Grafik: KI/Redaktion Die Knipser

 
Mit dem Jahreswechsel 2026 treten zahlreiche neue Regelungen in Kraft, die den Alltag vieler Menschen in Deutschland spürbar verändern. Arbeitnehmer profitieren von höheren Löhnen und steuerlichen Entlastungen, Familien erhalten mehr Unterstützung, während Autofahrer und ÖPNV-Nutzer mit steigenden Kosten rechnen müssen. Gleichzeitig sollen sinkende Energiepreise Haushalte entlasten. Ein Überblick über die wichtigsten Änderungen.
 

 

Öffentlicher Verkehr und Konsum

Deutschlandticket wird teurer
Das bundesweit gültige Deutschlandticket kostet ab dem 1. Januar 2026 monatlich 63 Euro statt bisher 58 Euro. Die Bundesländer können jedoch weiterhin vergünstigte Angebote für Schüler, Studierende oder Sozialticket-Berechtigte anbieten.
 
Mehrwertsteuer in der Gastronomie sinkt
Gute Nachrichten für Gäste und Gastronomen: Für Speisen in der Gastronomie sinkt die Mehrwertsteuer ab 2026 dauerhaft von 19 auf sieben Prozent. Die Regelung gilt auch für Bäckereien, Metzgereien, Caterer sowie Einrichtungen wie Kitas, Schulen und Krankenhäuser. Getränke bleiben weiterhin mit 19 Prozent besteuert. Ob die Senkung an die Kunden weitergegeben wird, liegt bei den Betrieben.
 
Keine Pflicht zur Kartenzahlung
Entgegen anderslautender Berichte gibt es zum Jahresbeginn 2026 noch keine gesetzliche Verpflichtung für Händler, Debit- oder Kreditkarten anzunehmen. Geschäfte dürfen weiterhin selbst entscheiden, ob sie Barzahlung, Kartenzahlung oder digitale Optionen anbieten.
 

 

Änderungen für Arbeitnehmer

Mindestlohn steigt deutlich
Zum 1. Januar 2026 erhöht sich der gesetzliche Mindestlohn auf 13,90 Euro pro Stunde. Auch Auszubildende profitieren: Die Mindestvergütung steigt im ersten Lehrjahr auf 724 Euro, im vierten Lehrjahr auf 1.014 Euro monatlich.
 
Höhere Minijob-Grenze
Durch den steigenden Mindestlohn erhöht sich auch die Verdienstgrenze für Minijobs von 556 auf 603 Euro pro Monat.
 
Grundfreibetrag steigt
Der steuerliche Grundfreibetrag wird auf 12.348 Euro angehoben. Einkommen bis zu dieser Grenze bleiben steuerfrei – eine Entlastung vor allem für Gering- und Teilzeitverdiener.
 
Höhere Sozialabgaben für Gutverdiener
Die Beitragsbemessungsgrenzen in der Renten- sowie Kranken- und Pflegeversicherung steigen. Für Normalverdiener ändert sich dadurch nichts, Besserverdienende zahlen jedoch höhere Beiträge.
 
Pendlerpauschale ausgeweitet
Ab 2026 gilt die Entfernungspauschale von 38 Cent pro Kilometer dauerhaft – und zwar bereits ab dem ersten Kilometer, unabhängig vom genutzten Verkehrsmittel.

 

Das ändert sich für Rentner

Rentenerhöhung erwartet
Zum 1. Juli 2026 ist eine Rentenerhöhung von rund 3,7 Prozent geplant. Die endgültige Entscheidung trifft das Bundeskabinett im Frühjahr.
 
Neue Aktivrente
Rentnerinnen und Rentner, die freiwillig weiterarbeiten, dürfen künftig bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei hinzuverdienen. Die Regelung gilt allerdings nicht für Selbstständige, Beamte oder Minijobs.

 

Entlastungen für Familien

Mehr Kindergeld
Ab 2026 steigt das Kindergeld auf 259 Euro pro Kind und Monat. Auch der Kinderfreibetrag erhöht sich auf 9.756 Euro.
 
Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung
Zum 1. August 2026 tritt der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder in Kraft – zunächst für Erstklässler, in den Folgejahren auch für höhere Klassenstufen.

 

Neue Regelungen für junge Menschen

Neuer Wehrdienst-Fragebogen
Alle 18-jährigen Männer und Frauen erhalten ab 2026 einen Fragebogen zur Eignung und Motivation für den Dienst in der Bundeswehr. Für Männer ist die Teilnahme verpflichtend, für Frauen freiwillig.
 
Lachgas-Verbot für Minderjährige
Der Verkauf, Besitz und Erwerb von Lachgas für Kinder und Jugendliche wird verboten. Auch der Verkauf über Automaten oder Versandhandel soll künftig nicht mehr erlaubt sein.

 

Energie: Spürbare Entlastungen geplant

Gasspeicherumlage entfällt
Die seit 2022 erhobene Gasspeicherumlage wird zum 1. Januar 2026 abgeschafft. Haushalte könnten dadurch je nach Verbrauch 30 bis 60 Euro im Jahr sparen.
 
Sinkende Stromkosten
Zusätzlich sollen die Netzentgelte durch Bundeszuschüsse gesenkt werden. Insgesamt könnten private Haushalte um bis zu 160 Euro jährlich entlastet werden.
 
Heizungsregeln werden überprüft
Die geplante Pflicht zu 65 Prozent erneuerbaren Energien bei neuen Heizungen in Bestandsgebäuden steht erneut auf dem Prüfstand. Eine Reform des Gebäudeenergiegesetzes soll Anfang 2026 beschlossen werden.

 

Autofahrer müssen sich auf Änderungen einstellen

Führerscheinumtausch bis Januar 2026
Führerscheine aus den Jahren 1999 bis 2001 müssen bis spätestens 19. Januar 2026 umgetauscht werden. Verspätungen kosten zehn Euro Verwarnungsgeld.
 
Tanken wird teurer
Mit der nächsten Stufe der CO₂-Bepreisung steigen die Kraftstoffpreise. Benzin und Diesel könnten laut ADAC um rund drei Cent pro Liter teurer werden.
 
E-Autos bleiben steuerfrei
Die Kfz-Steuerbefreiung für reine Elektrofahrzeuge wird verlängert. Auch Neuzulassungen ab 2026 profitieren weiterhin von bis zu zehn Jahren Steuerfreiheit.
 

Fazit:


2026 bringt zahlreiche Veränderungen mit sich – von spürbaren Entlastungen bei Energie und Steuern bis hin zu höheren Kosten im Verkehr. Für viele Haushalte lohnt es sich, die neuen Regelungen frühzeitig zu prüfen und entsprechend zu planen.
 
Text: SP/Redaktion Die Knipser