Preisschock an der Tankstelle: Diesel fast 18 Cent teurer!

Der Krieg im Iran und in der Golfregion hat zu einem dramatischen Anstieg der Kraftstoffpreise geführt. Wie die aktuelle ADAC Auswertung der Kraftstoffpreise in Deutschland zeigt, kostet ein Liter Super E10 im bundesweiten Mittel 1,897 Euro. Damit hat sich Super E10 gegenüber der Vorwoche um 12,1 Cent verteuert. Um einiges deutlicher noch ist der Dieselpreis gestiegen: Ein Liter kostet im Schnitt 1,917 Euro, das ist ein Plus von 17,7 Cent. Ähnliche Preisaufschläge gab es zuletzt vor gut vier Jahren im Zuge des russischen Angriffs auf die Ukraine und die folgende Energiepreisexplosion. Die Preise sind Tagesdurchschnittspreise von Dienstag, 3. März. Aktuelle Preisbewegungen vom heutigen Tag sind dabei nicht erfasst.
Auslöser des sprunghaften Anstiegs ist der Krieg im Nahen Osten und den damit verbundenen wirtschaftlichen Auswirkungen. So wird die Straße von Hormus durch den Iran blockiert, über die täglich etwa ein Fünftel der weltweiten Ölmengen transportiert werden. Der Preis für ein Barrel Rohöl der Sorte Brent ist binnen Wochenfrist von 71 US-Dollar auf rund 82 US-Dollar gestiegen.
Die bisherige Preisentwicklung heute zeigt, dass die Marke von zwei Euro je Liter Diesel im bundesweiten Schnitt zeitweise bereits gerissen wurde. Auch der heutige Tagesdurchschnittspreis von Diesel kann oberhalb dieser Marke liegen. Diesel reagiert bei Kriegen und Versorgungsengpässen sensibler als Benzin und kann daher schneller und kräftiger steigen. Hinzu kommt, dass die Flüssiggaslieferungen aus Katar derzeit stark eingeschränkt sind, was die Nachfrage nach Diesel erhöht, da dieser in Teilen der Industrie und Energieerzeugung Erdgas ersetzen kann.
Der Benzinpreis reagiert weniger stark auf die aktuelle Lage im Nahen Osten, weil Benzin vor allem im Verkehr eingesetzt wird und die Nachfrage dort relativ konstant ist. Dennoch wird auch dieser Preis maßgeblich vom Ölpreis beeinflusst. Hinzu kommt, dass Deutschland - weitgehend anders als bei Benzin - viel fertigen Diesel importieren muss.
Der ADAC empfiehlt ungeachtet der aktuellen Preisentwicklung, möglichst abends zu tanken, denn dann sind die Kraftstoffpreise niedriger als morgens. Eine praktische Hilfe bei der Suche nach günstigen Tankstellen bietet die Spritpreis-App "ADAC Drive". Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen. Ausführliche Informationen zum Kraftstoffmarkt und aktuelle Preise gibt es unter www.adac.de/tanken.
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