Der massive Straßeneinbruch in der Mainzer Straße (L425) in Westhofen führte zur Vollsperrung der wichtigen Verkehrsachse, die Sanierungsarbeiten laufen derzeit auf Hochtouren. Fotos: Mirko Müller/Die Knipser

Ein plötzlicher Straßeneinbruch hat die Mainzer Straße (L425) im rheinhessischen Westhofen vollständig lahmgelegt. Seit dem 29. April ist die wichtige Verkehrsachse im Ortskern voll gesperrt. Grund sind massive Schäden im Untergrund: Durch defekte Straßenentwässerung wurden Hohlräume von bis zu zwei Kubikmetern unter der Fahrbahn ausgespült, mit dramatischen Folgen.

Der Einbruch ereignete sich auf Höhe der Hausnummer 1 im Bereich „Am Markt“. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Angesichts des täglichen Verkehrsaufkommens von rund 3.500 Fahrzeugen, darunter auch Schwerlastverkehr und Linienbusse, hätte die Situation jedoch deutlich schlimmer ausgehen können.

„Ein Einbruch unter einem Lkw oder Bus, insbesondere in unmittelbarer Nähe zu Wohnhäusern oder über einer Gasleitung, hätte katastrophale Folgen haben können“, warnt Ortsbürgermeister Jörg Schmitt.

Sanierung läuft – Straße bleibt vorerst gesperrt

Nach Begutachtung durch einen Geologen wurde ein Sanierungskonzept festgelegt. Zum Einsatz kommt sogenannter Flüssigboden, ein spezieller Baustoff, der zunächst fließfähig ist, sich selbst verdichtet und anschließend aushärtet. Die Bauarbeiten sollen planmäßig bis zum 13. Mai abgeschlossen sein. Erst danach kann die Straße wieder freigegeben werden.

Die Reparaturkosten belaufen sich laut Landesbetrieb Mobilität (LBM) Worms auf rund 80.000 Euro. Während der Bauarbeiten wird der Verkehr innerörtlich umgeleitet.

„Das war nur eine Frage der Zeit“

Für viele Bürgerinnen und Bürger kommt der Vorfall nicht überraschend. Auch Ortsbürgermeister Schmitt sieht strukturelle Probleme:

„Die Mainzer Straße ist baulich nicht für diese Verkehrsbelastung ausgelegt. Teilweise einspurig und kurvenreich, ist sie ein echtes Nadelöhr und dennoch eine zentrale Nord-Süd-Verbindung.“

Seit Jahren klagen Anwohner über Lärm, Enge und Gefahren durch den Durchgangsverkehr. Besonders der Schwerlastverkehr sorgt für zunehmende Belastungen.

Forderung nach Umgehungsstraße wird lauter

Die aktuelle Sperrung bringt die Diskussion um eine geplante Umgehungsstraße erneut in den Fokus. Bereits vor fast drei Jahrzehnten wurde eine östliche Ortsumgehung geplant. Laut LBM wurde dafür ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von 1,94 berechnet, ein klar positives Signal für die Wirtschaftlichkeit des Projekts.

Doch trotz dieser Bewertung ist bislang nichts passiert. Zuletzt wurde der mögliche Streckenverlauf zwar erneut vorgestellt, gleichzeitig aber erklärt, dass eine Umsetzung frühestens in acht bis zehn Jahren realistisch sei.

Für viele Menschen vor Ort ist das kaum akzeptabel.

„Die aktuelle Situation muss ein Weckruf sein“, betont Schmitt. „Wir brauchen endlich konkrete Fortschritte bei der Umgehungsstraße.“

Bürgerinitiative im Gespräch

Der wachsende Unmut in der Bevölkerung zeigt sich auch daran, dass über die Gründung einer Bürgerinitiative nachgedacht wird. Ziel wäre es, den Druck auf die zuständigen Stellen zu erhöhen und eine schnellere Umsetzung der Entlastungsmaßnahmen zu erreichen.

Bis dahin bleibt die Lage angespannt. Die Sperrung der L425 trifft Pendler, Anwohner und Gewerbetreibende gleichermaßen und macht deutlich, wie dringend eine nachhaltige Lösung für Westhofens Verkehrsprobleme benötigt wird.

Text: MM/Redaktion Die Knipser