Den Beschuldigten wird vorgeworfen, arbeitsteilig organisiert gewesen zu sein und über internationale Lieferketten größere Mengen Kokain nach Deutschland geschmuggelt zu haben. Den Maßnahmen waren seit Juni 2024 andauernde Ermittlungen sowie verdeckte kriminaltaktische Maßnahmen vorausgegangen.
Insgesamt vollstreckten die Einsatzkräfte 19 Durchsuchungsbeschlüsse. Die Ermittler durchsuchten Wohnungen, Geschäftsräume, Lagerflächen sowie Fahrzeuge der Beschuldigten. Teilweise kamen dabei auch Spezialeinheiten zum Einsatz. Einer der Beschuldigten versuchte offenbar, sich der Festnahme durch einen Sprung aus einem Fenster im ersten Obergeschoss zu entziehen. Dabei erlitt er leichte Verletzungen.
Bei den Durchsuchungen fanden die Ermittler umfangreiche Beweismittel. Sichergestellt wurden unter anderem rund 15,5 Kilogramm Amphetamin, 45 Kilogramm Marihuana, 15 Kilogramm Haschisch, zehn Liter Amphetamin-Öl, 126 Liter GBL, 27 Kilogramm Ecstasy, drei Kilogramm Ketamin sowie etwa ein Kilogramm Kokain. Zudem entdeckten die Einsatzkräfte verschiedene Grundstoffe zur Herstellung synthetischer Betäubungsmittel sowie rund 7000 Ampullen Testosteron.
Darüber hinaus wurde an einem der Durchsuchungsobjekte ein scharfer Revolver samt Munition gefunden. Außerdem beschlagnahmten die Ermittler zahlreiche elektronische Speichermedien, darunter mehrere Kryptotelefone, die derzeit ausgewertet werden. Neben rund 100.000 Euro Bargeld stellten die Beamten auch mehrere Goldbarren und Goldmünzen sicher.
Besonders auffällig: Sechs teils hochwertige Fahrzeuge wurden ebenfalls beschlagnahmt. Nach Angaben der Ermittler waren einige davon professionell zu Schmuggelfahrzeugen umgebaut worden.
An dem großangelegten Einsatz waren mehr als 300 Einsatzkräfte beteiligt. Die Ermittlungen dauern weiterhin an und richten sich insbesondere auf mögliche weitere Tatbeteiligte, Hintermänner sowie internationale Verbindungen der Gruppierung.
Fünf Beschuldigte wurden dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Mainz vorgeführt. Gegen vier Personen wurden Haftbefehle erlassen. Ein weiterer Haftbefehl wurde unter Auflagen außer Vollzug gesetzt. Gegen vier festgenommene Personen wurden keine Haftbefehle angeordnet.