Gabriela Parker (l.) von der Jugendberufsagentur und Kirsten Rathgeber (r.) von der Bildungskommune beim Workshop im Elisabeth-Langgässer-Gymnasium in Alzey. Foto: Kreisverwaltung Alzey-Worms/ Rahel Kloos

Früh ansetzen, gezielt unterstützen und Perspektiven schaffen: Mit diesem Ansatz arbeiten die Bildungskommune des Landkreis Alzey-Worms und die Jugendberufsagentur eng zusammen, um Bildungschancen für junge Menschen zu verbessern und langfristig Fachkräfte zu sichern.

Wie diese Zusammenarbeit konkret aussieht, zeigte sich Anfang April bei einem Workshop am Elisabeth-Langgässer-Gymnasium in Alzey. Dort erarbeiteten Lehrkräfte gemeinsam mit Fachkräften der Kreisverwaltung Strategien zu zentralen Themen wie Kinderschutz, sozialer Integration und dem Übergang von der Schule in den Beruf.

Ein besonderes Augenmerk lag auf der Vermeidung sogenannter Bildungsbrüche. „Unser Ziel ist es, Brüchen in der Bildungsbiographie von Jugendlichen vorzubeugen“, betonte Gabriela Parker von der Jugendberufsagentur. Anlass zur Sorge gebe unter anderem die steigende Zahl von Schülerinnen und Schülern, die dem Unterricht unentschuldigt fernbleiben – ein Phänomen, das zunehmend auch Gymnasien betrifft.

Frühzeitig hinschauen und handeln

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Thema Kinderschutz. Tabea Urban von der Regionale Diakonie Rheinhessen informierte über Warnsignale, die auf Unterstützungsbedarf bei Kindern und Jugendlichen hinweisen können. Frühzeitige Einschätzungen durch Schulen seien dabei besonders wertvoll. In enger Zusammenarbeit mit Jugendamt, Gesundheitswesen und weiteren Institutionen sollen Gefährdungen früh erkannt und verhindert werden.

Die Lehrkräfte entwickelten im Workshop konkrete Ziele – darunter, Schülerinnen und Schüler stärker darin zu unterstützen, persönliche Grenzen wahrzunehmen und zu kommunizieren.

Herausforderungen im digitalen Alltag

Auch aktuelle Entwicklungen wie der Umgang mit Künstlicher Intelligenz und der Einfluss sozialer Medien wurden thematisiert. Lehrkräfte berichteten von zunehmenden Herausforderungen durch problematische Nutzung digitaler Angebote und Hetz-Nachrichten. Geplant sind daher verstärkt Informations- und Sensibilisierungsangebote für Schülerinnen und Schüler, um einen reflektierten Umgang zu fördern.

Unterstützung über die Schule hinaus

Die Jugendberufsagentur begleitet junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren niedrigschwellig in verschiedenen Lebenslagen. Ziel sei es, frühzeitig einzugreifen, bevor Probleme sich verfestigen, so Parker. Ergänzend dazu arbeitet die Bildungskommune an der systematischen Erfassung von Bildungsdaten und plant unter anderem einen digitalen Schulwegweiser.

„Bildung ist die Grundlage für alles – für die persönliche Entwicklung ebenso wie für Gesellschaft, Demokratie und Fachkräftesicherung“, betont Kirsten Rathgeber.

Gefördert werden die Projekte unter anderem durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie den Europäischen Sozialfonds Plus. Ziel bleibt es, jungen Menschen im Landkreis bessere Startbedingungen zu ermöglichen – und sie auf ihrem Weg in Ausbildung und Beruf nachhaltig zu begleiten.

Text: LC/Redaktion Die Knipser/Kreisverwaltung Alzey-Worms