Funkenflug mit Folgen: Unsachgemäßer Umgang mit Feuerwerk sorgt in der Silvesternacht jedes Jahr für zahlreiche Verletzungen und Einsätze von Rettungskräften. Foto: Mirco Metzler/Die Knipser

 
Einen Tag nach dem Jahreswechsel fällt die Bilanz der Silvesternacht in Deutschland zwiespältig aus. Während Millionen Menschen friedlich das neue Jahr 2026 begrüßten, kam es erneut zu schweren Unfällen, Todesfällen durch Pyrotechnik, Angriffen auf Einsatzkräfte und zahlreichen Bränden. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste waren bundesweit im Großeinsatz.
 

 

Tote und schwere Verletzungen durch Feuerwerk

 
Besonders tragisch verlief der Jahreswechsel in Bielefeld, wo zwei 18-Jährige bei Unfällen mit selbstgebauter Pyrotechnik ums Leben kamen. Weitere schwere Verletzungen ereigneten sich unter anderem in Rostock, Leipzig, Starnberg und Merseburg. In mehreren Fällen verloren Betroffene Finger oder ganze Hände. Häufig handelte es sich dabei um nicht zugelassene oder gewerblich klassifizierte Feuerwerkskörper.
 
Bereits am Silvestertag kam es zudem in Bochum zu einer Explosion in einem Mehrfamilienhaus. Eine 70-jährige Frau starb später im Krankenhaus. Die Ursache der Explosion ist weiterhin Gegenstand polizeilicher Ermittlungen.
 
Das Unfallkrankenhaus Berlin-Marzahn meldete allein in der Silvesternacht 25 Patienten mit teils schwersten Handverletzungen, darunter acht Kinder. Mehrfach waren Amputationen notwendig. Die Klinik rechnete auch am Neujahrstag noch mit weiteren Behandlungen.
 

 

Angriffe auf Polizei und Rettungskräfte

 
Wie in den Vorjahren wurden Einsatzkräfte vielerorts Ziel von Angriffen. In Berlin waren rund 4.300 Polizisten im Einsatz. Die Polizei sprach von einer insgesamt ruhigeren Lage als in früheren Jahren, dennoch wurden Einsatzkräfte mehrfach mit Böllern und Raketen attackiert. 21 Beamte erlitten leichte Verletzungen, rund 400 Personen wurden vorübergehend festgenommen. Zudem stellte die Polizei große Mengen illegaler Pyrotechnik sicher.
 
Auch in Hamburg wurden zehn Polizisten verletzt, in Leipzig kam es insbesondere im Stadtteil Connewitz zu Angriffen mit Feuerwerk auf Einsatzkräfte. Absperrungen mussten errichtet werden, um weitere Eskalationen zu verhindern.
 

 

Brände in mehreren Bundesländern

 
Die Feuerwehr rückte in der Silvesternacht zu zahlreichen Bränden aus. In Hagen (NRW) brannten mehrere Wohngebäude vollständig aus, nachdem ein Feuer von einem brennenden Baum auf Häuser übergegriffen hatte. Auch in Erfurt griff ein Dachstuhlbrand eines historischen Gebäudes auf Nachbarhäuser über – vermutlich ausgelöst durch eine Silvesterrakete.
 

 

Große Feiern überwiegend friedlich

 
Trotz der Vorfälle verliefen die großen öffentlichen Feiern überwiegend ruhig. In Berlin feierten Tausende Menschen nahe dem Brandenburger Tor bei der offiziellen Silvesterparty mit rund 25.000 Tickets. In München begrüßten etwa 10.000 Menschen auf der Ludwigstraße friedlich das neue Jahr. Auch in Hamburg versammelten sich viele Feiernde rund um den Hafen.
 

 

Internationale Ereignisse überschatten Jahreswechsel

 
International sorgten schwere Vorfälle ebenfalls für Bestürzung. In den Schweizer Alpen, im Skiort Crans-Montana, kamen bei einer Explosion und einem Brand in einer Bar während einer Silvesterparty mehrere Menschen ums Leben. Zudem kam es in den Niederlanden, wo Feuerwerk letztmals erlaubt war, zu massiven Ausschreitungen und Bränden.
 

 

Weltweiter Jahreswechsel über 26 Stunden

 
Der Jahreswechsel vollzog sich weltweit über einen Zeitraum von 26 Stunden. Den Anfang machte das Südsee-Atoll Kiritimati, den Abschluss bildete Amerikanisch-Samoa. In Metropolen wie Sydney und New York wurde das neue Jahr mit großen Feuerwerken und traditionellen Feiern begrüßt – begleitet von erhöhten Sicherheitsmaßnahmen.