Anke Gilpatrick, Mitarbeiterin beim Frauennotruf Warbede in Alzey, überreicht den Jahresbericht an Landrat Heiko Sippel. Mit dabei sind die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Alzey-Worms, Dr. Vera Lanzen (l.) und Warbede-Geschäftsführerin Ronja Scheu (r.). Foto: Simone Stier/Kreisverwaltung Alzey-Worms
Sexualisierte Gewalt bleibt ein gesamtgesellschaftliches Problem und wirkt häufig im Verborgenen. Das zeigt auch der aktuelle Jahresbericht 2025 des Warbede Frauennotrufs Alzey. Die Fachstelle für Betroffene legte nun ihre Zahlen und Schwerpunkte für das vergangene Jahr vor.
Insgesamt suchten 89 Menschen Unterstützung in 172 persönlichen, telefonischen oder schriftlichen Gesprächen. Häufigster Beratungsanlass war sexueller Missbrauch in der Kindheit, gefolgt von Fällen und Fragen rund um Vergewaltigung. Das Angebot richtet sich an Menschen ab 14 Jahren und wird neben Betroffenen zunehmend auch von Angehörigen, Partnerinnen und Partnern sowie Fachkräften genutzt.
Beratung, Schutz und Prävention im Fokus
Neben der direkten Beratung spielt laut Fachstelle auch die Präventions- und Öffentlichkeitsarbeit eine wichtige Rolle. Ziel sei es, das Bewusstsein für sexualisierte Gewalt in der Gesellschaft zu stärken und Betroffene besser zu erreichen.
So wurde unter anderem in Kooperation mit der Stadt Alzey ein Projekt zur Erhöhung der Sicherheit auf lokalen Festen umgesetzt. Dabei wurden Hinweise auf Hilfsangebote in Sanitäranlagen ausgehängt und sogenannte „safe spaces“ als Anlaufstellen eingerichtet.
Darüber hinaus beteiligte sich der Frauennotruf an der weltweiten Aktion „One Billion Rising“, die in Alzey auf dem Stadthallenplatz stattfand und auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam macht. Weitere Aktivitäten waren die Teilnahme am Demokratietag, eine Blusenaktion gegen patriarchale Gewalt sowie eine Beteiligung an einer Ausstellung im Alzeyer Burggrafiat.
Landrat betont Bedeutung der Fachstelle
Landrat Heiko Sippel hob die Bedeutung des Frauennotrufs für die regionale Unterstützungsstruktur hervor. Die Fachstelle leiste einen unverzichtbaren Beitrag zur Sensibilisierung für sexualisierte Gewalt und zur Beratung Betroffener. Der Bedarf an Schutzkonzepten sei weiterhin hoch, entsprechend wichtig sei die kontinuierliche Arbeit der Einrichtung.
Zugleich verwies Sippel auf das geplante Gewalthilfegesetz, das einen Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung für betroffene Frauen vorsieht und künftig weitere Rahmenbedingungen schaffen könnte.
Der Warbede Frauennotruf Alzey bleibt damit eine zentrale Anlaufstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt in der Region.
Text: LC/Redaktion Die Knipser/Kreisverwaltung Alzey-Worms






























