Rheindürkheim feiert seine Mundart: „Babbelowend“ sorgt für volle Reihen und beste Stimmung

Wenn in Rheindürkheim Geschichten aus dem Dorfleben erzählt, alte Erinnerungen wachgerufen und aktuelle Ereignisse mit einer ordentlichen Portion Humor auf die Schippe genommen werden, ist wieder „Babbelowend“. Im gut besuchten Saal des Hessischen Hofs am 09.10.2026 erlebten die Gäste einen abwechslungsreichen Abend voller Mundart, Musik und Unterhaltung. Die traditionelle Veranstaltung bildete zugleich den stimmungsvollen Auftakt zur Rheindürkheimer Kerwe.
Dass die Rheindürkheimer ihren Heimatort und seine Eigenheiten bestens kennen, wurde im Laufe des Abends immer wieder deutlich. Auf der Bühne wechselten sich humorvolle Geschichten, musikalische Beiträge und unterhaltsame Sketche ab. Dabei standen nicht nur Erinnerungen an vergangene Zeiten im Mittelpunkt, sondern auch aktuelle Entwicklungen im Wormser Stadtteil.
Durch das Programm führte Prisca Fellmann, die die verschiedenen Beiträge miteinander verband. Den Auftakt gestaltete Egon Fleischer, der sich unter dem Motto „Rhoidergem und die Welt“ mit lokalen und politischen Themen beschäftigte. Auch die neue Oberbürgermeisterin von Worms und die Frage, welche Veränderungen sich daraus für Rheindürkheim ergeben könnten, fanden ihren Platz im humorvollen Rückblick auf das Geschehen.
Für zahlreiche Lacher sorgten anschließend Kerweborsch Marcel und sein Vorgänger Max. In ihrer Kerwerede nahmen sie besonders das örtliche Gaststättenleben ins Visier. Die inzwischen geschlossenen Kneipen und die weiterhin ungeklärte Pächtersituation im Hessischen Hof boten reichlich Stoff für ihre humorvollen Betrachtungen.
Auch Reiseerlebnisse durften beim „Babbelowend“ nicht fehlen. Werner Andres berichtete von einem Ausflug nach Oberschwaben, bei dem die Rheindürkheimer unter anderem vor der Herausforderung standen, verschiedene Biersorten zu erkennen. Martina Nesbigall und Katja Willersinn wiederum widmeten sich in einem gemeinsamen Auftritt den Besonderheiten unterschiedlicher Urlaubsziele. Ob Spanien oder Kleinwalsertal – die humorvollen Beobachtungen sorgten für beste Unterhaltung.
Musikalisch brachte die Akustikband Altrheinpower ordentlich Schwung in den Saal. Mit bekannten Mundartliedern wie „Der Hagen hat den Schatz versenkt“, „Nackt in die Brieh“ und dem Klassiker „Salatöl“ trafen die Musiker den Geschmack des Publikums. Die Mischung aus regionalen Texten und eingängigen Melodien passte zum geselligen Charakter des Abends.
Einen Ausflug in die Geschichte Rheindürkheims unternahm Günter Weber in der Rolle des Druiden Miraculix. Dabei griff er die römische Vergangenheit des Ortes auf und verband historische Anspielungen mit humorvollen Bezügen zur Gegenwart.
Wie gut die Rheindürkheimer tatsächlich über ihren Stadtteil Bescheid wissen, zeigte ein Quiz der Rheinperlenmajestäten Nina Löcher und Alina Loor. Dabei mussten sich Ortsvorsteher Björn Krämer und Kerweborsch Marcel verschiedenen Fragen rund um Rheindürkheim stellen. Unter anderem ging es um die Höhe des Kerwebaums und den Bierverbrauch bei der vergangenen Kerwe auf dem Kiesplatz. Am Ende setzte sich Marcel mit neun zu sieben Punkten gegen den Ortsvorsteher durch.
Für weitere Unterhaltung sorgte Astrid Oswald, die sich musikalisch mit dem Wandel der Zeitungswelt beschäftigte. Zur Melodie des bekannten Hits „In the Navy“ nahm sie die zunehmende Digitalisierung aufs Korn und erinnerte mit einem Augenzwinkern daran, wie vielseitig sich eine gedruckte Zeitung im Alltag verwenden lässt.
Kreative Geschäftsideen präsentierten Felix Berbner und Levin Thiede als Duo „Die annern Zwo“. In ihrem Sketch beschäftigten sie sich mit ungewöhnlichen Nutzungsmöglichkeiten für das Rheindürkheimer Gleisdreieck. Von einer Achterbahn bis zu einem fragwürdigen Immobilienunternehmen reichten die Einfälle der beiden selbst ernannten Existenzgründer.
Auch das Thema Gleisdreieck spielte bei Hermann Weber und seinem Enkel Max eine Rolle. In ihrem Stammtischgespräch griffen sie unter anderem die Umsiedlung von Eidechsen und die damit verbundenen Kosten auf. Dabei wurde auch die Frage aufgeworfen, ob entsprechende Mittel nicht an anderer Stelle, beispielsweise für einen Schulsportplatz, sinnvoll eingesetzt werden könnten. Die humorvolle Auseinandersetzung mit kommunalen Entscheidungen fand beim Publikum großen Anklang.
Einen eher nostalgischen Beitrag steuerte Hildegard Lenkes bei. Sie erinnerte an eine Rheindürkheimer Persönlichkeit aus ihrer Kindheit und erzählte von einer überraschenden Veränderung, die ihr besonders in Erinnerung geblieben war.
So bot der „Babbelowend“ erneut eine bunte Mischung aus lokalen Geschichten, musikalischer Unterhaltung und humorvollen Seitenhieben auf das Dorfgeschehen. Besonders deutlich wurde dabei, welchen Stellenwert die Mundart und die gemeinsamen Traditionen für die Rheindürkheimer haben.
Zum Abschluss durfte schließlich ein fester Bestandteil der Veranstaltung nicht fehlen: die Rheindürkheimer Hymne. Mithilfe der ausgelegten Liedtexte stimmten die Besucher gemeinsam ein und ließen den Abend mit einer musikalischen Liebeserklärung an ihren Heimatort ausklingen.
Der „Babbelowend“ zeigte damit einmal mehr, dass die Rheindürkheimer Kerwe weit mehr ist als ein traditionelles Volksfest. Sie ist auch ein Anlass, die Gemeinschaft zu pflegen, Erinnerungen auszutauschen und die besondere Identität des Wormser Stadtteils lebendig zu halten.
Text: LC/Redaktion Die Knipser
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