Mit dem symbolischen ersten Spatenstich startet in Dittelsheim-Heßloch offiziell die Erschließung des neuen Neubaugebiets „Ortsmitte“. Dort sollen künftig rund 50 Bauplätze, Mehrfamilienhäuser und ein Supermarkt entstehen. Fotos: Mirco Metzler/Die Knipser

Mit dem symbolischen ersten Spatenstich beginnt für Dittelsheim-Heßloch eines der bedeutendsten Entwicklungsprojekte der vergangenen Jahrzehnte: Das neue Neubaugebiet „Ortsmitte“ soll nicht nur dringend benötigten Wohnraum schaffen, sondern auch die beiden Ortsteile künftig noch enger miteinander verbinden. Politik, Verwaltung und Bürger sprechen von einem historischen Schritt für die Zukunft der Gemeinde.
 
Bereits seit April rollen die Bagger auf dem Gelände hinter dem ehemaligen Bahnhof beziehungsweise dem heutigen Rathaus. Dort, wo früher Bahngelände, Ackerflächen und Weinberge das Bild prägten, entsteht in den kommenden Jahren ein komplett neues Wohnquartier mit Einfamilienhäusern, Mehrfamilienhäusern und einem möglichen Supermarkt als zentralem Versorgungsstandort.
 
Ortsbürgermeister Frank Heeb sprach beim offiziellen Spatenstich von einem „besonderen Tag für unsere Gemeinde“. Das Baugebiet sei weit mehr als nur ein neues Wohnprojekt – vielmehr werde damit „ein neues Kapitel in der Entwicklung von Dittelsheim-Heßloch“ aufgeschlagen.

 

Zwei Ortsteile wachsen weiter zusammen

Die Bedeutung des Projekts reicht weit über die neuen Bauplätze hinaus. Seit der Zusammenlegung der ehemals eigenständigen Gemeinden Dittelsheim und Heßloch im Jahr 1969 habe sich vieles entwickelt, betonte Heeb. Nun solle das Neubaugebiet „Ortsmitte“ auch räumlich und gesellschaftlich eine neue Verbindung schaffen.
 
„Das Neubaugebiet verbindet unsere beiden Ortsteile künftig nicht nur geografisch, sondern auch im täglichen Leben noch enger miteinander“, erklärte der Ortschef.
 
Geplant sind rund 50 Bauplätze, davon befinden sich 38 Grundstücke im Besitz der Gemeinde. Der Gemeinderat legte den Quadratmeterpreis nun auf 345 Euro fest. Nach Angaben der Gemeinde liege man damit trotz steigender Bau- und Erschließungskosten weiterhin unter dem Preisniveau vieler umliegender Gemeinden.
 
„Uns war wichtig, bürgernah zu bleiben“, betonte Frank Heeb. Gleichzeitig müsse die Gemeinde die Kosten der Erschließung stemmen und wolle dennoch wirtschaftlich arbeiten.

 

Supermarkt soll Nahversorgung retten

Ein zentrales Thema des Projekts ist die Nahversorgung. Rund 7000 Quadratmeter Fläche wurden für die Ansiedlung eines Supermarktes reserviert. Derzeit laufen Gespräche mit mehreren Interessenten.
 
Für Heeb besitzt dieses Vorhaben höchste Priorität: „Wir haben nur noch einen Bäcker und keinen Supermarkt mehr im Ort.“ Ein neuer Markt würde daher nicht nur das Baugebiet stärken, sondern die gesamte Gemeinde langfristig attraktiver machen.
 
Zusätzlich sollen im neuen Quartier auch Mehrfamilienhäuser entstehen. Diskutiert wird außerdem über einen Spielplatz und weitere Begegnungsflächen für Familien.

 

Jahrzehntelange Planung bis zum Baustart

Der Weg bis zum heutigen Spatenstich war lang. Erste Überlegungen zu neuen Bauflächen reichen in Dittelsheim-Heßloch bis in die 1990er Jahre zurück. Für das jetzige Baugebiet „Ortsmitte“ wurde der offizielle Aufstellungsbeschluss schließlich am 7. November 2018 gefasst. Seitdem liefen Planungen, Abstimmungen und Vorbereitungen.
 
Heeb dankte ausdrücklich allen Beteiligten – von den Mitarbeitern der Verwaltung über Planungsbüros bis hin zu Grundstückseigentümern und Gemeinderatsmitgliedern. Ohne deren Unterstützung wäre das Projekt nicht möglich gewesen.

 

Bauplätze können bereits reserviert werden

Obwohl das Grundbuchamt voraussichtlich noch bis Herbst für die endgültige Vermessung und Eintragung der Parzellen benötigt, können sich Interessenten bereits jetzt Bauplätze reservieren lassen. Die Gemeinde will dazu entsprechende Absichtserklärungen vorbereiten.
 
Da in früheren Interessentenabfragen deutlich mehr Bewerber als verfügbare Grundstücke registriert wurden, wurde vorsorglich ein Punktesystem entwickelt. Dabei sollen unter anderem Familien mit Kindern oder Ortsansässige bevorzugt werden. Ob dieses Verfahren letztlich notwendig wird, bleibt jedoch offen.

 

Neue Straßen mit regionalem Bezug

Auch die Straßennamen im neuen Wohngebiet stehen inzwischen fest. Die künftigen Bewohner werden unter anderem am „Jakobsweg“, im „Mondscheinweg“, am „Burgunderring“ oder „Am Lämmergraben“ wohnen. Die Namen greifen historische, geografische und weinbauliche Besonderheiten der Gemeinde auf.

 

Blick in die Zukunft

Für viele Bürger ist der Spatenstich ein emotionaler Moment. Das Neubaugebiet gilt als wichtiger Schritt, um junge Familien im Ort zu halten und gleichzeitig neue Einwohner zu gewinnen.
 
„Lassen Sie uns diesen Tag gemeinsam feiern und mit Zuversicht auf das blicken, was hier in den kommenden Jahren entstehen wird: ein neues Stück Heimat für viele Familien und Menschen“, sagte Ortsbürgermeister Frank Heeb beim offiziellen Auftakt.
 
Text: LC/Redaktion Die Knipser