Nach mehreren Bränden innerhalb weniger Wochen hat das Wormser Recyclingunternehmen Velte die Annahme von Abfällen vorübergehend eingestellt und umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt. Seitdem blieb das Betriebsgelände bislang von weiteren Bränden verschont. Fotos: Mirko Müller/Die Knipser
Nach einer beispiellosen Serie von Bränden hat das Wormser Recyclingunternehmen Velte weitreichende Konsequenzen gezogen. Die Annahme von Abfällen wurde vorübergehend eingestellt, das Betriebsgelände wird vollständig geräumt und sämtliche Materialien vor dem Abtransport nochmals kontrolliert. Seit diesen Maßnahmen gab es – toi, toi, toi – keinen weiteren Brand auf dem Betriebsgelände.
Auslöser für die Entscheidung waren insgesamt mehrere Brandereignisse innerhalb weniger Wochen. Nach Angaben des Unternehmens und den bisherigen Ermittlungen der Kriminalpolizei deutet vieles darauf hin, dass unsachgemäß entsorgte Lithium-Ionen-Akkus oder Batterien die Feuer ausgelöst haben. Hinweise auf vorsätzliche Brandstiftung ergaben sich nach Auswertung der Überwachungskameras nicht.
Trotz der eingeleiteten Maßnahmen musste die Feuerwehr am Freitag erneut ausrücken. Diesmal geriet ein Abrollcontainer der Firma Velte auf einem Abstellplatz im Wormser Hafengebiet in Brand. Bereits auf der Anfahrt war die Rauchentwicklung sichtbar. Vor Ort schlugen die Flammen über den Rand des Containers hinaus.
Gemeinsam mit Mitarbeitern des Unternehmens gelang es der Feuerwehr, den brennenden Behälter von den umliegenden Containern zu trennen. Dadurch konnte ein Übergreifen des Feuers verhindert werden. Der Brand war anschließend schnell unter Kontrolle.
Der betroffene Abrollcontainer wurde noch am selben Abend auf das Betriebsgelände transportiert und dort kontrolliert entleert. Bei der anschließenden Überprüfung fanden die Einsatzkräfte keine weiteren Glutnester.
Für Geschäftsführer Mario Velte sind die vergangenen Wochen eine enorme Belastung. Nach eigenen Angaben habe er in seiner jahrzehntelangen Tätigkeit noch keine vergleichbare Brandserie erlebt. Neben den finanziellen Schäden, die sich nach Unternehmensangaben auf mehrere zehntausend Euro pro Brand belaufen, hinterließen die wiederholten Einsätze auch psychisch ihre Spuren.
Mit der vorübergehenden Aussetzung der Müllannahme will das Unternehmen nun einen Neustart vorbereiten. Das Gelände wird vollständig geräumt, sämtliche Abfälle sorgfältig kontrolliert und die Sicherheitsmaßnahmen weiter ausgebaut. Bereits angeschafft wurde eine eigene Brandbekämpfungseinrichtung mit mehreren Wassertanks, Pumpentechnik und Feuerwehrschläuchen. Zudem wird geprüft, künftig eine Berieselungsanlage zu installieren und die Lagerzeiten des Materials deutlich zu verkürzen.
Die Verantwortlichen hoffen, dass die eingeleiteten Maßnahmen Wirkung zeigen. Seit der Räumung des Geländes und dem Stopp der Müllannahme ist es bislang zu keinem weiteren Brand gekommen.
Die Polizei appelliert derweil erneut an die Bevölkerung, Batterien und Akkus keinesfalls über den Haus- oder Wertstoffmüll zu entsorgen. Bereits beschädigte oder falsch entsorgte Energiespeicher können in Entsorgungs- und Recyclinganlagen erhebliche Brände auslösen. Stattdessen sollten sie ausschließlich an den vorgesehenen Sammelstellen oder im Handel abgegeben werden.
Text: MM/Redaktion Die Knipser






























