Osthofen blickt nach vorne und würdigt Menschen, die die Stadt bewegen

Zahlreiche Gäste folgten am vergangenen Samstag der Einladung zum Jahresempfang der Stadt Osthofen. Stadtbürgermeister Thomas Goller nutzte die Veranstaltung, um auf die Entwicklung der Stadt zurückzublicken, über aktuelle Bauprojekte zu informieren und einen Ausblick auf die kommenden Jahre zu geben. Im Mittelpunkt standen aber nicht nur die zahlreichen Vorhaben, sondern auch Menschen, die sich durch ehrenamtliches Engagement oder besondere sportliche Leistungen um Osthofen verdient gemacht haben.
Im Gespräch mit unserer Medienagentur wurde deutlich, dass Osthofen in den kommenden Jahren einiges vorhat. Die Stadt möchte ihre Innenstadt weiterentwickeln, öffentliche Grünflächen attraktiver gestalten und zusätzliche Angebote für Familien, Jugendliche und ältere Menschen schaffen. Gleichzeitig spielen die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur und Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel eine wichtige Rolle.
Zu den bedeutendsten abgeschlossenen Projekten gehört die Neugestaltung der Ladestraße. Nach einer mehrjährigen Planungs- und Bauphase konnte das Großprojekt erfolgreich abgeschlossen werden. Mit der neuen Park-and-Ride-Anlage wurde nicht nur das Angebot für Pendler verbessert, sondern auch eine wichtige Verbindung für Fußgänger und Radfahrer geschaffen. Die Maßnahme soll den öffentlichen Nahverkehr in der Region stärken und gleichzeitig die innerörtliche Mobilität erleichtern.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entwicklung der Innenstadt. Ziel ist es, die Aufenthaltsqualität zu verbessern und das Zentrum langfristig zu beleben. Davon sollen auch der örtliche Handel und das Gewerbe profitieren. Ein weithin sichtbares Zeichen des baulichen Wandels ist die ehemalige Mälzerei Schill. Nach dem Teilabbruch und der Sanierung des markanten Turms sollen dort künftig moderne Wohnungen entstehen.
Auch die Altbachanlage steht vor größeren Veränderungen. Bis zur Weinmeile im kommenden Jahr soll die Grünanlage ein neues Erscheinungsbild erhalten. Vorgesehen sind unter anderem barrierefreie Wege, zusätzliche Sitzgelegenheiten, mehr Grünflächen und eine öffentliche Toilettenanlage. Darüber hinaus sind eine größere Bouleanlage, eine Pergola und eine Kneipp-Anlage geplant. Damit soll die Altbachanlage künftig noch stärker als Treffpunkt und Erholungsort genutzt werden können.
Für das Jahr 2027 ist außerdem eine Aufwertung des Stadtparks vorgesehen. Geplant sind ein Wasserspielplatz, ein Calisthenics-Parcours für sportliche Aktivitäten im Freien, Relax-Liegen, ein öffentlicher Bücherschrank und ein grünes Klassenzimmer. Die verschiedenen Angebote sollen den Park für Menschen unterschiedlicher Altersgruppen attraktiver machen.
Auch die Geschichte der Stadt soll künftig noch stärker erlebbar werden. Im Rahmen des Förderprogramms „Innenstadtimpulse“ wurden bereits verschiedene Maßnahmen umgesetzt. Dazu gehören die Graffiti-Kunstwerke von Daniel Ferino sowie Informationstafeln, die auf historische Gebäude, Plätze und Persönlichkeiten aufmerksam machen. Ergänzend ist eine GPS-gesteuerte Lauschtour geplant, die Besuchern die Geschichte Osthofens näherbringen soll. Das digitale Angebot soll neben Deutsch auch auf Englisch und Französisch verfügbar sein.
Ein weiteres großes Zukunftsprojekt betrifft das Gelände am Festplatz. Dort soll langfristig ein Bildungs-, Jugend- und Sportzentrum entstehen. Vorgesehen sind unter anderem eine Grundschule, eine Sporthalle, ein Jugendhaus, ein Jugendplatz sowie zusätzliche Freizeit- und Sportmöglichkeiten. Ein erster wichtiger Schritt wurde bereits mit der Eröffnung des Skateparks im Oktober 2025 umgesetzt. Auch ein Mountainbike-Dirtpark gehört zu den geplanten Angeboten.
Fortschritte gibt es ebenfalls beim Ausbau der Radwege. So wurde die Verbindung nach Worms-Nord bereits fertiggestellt. Darüber hinaus konnte der erste öffentliche Trinkwasserbrunnen in der Verbandsgemeinde Wonnegau verwirklicht werden. Möglich wurde dies durch die Unterstützung von Spendern.
Neben der Stadtentwicklung beschäftigt sich Osthofen zunehmend mit den Folgen des Klimawandels. Ein Beispiel ist der unter dem Vorplatz der Carl-Schill-Turnhalle errichtete Staukanal mit einem Fassungsvermögen von rund 3.000 Kubikmetern. Die Maßnahme wurde durch die Verbandsgemeinde Wonnegau umgesetzt. Weitere Vorhaben sind die Erweiterung des Mühlheimer Wäldchens und die Renaturierung des Seebachs.
Dass eine Stadt jedoch nicht allein durch Bauprojekte und Investitionen geprägt wird, machte der Jahresempfang ebenfalls deutlich. Einen besonderen Stellenwert nahm die Würdigung des ehrenamtlichen Engagements ein. Stadtbürgermeister Thomas Goller dankte zahlreichen Menschen, die sich auf unterschiedliche Weise für die Gemeinschaft einsetzen.
Anerkennung erhielten unter anderem die Einsatzkräfte der Blaulichtfamilie, die Helferinnen und Helfer des Dreckwegtags 2026 sowie die Unterstützer beim Bau des Mountainbike-Dirtparks. Gewürdigt wurden außerdem die Friedhofspflegeaktionen des BUND und des Kulturnetzwerks, die Rettung der Miniaturburg vom Schnapp und die umfangreiche Jugendarbeit in den örtlichen Vereinen.
Um das Ehrenamt künftig noch stärker in den Mittelpunkt zu rücken, kündigte die Stadt eine neue Veranstaltung an. Am 23. November soll erstmals eine Osthofener Ehrenamtsmesse stattfinden. Rund 20 Vereine werden dort die Möglichkeit haben, ihre Arbeit vorzustellen und mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen.
Ein besonderer Höhepunkt des Jahresempfangs waren die Ehrungen verdienter Persönlichkeiten. Mit der Ehrenmedaille in Bronze wurde Wilfried Schneider-Biegi ausgezeichnet. Den Ehrenkristall der Stadt Osthofen erhielt Constanze Ruthmann vom Männergesangverein 1845 Osthofen. Sie engagiert sich bereits seit 2011 als Archivarin im Vereinsvorstand und leistet einen wichtigen Beitrag zur Pflege und Bewahrung des Vereinsarchivs.
Auch sportliche Erfolge fanden besondere Anerkennung. Die Tennis-Damen 55 der TG Osthofen wurden für ihren Meistertitel in der Verbandsliga 2026 mit der Sportplakette in Silber ausgezeichnet. Geehrt wurden Nicole Deobald, Anni Hämmerle, Annette Jäger, Elisabeth May-Stiebing und Petra Weber. Zur erfolgreichen Mannschaft gehören außerdem Ellen Knorpp und Claudia Maier, die bereits zuvor mit der Sportplakette ausgezeichnet worden waren.
Die Sportplakette in Gold ging an Jens Brandenburg, der im Jahr 2026 Vize-Europameister im Chessminton wurde. Die Sportart verbindet Schach und Badminton und verlangt den Teilnehmern sowohl körperliche Fitness als auch strategisches Denken ab.
Der gut besuchte Jahresempfang zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig sich Osthofen entwickelt. Während große Bauprojekte das Stadtbild verändern und neue Freizeitangebote entstehen, sorgen zahlreiche Ehrenamtliche dafür, dass das gesellschaftliche Leben lebendig bleibt. Mit den geplanten Maßnahmen in der Innenstadt, der Weiterentwicklung öffentlicher Anlagen und den Investitionen in Bildung, Sport und Infrastruktur stehen bereits die nächsten Aufgaben bevor.
Gleichzeitig machte die Veranstaltung deutlich, dass die Zukunft der Stadt nicht allein von politischen Entscheidungen und finanziellen Mitteln abhängt, sondern ebenso vom Einsatz ihrer Bürgerinnen und Bürger. Der Jahresempfang bot deshalb nicht nur Gelegenheit, auf das Erreichte zurückzublicken, sondern auch jenen Menschen zu danken, die Osthofen mit ihrem Engagement und ihren Leistungen bereichern.
Text: VM/Redaktion Die Knipser

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Fotos: Mirco Metzler/Die Knipser
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