Mainzer Oktoberfest startet doch noch am Freitag – Stadt gibt grünes Licht für das Festzelt

Nach wochenlangen Diskussionen, mehreren Absagen und großer Unsicherheit steht nun fest, dass das Mainzer Oktoberfest 2026 doch noch stattfinden kann. Die 20. Auflage des beliebten Volksfestes auf dem Messegelände in Mainz-Hechtsheim soll am Freitag, 23. Oktober, um 17 Uhr beginnen. Damit nimmt das lange Hin und Her um die Genehmigung des Festzeltes kurz vor dem ursprünglich vorgesehenen Ende der Veranstaltung doch noch eine positive Wendung.
Die überraschende Nachricht wurde am Mittwochvormittag, 21. Oktober, bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz auf dem Messegelände bekannt gegeben. Vertreter des Veranstalters, des Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA und der Mainzer Stadtpolitik informierten über die jüngsten Entwicklungen. Nach intensiven Gesprächen und weiteren Prüfungen konnte schließlich eine Lösung gefunden werden, die eine verspätete Durchführung des Oktoberfestes ermöglicht.
Noch wenige Tage zuvor hatte es ganz anders ausgesehen. Am Freitag, 16. Oktober, hatte die Stadt Mainz mitgeteilt, dass auch das zwischenzeitlich neu aufgebaute Festzelt nicht für die Veranstaltung freigegeben werden könne. Hintergrund waren weiterhin offene baurechtliche und sicherheitstechnische Prüfungen. Insbesondere die Anforderungen an den Brandschutz und die notwendigen Abnahmen standen im Mittelpunkt der Auseinandersetzung.
Die Veranstalter wollten sich mit der erneuten Absage jedoch nicht abfinden. Ein überarbeitetes Sicherheitskonzept wurde eingereicht, weitere Unterlagen wurden geprüft und auch die Feuerwehr erneut in die Bewertung einbezogen. Die Bemühungen führten schließlich zum entscheidenden Durchbruch.
Bei der Pressekonferenz am Mittwochvormittag verkündete DEHOGA-Präsident Gereon Haumann, dass die erforderlichen Abnahmen und Sicherheitsmaßnahmen nun genehmigt seien. Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz verwies auf die umfangreichen Anstrengungen aller Beteiligten, die nötig gewesen seien, um doch noch eine Durchführung zu ermöglichen.
Zwischenzeitlich sorgten unterschiedliche Aussagen über den Genehmigungsstand erneut für Verwirrung. Im weiteren Verlauf des Mittwochs bestätigte die Stadt Mainz jedoch offiziell, dass die erforderliche Gebrauchsabnahme erfolgreich abgeschlossen worden sei. Damit sind die Voraussetzungen für die Durchführung des Oktoberfestes erfüllt.
Für die Veranstalter beginnt nun ein Wettlauf gegen die Zeit. Innerhalb weniger Tage müssen die letzten Vorbereitungen abgeschlossen, Personal organisiert und die Abläufe auf den verkürzten
Veranstaltungszeitraum abgestimmt werden. Festwirtin Michele Kusber machte deutlich, dass dafür zusätzliche Nachtschichten notwendig seien. Nach den zahlreichen Rückschlägen überwiege jedoch die Erleichterung, dass das Oktoberfest überhaupt noch stattfinden könne.
Statt der ursprünglich vorgesehenen drei Festwochenenden wird in diesem Jahr nur an sechs Tagen gefeiert. Den Auftakt bildet Freitag, 23. Oktober. Anschließend öffnet das Festzelt auch am Samstag, 24. Oktober, und Sonntag, 25. Oktober. In der darauffolgenden Woche geht es von Donnerstag, 29. Oktober, bis einschließlich Samstag, 31. Oktober, weiter. Am Sonntag, 1. November, findet wegen des Feiertags Allerheiligen keine Veranstaltung mehr statt.
Auch für die zahlreichen Besucherinnen und Besucher, die bereits Eintrittskarten erworben haben, gibt es wichtige Informationen. Nach Angaben der Veranstalter behalten die Tickets für die nun stattfindenden Veranstaltungstage ihre Gültigkeit. Bereits gekaufte Wertmarken können ebenfalls eingelöst werden. Für Eintrittskarten der ausgefallenen Termine sind Erstattungen vorgesehen. Zudem sollen betroffene Karteninhaber Möglichkeiten erhalten, an den zusätzlichen Veranstaltungstagen teilzunehmen.
Die wochenlange Unsicherheit dürfte nicht nur bei den Veranstaltern, sondern auch bei vielen Gästen für Enttäuschung gesorgt haben. Schließlich zählt das Mainzer Oktoberfest seit Jahren zu den größeren Veranstaltungen dieser Art in Rheinland-Pfalz. Neben den Besucherinnen und Besuchern sind zahlreiche Beschäftigte, Gastronomiebetriebe, Lieferanten und weitere Dienstleister wirtschaftlich mit dem Fest verbunden.
Umso größer ist nun die Erleichterung, dass die Jubiläumsausgabe nicht vollständig ausfallen muss. Allerdings bleibt die Vorbereitungszeit äußerst knapp. Nach den wiederholten Absagen müssen die Verantwortlichen innerhalb kürzester Zeit dafür sorgen, dass das Festzelt rechtzeitig für den Besucherbetrieb bereitsteht.
Für die Stadt Mainz stand während des gesamten Genehmigungsverfahrens die Sicherheit der Gäste im Vordergrund. Die erforderlichen Nachweise für Brandschutz und weitere Sicherheitsanforderungen mussten vollständig vorliegen, bevor eine Freigabe erfolgen konnte. Mit der nun abgeschlossenen Abnahme ist diese entscheidende Voraussetzung erfüllt.
Nach einem ungewöhnlich turbulenten Vorlauf kann das Mainzer Oktoberfest damit doch noch sein 20-jähriges Bestehen feiern. Für die Besucher bedeutet die Entscheidung vor allem eines: Ab Freitag sollen auf dem Messegelände in Hechtsheim endlich wieder Festmusik, Geselligkeit und Oktoberfeststimmung Einzug halten.
Text: MM/Redaktion Die Knipser
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