Foto: KI generiert/Redaktion Die Knipser
Der Kreisausschuss des Landkreises Alzey-Worms hat einstimmig die Einführung eines App-basierten Ersthelfer-Systems im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit (IKZ) beschlossen. Ziel ist es, die Notfallversorgung bei Herz-Kreislauf-Stillständen und Reanimationen deutlich zu verbessern.
Der Rettungsdienstbereich Mainz umfasst rund 825.000 Einwohnerinnen und Einwohner in den Landkreisen Alzey-Worms, Mainz-Bingen und Bad Kreuznach sowie in den Städten Worms und Mainz. Mit dem neuen System sollen registrierte Ersthelferinnen und Ersthelfer über eine App von der Rettungsleitstelle alarmiert werden, wenn sie sich in unmittelbarer Nähe eines Notfallortes befinden.
Gerade bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand sind die ersten Minuten entscheidend. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes – im Durchschnitt nach etwa zehn Minuten – können qualifizierte Ersthelfer durch frühzeitige Reanimationsmaßnahmen wertvolle Zeit überbrücken und die Überlebenschancen der Betroffenen deutlich erhöhen.
Die alarmierten Ersthelferinnen und Ersthelfer entscheiden selbstständig, ob sie einen Einsatz annehmen. Ebenso besteht die Möglichkeit, einen Einsatz abzubrechen, beispielsweise wenn der Rettungsdienst bereits vor Ort ist. Nach Abschluss des Einsatzes wird auch die psychische Belastung erfasst; bei Bedarf kann eine psychosoziale Nachsorge in Anspruch genommen werden.
„Für die Einführung und den Betrieb des Systems ist eine enge Abstimmung mit Feuerwehren und Rettungsdiensten vorgesehen. Neben der Finanzierung der App ist auch eine Personalstelle für Koordination, Organisation und Betreuung der Ersthelfer erforderlich“, betonte Landrat Heiko Sippel.
Die Kosten werden entsprechend der Einwohnerzahl auf die beteiligten Gebietskörperschaften verteilt. Auf den Landkreis Alzey-Worms entfallen jährlich 28.870 Euro, was einem Anteil von 16 Prozent entspricht.
Darüber hinaus wird angestrebt, ein möglichst landesweit kompatibles System zu etablieren, das perspektivisch auch mit Strukturen in der Metropolregion Rhein-Main vernetzt werden kann.
Neben dem Ersthelfer-System befürwortete der Kreisausschuss auch eine weitere interkommunale Zusammenarbeit im Bereich der Genehmigung von Schwertransporten, beispielsweise für Komponenten von Windkraftanlagen. Hier kooperiert der Landkreis Alzey-Worms künftig mit dem Rhein-Hunsrück-Kreis. Die entsprechende Gebührenordnung wird derzeit erarbeitet.
Mit beiden Projekten setzt der Landkreis Alzey-Worms ein deutliches Zeichen für effiziente Zusammenarbeit über kommunale Grenzen hinweg und für eine weitere Verbesserung von Service und Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger.





























