Foto: Simone Stier /Kreisverwaltung Alzey-Worms  

Mit Unterstützung des Landesprogramms KIPKI (Kommunales Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation) hat der Landkreis Alzey-Worms die Heizungsanlage des Kulturzentrums Alzey grundlegend modernisiert. Statt fossiler Energieträger sorgt dort nun als Herzstück der Anlage eine innovative Sole-Wasser-Wärmepumpe mit zehn bis zu 100 Meter tiefen Erdsonden für eine nachhaltige und effiziente Wärmeversorgung.

Im Rahmen eines Pressetermins präsentierte Landrat Heiko Sippel gemeinsam mit der Kreisbeigeordneten Stephanie Jung und dem Geschäftsführer der Energiedienstleistungsgesellschaft Rheinhessen-Nahe mbH (EDG), Christoph Zeis, die neue Anlage. „Wir sind stolz, dass wir das Vorzeigeprojekt im Sinne der Nachhaltigkeit und mit Unterstützung der Fördergelder des Landes umsetzen konnten. Dies ist ein wichtiger Schritt in unserem Klimaschutz-Vorreiterkonzept“, betonte Landrat Sippel. „Geothermie, Photovoltaik, und eine Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage (KWK) versorgen das denkmalgeschützte Gebäude, in dem die Kreisvolkshochschule und die Kreismusikschule untergebracht sind, jetzt umweltgerecht und nachhaltig“, machte Stephanie Jung deutlich: „Ein großer Vorteil des Systems ist seine Flexibilität. Die Energieerzeugung kann intelligent auf den tatsächlichen Bedarf abgestimmt werden. Gleichzeitig eröffnet die Geothermie noch eine weitere Perspektive, denn sie ermöglicht prinzipiell sogar eine passive Kühlung des Gebäudes.“  Hierfür müsste allerdings noch eine Flächenheizung, beispielsweise in Form von Deckenplatten, eingebaut werden.

Realisiert wurde das Projekt über ein Contractingmodell mit geteilter Investitionsstruktur. Der Anteil der Wärmepumpenanlage inklusive des Geothermiefelds ist vom Landkreis Alzey-Worms als Gebäudeeigentümer über das KIPKI-Programm (Fördersumme 420.000 Euro) bereitgestellt worden. „Den Investitionsanteil der KWK-Scheibe mit Blockheizkraftwerk zur Versorgungssicherheit und zur Unterstützung insbesondere in Zeiten mit höherem Energiebedarf sowie die Errichtung der leistungsstarken Photovoltaikanlage inklusive Batteriespeicher hat die EDG übernommen, so dass insgesamt sehr wirtschaftliche Wärme- und Strompreise dargestellt werden können“, berichtete Christoph Zeis, der vor Ort die technischen Details und Finessen der Anlage, die seitens der EDG ferngesteuert wird, erläuterte: „Wir erzeugen hier mehr Strom, als wir benötigen.“

Bereits seit 2009 arbeitet der Landkreis Alzey-Worms eng mit der Energiedienstleistungsgesellschaft Rheinhessen-Nahe mbH (EDG) zusammen. In diesem Rahmen wurden in den vergangenen Jahren bereits mehrere Millionen Euro in die Modernisierung der Heiztechnik an Schulen und Verwaltungsgebäuden investiert – darunter auch Holzhackschnitzel- und Holzpellet-Anlagen sowie hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung.

Darüber hinaus wurden aus dem KIPKI-Budget des Landkreises fünf weitere Maßnahmen zur Energieeffizienz und Wärmedämmung an anderen Liegenschaften finanziert. Insgesamt standen dem Landkreis hierfür rund 1,9 Millionen Euro zur Verfügung. Alle weiteren Projekte befinden sich derzeit in der Umsetzung und sollen bis zum Jahresende abgeschlossen sein.

„Damit der Klimaschutz vor Ort gelingt, hat die Landesregierung mit KIPKI ein 250 Millionen Euro starkes Investitionspaket auf den Weg gebracht, das die Kommunen möglichst unbürokratisch bei der Umsetzung von Projekten unter anderem auch im Bereich nachhaltiger Wärmeversorgung unterstützt. Durch den Einsatz einer innovativen Kraft-Wärme-Kopplung basierend auf einer Sole-Wasser-Wärmepumpe im Kulturzentrum in Alzey wurde ein zukunftsweisender Weg eingeschlagen, um das denkmalgeschützte Gebäude energieeffizienter, nachhaltiger und mit einem möglichst hohen Grad an Eigenversorgung zu betreiben. Hier wird ein wegweisender Schritt in eine klimafreundlichere Zukunft gegangen“, sagte auch Klimaschutzstaatssekretär Michael Hauer.