Foto: NABU/Heinz Strunk

Trotz neblig-kaltem Wetter zieht es Naturfreunde auch im Winter in die Rheinauen bei Bingen. Auch wenn sich viele Tiere aufgrund der frostigen Temperaturen und der Nahrungsknappheit zurückgezogen haben und zahlreiche Vogelarten, die zum sommerlichen Bild am Inselrhein gehören, noch im Süden verweilen, kann man aktuell selten anzutreffende Wintergäste in den Rheinauen beobachten.

„Die Stillwasserflächen  des Inselrheins ziehen sich geschützt durch Inseln und Leitwerke von Bingen bis Budenheim. Diese Wasserflächen sind ein enorm wichtiger Trittstein für Zugvögel, die aus dem Norden kommend hier überwintern  oder nun auf der Durchreise vom warmen Süden zurück in die nordischen Brutgebiete am Inselrhein Station machen, um sich zu stärken.“, erläutert NABU-Mitarbeiterin Daniela Schaefer-Krolla.

Zu diesen Wintergästen zählen verschiedene Enten-, Gänse-, Taucher-, Säger-, Reiher- sowie Möwenarten u.a. Um deren Bestände zu erfassen, sind in den Wintermonaten regelmäßig ehrenamtliche  Wasservogelzähler des NABU in den Rheinauen unterwegs, die zu deutschlandweit festgelegten Zählterminen und -zeiten die beobachteten Vogelarten und deren Individuenzahl dokumentieren. Eine besonders  gute Sicht auf diese Arten hat man im Rahmen einer NABU-Schiffsexkursion. Diese finden regelmäßig in den Wintermonaten statt, die nächste am 22.02.2026, und führen durch das Europareservat Rheinauen  (weitere Informationen unter www.NABU-Rheinauen.de).

Die sensiblen Stillwasserflächen sind zum Schutz der Vogelwelt während der Wintermonate für Wassersporttreibende aller Art gesperrt. Mit Hinweis auf die Schutzgebietsverordnungen erinnert der NABU zudem daran, aus Rücksicht auf die Tierwelt in den Naturschutzgebieten am Inselrhein die Uferbereiche nicht zu betreten, Hunde anzuleinen und nicht zu lärmen. Denn die niedrigen Temperaturen und die knappen Nahrungsressourcen  verursachen Wildtieren erheblichen Stress, die nass-kalte Witterung macht sie anfälliger für Krankheiten, ein Hochwassergeschehen könnte die Situation zusätzlich verschärfen.