Das geplante Wohnprojekt „Wohnen am Rhein“ sorgt weiter für Diskussionen. Die Stadt weist Vorwürfe des CDU-Ortsverbands zur Kommunikation über das Vorhaben zurück. Foto: KI-generiert
Die Stadt Worms weist die Vorwürfe des CDU-Ortsverbands Rheindürkheim-Ibersheim zur Kommunikation rund um das geplante Wohnprojekt „Wohnen am Rhein“ entschieden zurück. Nach Angaben der Verwaltung sei der Ortsvorsteher bereits im Jahr 2025 im Rahmen einer Bauvoranfrage informiert worden und habe die Möglichkeit gehabt, eine Stellungnahme abzugeben. Eine Rückmeldung sei jedoch ausgeblieben.
Zudem verweist die Verwaltung darauf, dass sich auch der Ortsbeirat bereits im vergangenen Jahr in einer nichtöffentlichen Sitzung mit dem Vorhaben beschäftigt habe. Dies gehe aus dem Protokoll der Sitzung vom 5. November 2025 hervor.
Verwaltung erläutert übliches Verfahren
Nach Angaben der Stadt entspricht das Vorgehen dem regulären Ablauf bei Bauvorhaben. Die Bauaufsicht informiere die jeweiligen Ortsvorsteher über eingehende Bauanträge und Bauvoranfragen. Diese könnten anschließend weitere Informationen anfordern, Pläne einsehen und den Ortsbeirat informieren.
Im vorliegenden Fall sei die Bauvoranfrage positiv beschieden worden. Grundlage dafür sei der geltende Bebauungsplan, der auf dem ehemaligen Strohzellstoff- und späteren Oltmanns-Gelände im Mischgebiet eine Wohnbebauung zulasse.
Kein Baubeginn trotz Arbeiten auf dem Gelände
Auch den Vorwurf, der Ortsbeirat sei über den Beginn der Bauarbeiten nicht informiert worden, weist die Stadt zurück. Von einem eigentlichen Baubeginn könne derzeit keine Rede sein.
Nach Angaben der Verwaltung habe der Eigentümer bislang lediglich Abriss- und Planierarbeiten durchgeführt. Ein Bauantrag liege bislang nicht vor, weshalb mit dem eigentlichen Bau noch gar nicht begonnen werden könne.
Mehr Wohnungen durch „Bau-Turbo“ möglich
Hintergrund der aktuellen Entwicklung sind die gesetzlichen Änderungen im Rahmen des sogenannten „Bau-Turbos“. Nach Angaben der Stadt prüft der Investor derzeit, ob auf dem Gelände mehr Wohnungen entstehen könnten als ursprünglich vorgesehen.
Bislang handele es sich jedoch lediglich um erste Überlegungen. Ein neuer Bauantrag oder eine geänderte Bauvoranfrage liege derzeit nicht vor. Sollte der Investor einen entsprechenden Antrag stellen, werde der Ortsbeirat noch vor einer Entscheidung eingebunden. Da das Areal größer als ein halber Hektar ist, soll das Vorhaben zudem im Bau- und Mobilitätsausschuss nichtöffentlich beraten werden. Zu diesen Beratungen werde auch der Ortsbeirat eingeladen. Dieses Verfahren habe der Stadtrat im Januar 2026 beschlossen.
Planierarbeiten genehmigungsfrei
Die derzeit laufenden Arbeiten auf dem Gelände beschränkten sich nach Angaben der Verwaltung auf Planierungsmaßnahmen, die keiner baurechtlichen Genehmigung bedürften. Deshalb sei auch keine gesonderte Information über einen vermeintlichen Baubeginn erforderlich gewesen.
Die Stadt bezeichnet die gegenteilige Darstellung als „schlicht falsch und irreführend“. Dem Eigentümer stehe es frei, vorbereitende Arbeiten auf seinem Grundstück durchzuführen. Diese hätten keinen Einfluss auf das weitere Genehmigungsverfahren.
Verwaltung setzt auf sachliche Zusammenarbeit
Trotz der öffentlichen Kritik betont die Stadt, weiterhin auf transparente und rechtssichere Verfahren zu setzen. Gleichzeitig fordert sie alle Beteiligten zu einer sachlichen Zusammenarbeit auf.
Grundsätzlich bewertet die Verwaltung das Projekt „Wohnen am Rhein“ positiv. Die städtebauliche Qualität sowie die Einbindung in die Umgebung würden im weiteren Verfahren sorgfältig geprüft und gegebenenfalls angepasst. Ortsbeirat und Ortsvorsteher seien ausdrücklich eingeladen, sich konstruktiv in den weiteren Planungsprozess einzubringen.
Auch die Vorwürfe zum Bebauungsplan „Gleisdreieck“ weist die Stadt zurück. Die dortigen Festsetzungen seien im Rahmen eines ordnungsgemäßen Bebauungsplanverfahrens unter Beteiligung der Öffentlichkeit und der zuständigen Träger beschlossen worden. Die Entscheidungen seien nicht allein durch das Baudezernat getroffen worden, sondern mit großer Mehrheit im Bau- und Mobilitätsausschuss sowie im Stadtrat. Nach Angaben der Verwaltung war auch der Ortsvorsteher bei den Beratungen anwesend und hatte Gelegenheit, seine Stellungnahme abzugeben.
Text: LC/Redaktion Die Knipser/Stadtverwaltung Worms




























