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„Unsere Winzerinnen und Winzer spüren die Folgen des Klimawandels unmittelbar – durch Frost, Hagel und zunehmende Wetterextreme. Ich sehe, wie sehr das Betriebe belastet. Und ich weiß, wie wichtig verlässliche Perspektiven sind. Genau hier setzen wir an: mit Innovation, mit Forschung und mit konkreter Unterstützung“, betonte Ministerin Schmitt bei der Übergabe des Förderbescheids.

Im Rahmen des EU-Förderprogramms Interreg wird Agri-Photovoltaik in der Oberrheinregion als klimaresiliente und wirtschaftlich tragfähige Lösung erprobt. Partner aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz testen unterschiedliche Photovoltaik-Systeme und untersuchen deren Auswirkungen auf Weinbau, Stromertrag und Landschaftsbild.

Das DLR Rheinpfalz übernimmt die Projektkoordination. An drei Pilotstandorten in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und der Schweiz werden verschiedene Anlagen installiert und wissenschaftlich begleitet. Ziel ist es, belastbare Daten zu gewinnen und praxisnahe Leitfäden für Winzerinnen und Winzer, Investoren sowie Genehmigungsbehörden zu entwickeln.

Dr. Andreas Kortekamp, Direktor des DLR Rheinpfalz, erklärte: „Die Winzer sind zunehmend Frost, Hagel und Wetterextremen ausgesetzt, die sowohl die Produktion als auch das wirtschaftliche Gleichgewicht einer für den Oberrhein bedeutsamen Branche gefährden. Mit dem Projekt ‚Agri-PV‘ erproben wir die Installation von Photovoltaikmodulen über oder zwischen den Weinreben, um direkt vor Ort Energie zu erzeugen und zugleich die Auswirkungen klimatischer Schwankungen zu begrenzen.“

„Wir wollen Flächen intelligent doppelt nutzen – für hochwertige Weine und für erneuerbare Energie. Das schafft zusätzliche Einkommensperspektiven, stärkt die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe und treibt die Energiewende im ländlichen Raum voran“, so Schmitt.

Das auf drei Jahre angelegte Projekt wird mit rund 1,2 Millionen Euro aus dem EFRE im Rahmen des Programms Interreg Oberrhein gefördert. Mit dem EU-Programm wird die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Regionen, Institutionen und Forschungseinrichtungen gestärkt.

„Der Weinbau am Oberrhein steht für Tradition und Qualität. Aber er war immer dann besonders erfolgreich, wenn er offen für neue Wege war. Mit ‚Agri-PV‘ verbinden wir wissenschaftliche Exzellenz, internationale Kooperation und unmittelbaren Praxisbezug. So machen wir unseren Weinbau resilient und zukunftsfest“, erklärte die Ministerin.