V.l.n.r.) Peter Englert (Beigeordneter der Stadt Worms), Dr. David Maier (Kulturkoordinator der Stadt Worms), Timo Horst (Stadtentwicklungsdezernent Worms), Dirk Beyer (Mitglied des Landtags Rheinland-Pfalz und des Stadtrats Worms), Daniela Schmitt (Ministerin für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau des Landes Rheinland-Pfalz), Birgit Kita (Geschäftsführerin SchUM-Städte Speyer, Worms, Mainz e.V. und Sitemanagerin des Welterbes) und Adolf Kessel (Oberbürgermeister der Stadt Worms) freuen sich über die EFRE-Förderung für das SchUM-Besuchszentrum. Foto: Stadt Worms
Am Neumarkt in Worms entsteht ein neues Besuchszentrum zu den UNESCO-Welterbestätten SchUM. Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt (Rheinland-Pfalz) übergab am Dienstag symbolisch den Förderbescheid aus dem Programm des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Die Stadt Worms erhält für das Projekt rund 2,3 Millionen Euro, davon etwa 1,2 Millionen Euro aus Landesmitteln und rund 1,1 Million Euro aus EU-Mitteln. Der Fördersatz beträgt 85 Prozent der förderfähigen Kosten.
„Als eine von sieben Welterbestätten in Rheinland-Pfalz besitzen die Wormser SchUM-Stätten eine besondere Strahlkraft“, sagte Ministerin Schmitt bei der Übergabe. Mit dem neuen Besucherzentrum entstehe mitten in der Innenstadt ein Ort der Begegnung, der Geschichte erlebbar mache und Brücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart schlage. Durch den Einsatz digitaler Technologien und die Lage nahe der Einkaufsstraßen setze das Projekt zudem wichtige Impulse für die Innenstadtentwicklung und den Tourismus. Das Vorhaben sei Teil des Regierungsschwerpunkts „Innenstädte der Zukunft“ und trage dazu bei, jüdisches Leben sichtbarer zu machen.
Das geplante Besuchszentrum soll als zentrale Anlaufstelle für Besucherinnen und Besucher aus aller Welt dienen. Vermittelt werden die Bedeutung der SchUM-Gemeinden, die Geschichte der jüdischen Gemeinde Worms sowie deren kulturelles Erbe. Geplant ist ein Pavillon auf einer bisherigen Parkplatzfläche am Neumarkt, ergänzt durch neu gestaltete Außenbereiche und die Einbindung des bestehenden SchUM-Labs. Ziel ist eine offene, großzügige und barrierearme Begegnungsstätte.
Mit dem Projekt erfüllt die Stadt Worms auch Empfehlungen der UNESCO, wonach Welterbestätten über ein Vermittlungskonzept verfügen sollen, das den „Outstanding Universal Value“ verständlich darstellt. Grundlage bilden sieben Leitprinzipien, darunter Zugang und Verständlichkeit, Authentizität, nachhaltige Planung sowie Forschung und Bildung. Das Besucherzentrum soll künftig ein zentraler Bestandteil der touristischen Infrastruktur der Stadt werden.
Inhaltlich und konzeptionell wird das Projekt in enger Abstimmung mit dem Welterbesekretariat der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE), der Jüdischen Kultusgemeinde Mainz-Rheinhessen sowie der Landeszentrale für politische Bildung entwickelt. Auch der Verein SchUM-Städte Speyer, Worms, Mainz e.V. ist beteiligt.
Das Vermittlungskonzept verbindet klassische Ausstellungsformen mit zeitgemäßen digitalen Anwendungen. Es gliedert sich in drei Ebenen: Ein transparenter Informationspavillon mit gläserner Fassade und schwebender Dachscheibe aus Sandstein, eine neugestaltete Platzfläche mit Außenausstellungen sowie das SchUM-Lab als Veranstaltungs- und Begegnungsort mit mehrsprachigen Medienstationen.
Oberbürgermeister Adolf Kessel bezeichnete das Projekt als wichtigen Schritt für die Stadt: „Wir sind stolz auf unser reiches jüdisches Erbe. Es wird nun noch sichtbarer – für die Wormserinnen und Wormser ebenso wie für unsere Gäste.“ Kulturkoordinator Dr. David Maier sprach von einem „konsequenten nächsten Schritt“ nach der UNESCO-Anerkennung der SchUM-Stätten im Jahr 2021 und verwies darauf, dass erstmals eine EFRE-Förderung nach Worms fließe.
Die Planungen laufen seit 2023, konkrete Beschlüsse wurden 2024 gefasst. Für die Umsetzung ist ein Zeitraum von rund drei Jahren vorgesehen. Die architektonische Entwurfsplanung stammt vom Heidelberger Büro ts/c Architektur.
Foto: ts/c Architektur































