Grafik: AEPJ/Federico Szarfer
Am 7. September ist es wieder so weit: Rund 30 europäische Länder feiern gemeinsam mit der Organisation „European Association for the Preservation and Promotion of Jewish Culture and Heritage“ (AEPJ) den „Europäischen Tag der Jüdischen Kultur“ (EDJC). Auch die SchUM Stätten Speyer, Worms und Mainz, die seit dem Mittelalter als Gemeindeverbund mit ihren vorbildgebenden Ritualbauten als Wiege des aschkenasischen Judentums in Nord-, Mittel- und Osteuropa gelten (UNESCO- Welterbe seit 2021), sowie das Jüdisch-Mittelalterliche Erbe in Erfurt, welches 2023 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurde, bieten aus diesem Anlass im September ein facettenreiches Programm an. Es verspricht spannende Einblicke in das reiche kulturelle Erbe, in die Besonderheiten der jeweiligen Stätten und in das Gemeindeleben von damals und heute.
Interkultureller Austausch im Mittelpunkt
Mit dem Europäischen Tag Jüdischer Kultur möchte AEPJ die Vielfalt und den Reichtum jüdischer Kultur in Europa sichtbar machen – von den historischen Wurzeln bis zu heutigen Ausdrucksformen. Dabei steht der interkulturelle Dialog im Mittelpunkt: Jüdische und nichtjüdische Organisationen laden dazu ein, mehr über die jüdische Geschichte, Kultur, Religion und das Leben zu erfahren.
Mit dem Motto „People of the Books“ widmet sich der diesjährige Aktionstag der zentralen Rolle von Büchern, Texten und dem geschriebenen Wort im Judentum. „Mit diesem Thema würdigen wir die Rolle, die Worte dabei spielen, uns mit der Vergangenheit zu verbinden, uns in der Gegenwart zu leiten und uns zu einer inklusiveren und verständnisvolleren Zukunft zu inspirieren“, so AEPJ.
Vielfältiges Angebot in SchUM und Erfurt
Neben spannenden Führungen im SchUM-Gemeindezentrum im Speyerer „Judenhof“, zu den UNESCO-Welterbekomponenten in Worms und auf dem alten jüdischen Friedhof „Judensand“ in Mainz ist der Eintritt in das Museum SchPIRA und das Jüdische Museum Raschi-Haus am 7. September kostenfrei. In Kooperation mit der Stadtbibliothek Worms stellt der SchUM- Städte Speyer, Worms, Mainz e.V. bereits vor dem Aktionstag – ab dem 5. September – einen Medientisch zur Verfügung. Dieser lädt Besucherinnen und Besucher den gesamten September über zum Schmökern, Nachlesen und Ausleihen ein.
Der Medientisch bietet ein breites Spektrum an Literatur, darunter Werke über das UNESCO- Welterbe SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz, jüdisches Leben und Kultur, Antisemitismus, Biographien, Kinder- und Jugendbücher sowie Romane. Die Landeshauptstadt Mainz feiert am 7. September gleich zwei besondere Highlights: Den Europäischen Tag der Jüdischen Kultur und den Start der diesjährigen Mainzer SchUM-Kulturtage – und zwar mit dem „Tag der offenen Tür“ in der Neuen Synagoge in Mainz. Gemeinsam mit der Jüdischen Kultusgemeinde Mainz-Rheinhessen kann jüdische Geschichte und Kultur hautnah erlebt werden.
Führungen durch die Neue Synagoge und Verkostung jüdischer Spezialitäten werden durch ein besonderes Eröffnungskonzert abgerundet: Das Projekt „Jewish Evergreens“ arbeitet die Aktualität Jahrhunderte langen Wirkens jüdischer Komponisten auf die Pop- und Alltagskultur heraus. Ein eigens dafür zusammengestelltes Quartett renommierter Jazz-Musiker um den Saxophonisten Florian Boos interpretiert in frischen Arrangements Filmmusik, Musicals, Pop-Songs, Jazz Standards und natürlich die titelgebenden Evergreens. In Erfurt haben Besucherinnen und Besucher am 10. September die einzigartige Gelegenheit, sich gemeinsam mit Dr. Karin Sczech, Beauftragte für das Jüdisch-Mittelalterliche Erbe Erfurts, und Gudrun Noll auf den Spuren der zweiten jüdischen Gemeinde Erfurts zu begeben.
In der in großen Teilen intakten mittelalterlichen Altstadt von Erfurt haben sich einmalige bauliche Zeugnisse der bedeutenden jüdischen Gemeinde aus der Zeit zwischen dem ausgehenden 11. und der Mitte des 14. Jahrhunderts erhalten, die durch eine große Fülle von Sachzeugnissen zum jüdischen Gemeinde- und Alltagsleben ergänzt werden. Dr. Maria Stürzebecher, ebenfalls UNESCO-Beauftragte, hält am 10. September um 18:30 Uhr einen Vortrag in der Engelsburg zum Thema „Das Jüdisch – Mittelalterliche Erbe von Erfurt“. In der Woche nach dem 7. September werden rund 20 Veranstaltungen angeboten, die gleichzeitig Programmpunkte der Tage des offenen Denkmals sind. Am 18. September werden zudem ab 12:00 Uhr an verschiedenen Orten in der Stadt Stolpersteine verlegt.






























