Gemeinsam für eine moderne Verwaltung (v.l.): OB Adolf Kessel, die Landräte Heiko Sippel und Thomas Barth, Landrätin Bettina Dickes, OB Nino Haase, Landrat Volker Boch sowie Andreas Göbel, Geschäftsführer des rheinland-pfälzischen Landkreistages. Foto: Landkreistag

Die Zusammenarbeit in der Region Rheinhessen wird weiter intensiviert: Sechs Landkreise und kreisfreie Städte aus Rheinhessen und der angrenzenden Region haben im Rahmen des Interkommunalen Kooperationsverbunds „Rheinhessen plus“ den Antrag auf Einrichtung einer gemeinsamen Koordinierungsstelle gestellt. Ziel ist es, die Potenziale der Zusammenarbeit zu bündeln und die kommunale Verwaltung zukunftsorientiert und effizient zu gestalten.

Zum Verbund gehören die Landkreise Mainz-Bingen, Alzey-Worms, Bad Kreuznach, Rhein-Hunsrück sowie die Städte Mainz und Worms. Vor dem Hintergrund wachsender Herausforderungen wie Fachkräftemangel, steigenden gesetzlichen Anforderungen und der Notwendigkeit digitaler Verwaltungsprozesse wollen die Kommunen durch den IKZ-Verbund die gemeinsamen Kräfte besser nutzen.

Bisherige Gespräche zeigten großes Interesse an gemeinsamen Projekten, doch es fehlte eine dauerhafte, koordinierende Struktur. Die geplante Koordinierungsstelle, die beim Landkreis Mainz-Bingen angesiedelt werden soll, soll diese Lücke schließen. Die Finanzierung ist zunächst für fünf Jahre vorgesehen, wobei die ersten zwei Jahre durch Landesförderung unterstützt werden, danach übernehmen die Partner die Kosten gemeinsam.

Die gesuchte Leitungsperson soll nicht nur organisatorisch unterstützen, sondern auch strategische Impulse geben. Geplant sind unter anderem die Vereinheitlichung von Verwaltungsverfahren, gemeinsame Digitalisierungsvorhaben, koordinierte Personalentwicklung sowie Kooperationen in Bereichen wie Umwelt, Klimaschutz, Daseinsvorsorge und Mobilität.

Landrat Thomas Barth (Mainz-Bingen) bezeichnet die Koordinierungsstelle als „Schlüssel zu einer erfolgreichen und effizienten Zusammenarbeit, die den Bürgerinnen und Bürgern echten Mehrwert bringt“. Sein Kollege Heiko Sippel (Alzey-Worms) ergänzt, dass die Stelle „dem Verbund ein klares organisatorisches Fundament“ gibt und die Leistungsfähigkeit der Verwaltungen stärkt.

Auch Landrätin Bettina Dickes (Bad Kreuznach) hebt die Bedeutung von Synergien hervor: „Interkommunale Zusammenarbeit eröffnet Potenziale, die einzelne Verwaltungen nicht allein hätten.“ Volker Boch, Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises, freut sich über den „einstimmigen Beschluss“ zur Etablierung der Struktur, die neue Impulse für die Region setzen soll.

Mainz’ Oberbürgermeister Nino Haase sieht in der Kooperation eine Chance, „für noch mehr Bürgerservice, effizientere Verwaltungen und einen attraktiven Standort“. Worms’ Oberbürgermeister Adolf Kessel betont den Nutzen gemeinsamer Projekte besonders im Bereich Digitalisierung, die „schnellere Prozesse und einen einheitlichen Service für die Bürger“ ermöglichen.

Mit der Einrichtung der Koordinierungsstelle wollen die Partner den Weg für eine nachhaltige, moderne und bürgernahe Verwaltung in Rheinhessen und Umgebung ebnen.