Diplom-Medienpädagogin Eva Borries betonte in ihrem Vortrag die Bedeutung der frühen elterlichen Begleitung von Kindern bei der Mediennutzung. Foto: Kreisverwaltung Alzey-Worms
Mediennutzung und der richtige Weg in die digitale Welt standen im Mittelpunkt der Netzwerkkonferenz, den das Kreisjugendamt für Fachkräfte aus unterschiedlichen Bereichen organisiert hatte. Darunter Mitarbeitende aus Kindertagesstätten, den Frühen Hilfen, Sozialer Arbeit, Sozialpädagogik, Jugendarbeit, Gesundheit und Medizin sowie von Beratungs- und Unterstützungsstellen.
Landrat Heiko Sippel betonte die Bedeutung der Netzwerkkonferenz: „Diese Konferenz bietet stets wertvolle Impulse für Fachkräfte aus verschiedenen Bereichen.“ Besonders positiv hob er hervor, dass sich hier Experten aus unterschiedlichen Feldern versammeln, denn der interdisziplinäre Austausch sei von unschätzbarem Wert.
Eva Borries, Diplom-Medienpädagogin mit langjähriger Erfahrung in der Medienerziehung, betonte in ihrem Vortrag die Wichtigkeit von Bindung und klarer Begleitung bei der Mediennutzung, besonders im frühen Kindesalter. Sie verdeutlichte, dass Medienerziehung nicht nur aus Regeln bestehen sollte, sondern auch das individuelle Bedürfnis nach Nähe und Unterstützung beim Umgang mit digitalen Medien berücksichtigt werden müsse.
Medienerziehung als gemeinschaftliche Aufgabe
In den Diskussionen wurde der Bedarf an klaren Richtlinien für die Mediennutzung, besonders in Kitas und Schulen, mehrfach angesprochen. Viele Fachkräfte äußerten den Wunsch nach mehr Orientierung, um sicherzustellen, dass Kinder auf gesunde Weise in die digitale Welt eingeführt werden. Jedoch wurde klar, dass Medienerziehung kein „one-size-fits-all“-Ansatz ist, sondern individuell angepasst werden muss, um auf die Bedürfnisse jedes Kindes einzugehen.
Praktische Ansätze für die Medienerziehung im Alltag
Die Rolle der Eltern war ein weiterer zentraler Punkt. Diese sollten dazu angeregt werden, klare und reflektierte Mediennutzungsgewohnheiten im Familienalltag zu etablieren. So wurde etwa die Idee von gemeinsamen, medienfreien Zeiten – wie beim Abendessen – als besonders wertvoll erachtet. Hier sollten sowohl Kinder als auch Erwachsene das Smartphone beiseitelegen und als Vorbilder agieren. Darüber hinaus wurde vorgeschlagen, Kinder aktiv in die Erstellung von Medienregeln einzubeziehen. Dies könnte durch Medienwochenpläne, Mediengutscheine oder Mediennutzungsverträge für ältere Kinder geschehen, um klare Regeln für die Mediennutzung innerhalb der Familie festzulegen.
Hilfreiche Angebote für Eltern und Fachkräfte
Eltern und Fachkräften stehen zahlreiche Ressourcen zur Verfügung, um die Mediennutzung von Kindern sinnvoll zu gestalten. Webseiten wie klicksafe.de, flimmo.de und der Spiele-Ratgeber NRW bieten wertvolle Informationen und Empfehlungen zur sicheren Nutzung von Internet, TV, Streaming und digitalen Spielen. Diese und viele weitere Angebote wurden im Austausch vorgestellt, um den Teilnehmenden praxisnahe Hilfestellungen zu bieten.
Medien bewusst hinterfragen
Zudem wurde betont, dass Medien nicht grundsätzlich verteufelt, sondern im gesunden Rahmen hinterfragt werden sollten. Die Auswahl von Apps, Webseiten oder Filmen, die Kindern zur Verfügung gestellt werden, sollte gut überlegt und regelmäßig überprüft werden. Eltern und Fachkräfte sollten sicherstellen, dass diese Inhalte altersgerecht sind und dass auch sie selbst die Mediennutzung ihrer Kinder aktiv begleiten.
Die Netzwerkkonferenz verdeutlichte, dass Medienerziehung ein vielschichtiges Thema ist, für das es keine einfachen Lösungen gibt. Ein individueller Ansatz, der Vertrauen, Bindung und Klarheit in den Mittelpunkt stellt, ist entscheidend, um Kindern und Jugendlichen einen gesunden Umgang mit digitalen Medien zu ermöglichen. Dabei bleibt es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der Fachkräfte, Eltern und Institutionen zusammenarbeiten müssen.





























