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Eulen Ludwigshafen brechen ein: 21:30-Niederlage gegen GWD Minden

Eulen Ludwigshafen brechen ein: 21:30-Niederlage gegen GWD Minden
Die Eulen Ludwigshafen mussten sich GWD Minden in der heimischen Eberthalle mit 21:30 geschlagen geben. Vor allem der Einbruch in den letzten 16 Minuten der ersten Halbzeit brachte die Gastgeber auf die Verliererstraße. Foto: Harry Reis

Die Eulen Ludwigshafen haben am siebten Spieltag der 2. Handball-Bundesliga eine deutliche Heimniederlage kassiert. Gegen Bundesliga-Absteiger GWD Minden unterlag die Mannschaft von Trainer Michael Haaß am Sonntag, 11. Oktober 2026, mit 21:30 (7:16). Vor 1567 Zuschauern in der Eberthalle offenbarten die Gastgeber vor allem in der ersten Halbzeit große Probleme. Nach vier Niederlagen in Folge und nun 4:10 Punkten befinden sich die Eulen im Abstiegskampf.

Besonders bitter war der Einbruch vor der Pause: Innerhalb von 16 Minuten verspielten die Ludwigshafener ihre gute Ausgangslage und gerieten entscheidend ins Hintertreffen. Zwar zeigte die Mannschaft nach dem Seitenwechsel eine bessere Leistung, doch die Aufholjagd reichte nicht mehr, um die Partie noch einmal spannend zu machen.

Einbruch vor der Halbzeit entscheidet das Spiel

Dabei waren die Eulen zunächst ordentlich in die Begegnung gestartet. Torhüter Janis Boieck überzeugte in der Anfangsphase mit mehreren Paraden und leitete mit einem präzisen Pass auf Theo Straub das 1:3 in der siebten Minute ein. Nach anfänglichen Schwierigkeiten im Angriff kämpften sich die Gastgeber zurück. In der zwölften Minute erzielte Kapitän Marc-Robin Eisel den Ausgleich zum 5:5.

Zwei Minuten später gingen die Eulen durch Finn Leun sogar erstmals mit 6:5 in Führung. Es sollte allerdings die einzige Führung des Abends bleiben. Nach einem Ballverlust kippte die Partie zugunsten der Gäste. Die Mindener nutzten die Fehler der Ludwigshafener konsequent aus, während die Eulen im Angriff zunehmend den Faden verloren.

„Dann passiert eine dumme Sache und wir brechen komplett zusammen“, beschrieb Eulen-Coach Michael Haaß die entscheidende Phase. Zwar verkürzte Leun in der 20. Minute noch auf 7:10, doch anschließend gelang den Gastgebern kaum noch etwas. Fehlwürfe, technische Fehler und Aluminiumtreffer verhinderten weitere Tore. Zur Pause lag Ludwigshafen mit 7:16 zurück.

Insgesamt leisteten sich die Eulen zahlreiche technische Fehler. GWD Minden überzeugte dagegen mit einer stabilen Abwehr und einem starken Torhüter Malte Semisch. „Wir hatten einfach eine super Abwehr und in der ersten Halbzeit einen sehr starken Malte Semisch“, sagte GWD-Cheftrainer Erlingur Richardsson, der in seinem zweiten Spiel als Verantwortlicher den zweiten Sieg feiern konnte.

Phileas Daniel überzeugt nach der Pause

Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Eulen deutlich verbessert. Besonders Phileas Daniel nutzte seine Chance. Der 20-Jährige, der bislang überwiegend zu Kurzeinsätzen gekommen war, zeigte auf der Position im linken Rückraum eine starke Leistung und verwandelte alle fünf seiner Würfe.

„Bis zum 6:6 sind wir auf Augenhöhe, kriegen dann 2, 3 Gegentore und brechen dann total ein. Das darf so nicht passieren“, analysierte Daniel die Partie. Über seine größere Verantwortung nach der Pause sagte er: „Da mal ein bisschen, da mal ein bisschen. Da will man sich zeigen. Heute habe ich nach der Pause die Verantwortung bekommen und hoffe, dass der Trainer zufrieden war“.

Sein Trainer zeigte sich angetan von Daniels Auftritt. Auch Kreisläufer Noa Zeimet wusste in der Schlussphase zu überzeugen. Philipp Wenning kam in den letzten zehn Minuten im Tor zum Einsatz und wehrte drei Bälle ab. Boieck verbuchte insgesamt sieben Paraden und erzielte nach seiner sechsten Abwehraktion selbst einen Treffer zum 13:21.

Das Ziel, zumindest die zweite Halbzeit für sich zu entscheiden, erreichten die Eulen allerdings knapp nicht. Der zweite Durchgang endete 14:14. „Klar, vom Ergebnis war das Spiel zur Pause verloren, aber wir wollten wenigstens noch die zweite Halbzeit gewinnen“, sagte Daniel.

Verletzungssorgen verschärfen die Lage

Die personelle Situation bleibt für die Ludwigshafener angespannt. Bereits vor dem Anpfiff musste die Mannschaft einen weiteren Ausfall verkraften: Linkshänder René Zobel erlitt im Abschlusstraining eine Gehirnerschütterung und konnte nicht mitwirken. Mit Finn Leun stand damit nur noch ein gelernter Rechtsaußen im Rückraum zur Verfügung. Insgesamt fehlten fünf weitere Spieler.

Hoffnung macht die mögliche Rückkehr von Bruno Eickhoff. Der vom Bundesligisten MT Melsungen gekommene Kreisläufer soll am Samstag, 17. Oktober, beim Auswärtsspiel in Dresden sein Comeback feiern und erstmals im Trikot der Eulen auflaufen. Auch die Rückkehr von Linkshänder Tilo Müller und Torhüter Pawel Krawczyk rückt näher.

Länger ausfallen werden dagegen Rückraumspieler Lennart de Hooge nach einer Schulteroperation und Kreisläufer Lars Röller, der erneut einen Bruch des rechten Mittelfußes erlitten hat. Röller soll am kommenden Freitag in Prien am Chiemsee operiert werden.

Pinke Shirts für den guten Zweck

Neben dem sportlichen Geschehen setzten die Eulen auch ein Zeichen im Kampf gegen Brustkrebs. Beim Aufwärmen trugen die Spieler pinkfarbene Shirts, um die Initiativen der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe im Rahmen des „Pink-tober“, des Brustkrebsmonats Oktober, zu unterstützen.

Die Aufwärmshirts sollen anschließend über eBay auf den Social-Media-Kanälen der Eulen versteigert werden. Der Erlös kommt erneut der Ludwigshafener Initiative „Mama/Papa hat Krebs“ zugute.

„Den Erlös wollen wir – wie letztes Jahr – wieder der segensreichen Aktion ,Mama/Papa hat Krebs‘ in Ludwigshafen zur Verfügung stellen“, sagt Nico Hasert von der Eulen-Geschäftsstelle.

Auch ein neues Frauen-Shirt ist seit Freitag erhältlich. Nachdem Partnerinnen der Eulen angeregt hatten, die bislang überwiegend auf Männer ausgerichtete Kollektion zu erweitern, entwickelte das Marketing ein weißes Business-Shirt mit pink gesticktem Eulen-Logo. Das Shirt kostet 29 Euro. Für jedes im Oktober verkaufte Exemplar spenden die Eulen gemeinsam mit „handballliebe“ 15 Euro an „Mama/Papa hat Krebs“.

Gäste aus dem SOS-Kinderdorf zu Besuch

Unterstützung erhielten die Eulen auch abseits des Spielfeldes. Gemeinsam mit Lotto Rheinland-Pfalz begrüßte der Verein 15 Gäste aus dem SOS-Kinderdorf in Eisenberg im VIP-Raum. Betreut wurden sie von Janine Leidner und Simona Brehmer sowie von den Lotto-Mitarbeitern Jochen Schröter, Christian Trump und Ronny Weller. Auch Lotto-Prokurist Dirk Martin war vor Ort.

Trainer Michael Haaß begrüßte die Einladung sozial und karitativ engagierter Gruppen ausdrücklich. „Als Sportler, als Verein, sollten wir immer wieder versuchen Kindern aus solchen Einrichtungen einzuladen, ihnen einen Abend ermöglichen, den sie sonst eher nicht erleben können.“

Für eine zusätzliche Überraschung sorgte Dirk Martin, der als Fan des Fußball-Bundesligisten Mainz 05 Torhüter Janis Boieck ein Trikot von Nadiem Amiri schenkte. Für den in Wiesbaden geborenen Schlussmann, der seit seiner Kindheit Anhänger der Mainzer ist, war es ein kleines Trostpflaster nach der deutlichen Niederlage.

Drei schwere Auswärtsspiele stehen bevor

Für die Eulen Ludwigshafen wird die Situation im Tabellenkeller zunehmend schwierig. In den kommenden Wochen warten drei Auswärtsspiele in Folge: Am Samstag, 17. Oktober, gastiert die Mannschaft um 16 Uhr in Dresden. Am 24. Oktober folgt um 18 Uhr das Spiel in Lübeck, ehe am 30. Oktober um 19 Uhr die Begegnung in Lübbecke ansteht.

Erst am 14. November kehren die Eulen in die heimische Eberthalle zurück. Dann steht um 18 Uhr das Zweitliga-Spiel gegen TuSEM Essen auf dem Programm. Bereits um 15 Uhr treffen am selben Tag die Frauen der TSG Friesenheim in der 3. Liga auf den SV Allensbach.

Bis dahin müssen die Ludwigshafener dringend Lösungen für ihre offensiven Probleme finden und hoffen, dass sich die personelle Situation entspannt. Nach vier Niederlagen in Serie ist der Druck auf die Mannschaft deutlich gestiegen.

Text: LC/ Redaktion Die Knipser · Quelle: Eulen Ludwigshafen