Foto: Martin Hassel/Stadtverwaltung Worms 

Eingeladen vom Regionalbüro der Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz kamen Klimaschutzverantwortliche der gesamten Region in der Verbandsgemeinde Wonnegau zusammen. Für die Stadt Alzey ist dieser Austausch von strategischer Bedeutung: „Der direkte Draht zu den Kollegen in der Nachbarschaft hilft uns, Bewährtes zu übernehmen und Fehler bei komplexen Projekten zu vermeiden“, betont Marcel Klotz.

Bürgermeister Steffen Jung unterstreicht die Notwendigkeit dieser regionalen Kooperation: „Ein regelmäßiger Austausch zwischen den Fachleuten unserer Kommunen ist unerlässlich, um neue Projektmöglichkeiten zu erörtern und eigenes Wissen direkt weiterzugeben. Es geht darum, „Lessons Learned“ – also wertvolle Erfahrungen aus bereits umgesetzten Projekten – zu nutzen. Klimaschutz und Klimaanpassung betreffen so viele Kommunen, ihre Bürgerinnen und Bürger sowie die lokalen Unternehmen gleichermaßen, dass wir hier das Rad nicht jedes Mal neu erfinden dürfen.“

Vom Krisenmoment zum Bauprojekt: Hochwasserschutz in der Praxis

Ein zentraler Programmpunkt war die Besichtigung eines aktuellen Bauprojekts in Osthofen. Wo vor einigen Jahren das Wasser noch einen Meter hoch in den Straßen stand – Spuren, die teilweise heute noch an den Hausfassaden sichtbar sind –, entsteht derzeit unter dem Parkplatz der Carl-Schill-Turnhalle ein massives Starkregenrückhaltebecken. Für Alzey sind diese Impulse wertvoll: „Die Bilder aus Osthofen zeigen eindringlich, warum technische Vorsorge und eine klimagerechte Stadtplanung unverzichtbar sind. Die Besichtigung liefert uns wichtige Erkenntnisse für eine effiziente und kombiniert gedachte Starkregenvorsorge“, so Klotz.

Wärmeplanung und Ehrenamt: Erwartungen realistisch gestalten

In der Fachrunde wurden zudem die Hürden bei der Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung diskutiert. Viele Kommunen stehen vor ähnlichen Herausforderungen: Die Zusammenarbeit mit Dienstleistern, die technische Machbarkeit von Wärmenetzen und die hohen Erwartungen der Bürgerschaft. Hier herrschte Einigkeit, dass Transparenz und eine ehrliche Kommunikation der Schlüssel zum Erfolg sind – idealerweise mit einer zwischen den Kommunen abgestimmten Maßnahmenumsetzung.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Aktivierung des Ehrenamts. Klimaschutzmanager Klotz sieht hier großes Potenzial, das in Alzey bereits teilweise gelebt wird: „Ob das Bali Kino oder die engagierten Personen der Fairtrade-Gruppe und der Grünen – Klimaschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Eine Kommune kann nicht alles alleine in die Hand nehmen. Daher ist der Einsatz ehrenamtlicher Personen so wichtig. Wir als Stadt Alzey versuchen, das Wissen der Fachleute bestmöglich mit dem Engagement der Menschen vor Ort zu verknüpfen.“

Blick in die Zukunft: Klimabildung für Alzeyer Kitas und Schulen

Mit Projekten wie dem pädagogischen Angebot des Kochbusses zum nachhaltigen Kochen oder der Deutschen Umwelt-Aktion e. V. verfolgt die Stadtverwaltung Alzey auch in diesem Jahr ihr Ziel weiter: Den Klimaschutz nicht nur als Verwaltungshandeln zu begreifen, sondern bereits bei Kindern und Jugendlichen ein tiefes Verständnis für eine nachhaltigere Welt von morgen zu schaffen.