Wormser Pfarrer erkunden evangelisches Leben in Rumänien

Wie lebt und arbeitet eine evangelische Kirche, deren Mitglieder in der Gesellschaft eine Minderheit bilden? Mit dieser und weiteren Fragen beschäftigten sich 13 Pfarrerinnen und Pfarrer aus dem Evangelischen Dekanat Worms-Wonnegau bei einer fünftägigen Studienreise nach Siebenbürgen in Rumänien. Im September standen Begegnungen mit evangelischen Gemeinden, Gespräche über kirchliche Herausforderungen und Einblicke in die Arbeit der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses (A.B.) im Mittelpunkt.
Zwischen Tradition und neuen Perspektiven
Die erste Station der Reise war Kleinschenk (Cincșor). Dort verbrachte die Gruppe zwei Nächte in der Nähe einer historischen Kirchenburg. Von hier aus erkundeten die Teilnehmenden unter anderem Kronstadt (Brașov) mit seiner bekannten Schwarzen Kirche sowie die Orte Seligstadt und Alzen.
Bei den Besuchen erhielten die Geistlichen Einblicke in die Geschichte und die heutige Situation der evangelischen Gemeinden in Siebenbürgen. Dabei ging es auch um die Frage, wie kirchliche Traditionen bewahrt werden können, während sich die Gemeinden zugleich auf gesellschaftliche Veränderungen und neue Herausforderungen einstellen müssen.
Austausch mit Bischof Reinhart Guib
Die zweite Hälfte der Studienreise verbrachte die Gruppe in Hermannstadt (Sibiu). Untergebracht waren die Teilnehmenden im Gästehaus der Evangelischen Akademie Siebenbürgen.
Ein besonderer Höhepunkt war das Gespräch mit Bischof Reinhart Guib. Er informierte die Gäste über die aktuelle Lage der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien und deren Perspektiven für die Zukunft. Darüber hinaus spielte das ökumenische Miteinander der verschiedenen christlichen Konfessionen eine wichtige Rolle während des Aufenthalts.
Neue Impulse für die kirchliche Arbeit in Worms-Wonnegau
Dekanin Jutta Herbert zog ein positives Fazit der Reise. Besonders die persönlichen Begegnungen und der offene Austausch hätten den Blick auf die unterschiedlichen Formen evangelischen Lebens erweitert.
Die Teilnehmenden hätten erfahren, wie verschieden die Herausforderungen für Kirchen in Europa sein können und welche Anregungen sich daraus für die eigene Arbeit ergeben. Zugleich sei deutlich geworden, dass der gemeinsame Glaube Menschen auch über Ländergrenzen hinweg miteinander verbinden könne.
Mit vielen neuen Eindrücken und Impulsen kehrten die Pfarrerinnen und Pfarrer nach Worms-Wonnegau zurück. Die Studienreise bot ihnen nicht nur Einblicke in die kirchliche Situation in Rumänien, sondern auch Gelegenheit, die eigene Arbeit aus einer neuen Perspektive zu betrachten.
Text: LC/ Redaktion Die Knipser · Quelle: Evangelisches Dekanat Worms‐Wonnegau
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Foto: Franziska Endres
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