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Großangelegter Drogenhandel im Landkreis Germersheim aufgedeckt – Polizei stellt kiloweise Drogen sicher

Großangelegter Drogenhandel im Landkreis Germersheim aufgedeckt – Polizei stellt kiloweise Drogen sicher
Bei umfangreichen Ermittlungen gegen mutmaßliche Drogenhändler im Landkreis Germersheim stellte die Polizei unter anderem rund 33 Kilogramm Cannabisprodukte, Amphetamin, Kokain und Bargeld sicher. Foto: Polizeipräsidium Rheinpfalz

Nach monatelangen Ermittlungen haben Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei Landau einen mutmaßlichen Drogenhandel im Landkreis Germersheim aufgedeckt. Fünf Männer im Alter zwischen 23 und 32 Jahren stehen im Verdacht, mit großen Mengen Cannabis, Amphetamin und Kokain gehandelt zu haben. Bei insgesamt 18 Durchsuchungen stellten die Ermittler unter anderem rund 33 Kilogramm Cannabisprodukte, drei Kilogramm Amphetamin, 260 Gramm Kokain und 46.000 Euro Bargeld sicher. Vier Tatverdächtige wurden festgenommen, ein weiterer wird mit Europäischem Haftbefehl gesucht.

Ermittlungen laufen seit Juli 2025

Ausgangspunkt der Ermittlungen war ein 23-Jähriger aus dem Landkreis Germersheim, der im Verdacht steht, unerlaubt mit verschiedenen Betäubungsmitteln und Cannabisprodukten gehandelt zu haben. Seit Juli 2025 gingen Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei Landau den Hinweisen nach.

Im weiteren Verlauf gerieten zwei zusätzliche Tatverdächtige im Alter von 23 und 24 Jahren in den Fokus der Ermittler. Sie sollen an den Drogengeschäften beteiligt gewesen sein. Außerdem identifizierte die Polizei zwei weitere Männer im Alter von 24 und 32 Jahren, die ebenfalls Drogen verkauft haben sollen.

Aufgrund des Umfangs der Ermittlungen richtete die Kriminalinspektion Landau eine eigene Ermittlungsgruppe ein. Inzwischen wurden in dem Ermittlungskomplex 28 weitere Verfahren gegen mutmaßliche Gehilfen und Abnehmer eingeleitet.

Drogen, Bargeld, Luxusautos und Waffen sichergestellt

Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Landau vollstreckten Polizeikräfte in den vergangenen Monaten insgesamt 18 Durchsuchungsbeschlüsse.

Dabei stellten die Ermittler rund sieben Kilogramm Marihuana, 23 Kilogramm Haschisch, drei Kilogramm Amphetamin und 260 Gramm Kokain sicher. Hinzu kamen etwa 46.000 Euro Bargeld.

Außerdem beschlagnahmten die Einsatzkräfte zwei hochwertige Fahrzeuge der Marke Mercedes-AMG sowie mehrere Datenträger, gefälschte Dokumente und verschiedene Waffen. Darunter befanden sich eine Pfefferpistole und mehrere Schlagwerkzeuge.

Cannabis als Stahlteile aus den USA getarnt

Besonders aufwendig soll das Vorgehen zweier 23-jähriger Tatverdächtiger gewesen sein. Ihnen wird vorgeworfen, sich in mehreren Fällen Cannabisprodukte in größeren Mengen aus den USA liefern gelassen zu haben.

Die Lieferungen sollen als Stahlteile deklariert gewesen sein. Nach Angaben von Staatsanwaltschaft und Polizei umfassten die Sendungen jeweils mindestens 50 Kilogramm Cannabisprodukte. Die Drogen sollen anschließend insbesondere über soziale Netzwerke gewinnbringend weiterverkauft worden sein.

Einem der beiden 23-Jährigen, den die Ermittler als mutmaßlichen Haupttäter ansehen, wird darüber hinaus vorgeworfen, Amphetamin im zweistelligen Kilogrammbereich selbst hergestellt und verkauft zu haben. Außerdem soll er mit insgesamt mehr als drei Kilogramm Kokain gehandelt haben.

Bei seiner Festnahme entdeckten die Ermittler mehr als 20 Kilogramm Haschisch und knapp sechs Kilogramm Marihuana. Zudem wurden ein Teleskopschlagstock und ein Einhandmesser sichergestellt.

Vier Männer festgenommen – ein Tatverdächtiger auf der Flucht

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Landau wurden gegen alle fünf Tatverdächtigen Untersuchungshaftbefehle erlassen.

Zwei 23-Jährige, ein 24-Jähriger und ein 32-Jähriger wurden von der Kriminalpolizei festgenommen und einem Haftrichter vorgeführt. Dieser setzte die Haftbefehle wegen des dringenden Verdachts des Handels mit Betäubungsmitteln beziehungsweise Cannabis in nicht geringen Mengen in Vollzug.

Die vier Männer wurden anschließend in unterschiedliche Justizvollzugsanstalten gebracht.

Der fünfte Tatverdächtige, ein weiterer 24-Jähriger, soll sich nach bisherigen Erkenntnissen ins Ausland abgesetzt haben. Nach ihm wird mit einem Europäischen Haftbefehl gefahndet.

Anklage gegen zwei 23-Jährige erhoben

Gegen die beiden 23-jährigen Tatverdächtigen hat die Staatsanwaltschaft inzwischen unter anderem wegen des Verdachts des Handels mit Betäubungsmitteln und Cannabis in nicht geringen Mengen Anklage zur Großen Strafkammer des Landgerichts Landau erhoben.

Bei einem der beiden Männer wurde die Anklage bereits zur Hauptverhandlung zugelassen. Im zweiten Fall steht die Entscheidung über die Eröffnung des Hauptverfahrens noch aus.

Nach Einschätzung der Ermittler sollen die Beschuldigten mit ihren mutmaßlichen Drogengeschäften Einnahmen in mindestens hoher sechsstelliger Höhe erzielt haben. Im Falle einer Verurteilung können nachgewiesene Erlöse aus den Drogengeschäften vom Staat eingezogen werden.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und der Kriminalpolizei Landau dauern weiterhin an. Für sämtliche Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

Text: LC/ Redaktion Die Knipser · Quelle: Staatsanwaltschaft Landau i.d. Pfalz/Polizeipräsidium Rheinpfalz