosphäre vor den voll besetzten Tribünen.
Nach dem spektakulären Rennwochenende in Nürnberg richtet sich der Blick nun auf die zweite Saisonhälfte. Die DTM gastiert 2026 noch auf dem Red Bull Ring in Österreich, in Zandvoort, auf dem Dekra Lausitzring, in der Motorsport Arena Oschersleben, am Nürburgring, auf dem Sachsenring sowie zum Saisonfinale auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg.
Mit seinem Doppelsieg auf dem Norisring hat Nicki Thiim ein deutliches Ausrufezeichen im Titelkampf gesetzt – und sich eindrucksvoll zum Mann des Wochenendes gekürt.
Text: LC/Redaktion Die Knipser/ADAC e.V.






























