Rund 60 Bürgerinnen und Bürger informierten sich vor Ort über die fortschreitende Selz-Renaturierung im Industriegebiet Ost in Alzey. Foto: Stadtverwaltung Alzey
Die Renaturierung der Selz im Industriegebiet (IG) Ost nimmt sichtbar Gestalt an. Rund 60 Bürgerinnen und Bürger nutzten nun eine Informationsveranstaltung der Stadt Alzey und der Erschließungsgesellschaft Alzey (EGA), um die neu entstandenen Grünflächen vor Ort zu besichtigen und sich über den Stand des Projekts zu informieren.
Die Veranstaltung knüpfte an ein Versprechen aus dem Herbst 2025 an, als die Bepflanzungsarbeiten begonnen hatten: Sobald die Renaturierung sichtbar und erlebbar sei, sollten Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit erhalten, das Projekt aus nächster Nähe kennenzulernen.
16 Hektar neue Naturfläche im IG Ost
Vor Ort erhielten die Teilnehmenden Einblicke in ein großflächiges Vorhaben: Insgesamt wurden rund 16 Hektar Grünfläche geschaffen, auf denen etwa 1.000 Bäume und 20.000 Sträucher gepflanzt wurden. Rund 80 Prozent der Flächen sind bereits angelegt. Ergänzt werden sie durch Begrünungen auf Firmengeländen sowie Dachbegrünungen und Photovoltaikanlagen auf geeigneten Dächern.
Die Begrünungszonen entlang der Selz und des Selztalradwegs entsprechen einer Fläche von rund 22 Fußballfeldern. Ziel des Projekts ist es, ökologische Aufwertung, Hochwasserschutz und wirtschaftliche Entwicklung miteinander zu verbinden.
Bürgerdialog vor Ort
Bürgermeister Steffen Jung begrüßte die Teilnehmenden und betonte den Fortschritt der Gesamtentwicklung im IG Ost. Die Infrastrukturarbeiten seien weitgehend abgeschlossen, gleichzeitig entstünden auf den Gewerbeflächen bereits neue Unternehmensstandorte. Die Renaturierung sei von Beginn an Teil des Gesamtkonzepts gewesen.
„Schon viel Grün ist entstanden. Heute konnten wir es gemeinsam genauer anschauen“, so Jung. Was bereits sichtbar sei, stelle jedoch nur einen Teil der künftigen Entwicklung dar.
Auch der Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern stand im Mittelpunkt der Veranstaltung. Fragen und Anregungen wurden direkt vor Ort aufgenommen und diskutiert.
Naturentwicklung zwischen Industrie und Selz
EGA-Projektleiter Moritz Keth zeigte sich zufrieden mit dem Stand der Entwicklung. Die Flächen hätten sich in kurzer Zeit stark verändert. Das Projekt zeige, dass wirtschaftliche Nutzung und ökologische Aufwertung einander nicht ausschließen müssten, sondern sich gegenseitig stärken könnten.
Die naturschutzfachliche Begleitung liegt bei Thomas Merz vom Büro veriditas. Er verwies auf die lange Planungsphase, die bereits 2017 mit ersten Artenschutzuntersuchungen begonnen hatte. Neben Zauneidechsen und Fledermäusen spielte später auch der Biber eine Rolle in der weiteren Planung.
Trotz Anpassungen sei das Projekt im Zeitplan geblieben und der Artenschutz durchgehend berücksichtigt worden. Erste Tier- und Pflanzenarten hätten sich bereits wieder angesiedelt, darunter verschiedene Vogelarten entlang der Selz.
Vorzeigeprojekt mit Beteiligung der Bürgerschaft
Das Projekt IG Ost wird von den Verantwortlichen als Beispiel für eine gelungene Verbindung von Wirtschaft, Umwelt- und Naturschutz bewertet. Die Bürgerveranstaltung bot dabei nicht nur Einblicke in die Entwicklung, sondern auch Raum für direkten Austausch zwischen Planung, Verwaltung und Bevölkerung.
Bürgermeister Jung hob hervor, dass das Projekt zeige, wie wichtig frühzeitige Abstimmung zwischen allen Beteiligten sei. Wenn wirtschaftliche Entwicklung und ökologische Ziele gemeinsam gedacht würden, entstünden Lösungen, von denen alle Seiten profitieren könnten.
Text: LC/Redaktion Die Knipser/Stadtverwaltung Alzey






























