Foto: Generaldirektion Kulturelles Erbe RLP/Jürgen Ernst

Der Wormser Synagogenbezirk blüht auf

Soft-Opening Mikwe und Synagogengarten mit
Führungen und SchUMobil am 12. April

Vor nunmehr rund zehn Jahren musste die Tür zur Wormser Mikwe, dem jüdischen Ritualbad, geschlossen werden. Jetzt nach etwa ebenso langer Sanierungsphase, die von einer knapp fünfjährigen Grabung und intensiver Forschung begleitet wurde, ist es so weit: Im Rahmen eines „Soft Openings“ können die ersten Besuchenden am Sonntag, den 12. April, die Mikwe und ihre besondere Atmosphäre wieder erleben. Gleichzeitig ist es das erste Mal, dass auch der Synagogengarten wieder geöffnet werden wird – rechtzeitig zum Veranstaltungswochenende „Worms blüht auf“ blüht auch der Synagogengarten gleichsam wieder auf und erstrahlt in neuem Glanz.

Ein hölzerner Steg, der temporär während der weiter andauernden Baumaßnahmen im Synagogengarten in denkmalgerechter Weise durch die Anlage führt, macht die historischen Gebäude des Synagogenbezirks – Synagoge, Frauenschul, Raschi-Jeschiwa und Mikwe – visuell erfahrbar. Durch die barrierearme Gestaltung des Stegs ist der Synagogengarten nun inklusiver und für mehr Menschen als je zuvor zugänglich. Moderne Vermittlungseinheiten in Deutsch und Englisch, die vom SchUM-Städte Speyer, Worms, Mainz e. V. in Zusammenarbeit mit der Kulturkoordination der Stadt Worms konzipiert wurden, eröffnen künftig faszinierende Einblicke in die Geschichte und Bedeutung des Synagogenbezirks, der als eine von vier Komponenten zum UNESCO-Welterbe SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz gehört. Im Rahmen des Soft-Openings bietet der SchUM-Städte Speyer, Worms, Mainz e. V. in Kooperation mit der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Worms erstmals kostenfreie Kurzführungen zur Mikwe und den Planungen im Synagogengarten an. Diese finden um 14, 15 und 16 Uhr statt und sind auf jeweils auf zehn Teilnehmende begrenzt. Eine Anmeldung ist per E-Mail unter info@schumstaedte.de erforderlich.

Informationen und spannende Mitmachstationen zum ersten jüdischen Welterbe Deutschlands bietet auch das mobile Besuchszentrum „SchUMobil“, das im Jubiläumsjahr des Welterbes SchUM-Stätten in seine Geburtsstadt Worms zurückkehrt. Seine
erste Station ist der Synagogenplatz, wo es am 12. April von 12 bis 17 Uhr besucht werden kann. Nach dem 12. April schließen sich die Tore für kurze Zeit wieder, bevor dann Anfang Mai ganz offiziell der Synagogengarten eröffnet werden wird. Im Anschluss kann die Mikwe im Rahmen gebuchter Gruppenführungen mit beschränkter Personenzahl über die Tourist- Information Worms sowie bei öffentlichen Führungen an ausgewählten Terminen mit vorheriger Anmeldung besichtigt werden. „Der Synagogenbezirk ist ein Herzstück jüdischer Geschichte in Worms. Es freut mich sehr, dass wir diesen Ort der Erinnerung und Begegnung wieder erlebbar machen – für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt und auch darüber hinaus“, betonte Stadtentwicklungsdezernent Timo Horst bereits zu Beginn der Arbeiten im Synagogengarten im vergangenen Jahr. Auch die Geschäftsführerin des SchUM-Städte e. V. und Site-Managerin des Welterbes, Birgit Kita, freut sich über die Entwicklungen im Wormser Synagogenbezirk: „Das UNESCO Welterbe SchUM-Stätten erzählt von über tausend Jahren jüdischer Geschichte, Kultur und Traditionen am Rhein. Dieses Erbe der Menschheit zu bewahren, bedeutet zugleich, Verantwortung für Vermittlung, Erinnerung und Dialog zu übernehmen.

Dass nun die Mikwe und der Synagogengarten – gerade im Jubiläumsjahr – wieder zugänglich sind, ist ein besonderer Moment für das Welterbe in Worms. Nach Jahren der Schließung entsteht hier wieder ein Ort, der jüdische Geschichte auf eindrucksvolle Weise erfahrbar macht und zum Entdecken, Nachdenken und Verstehen einlädt.“

Übersicht der Öffnungszeiten und kostenfreien Angebote am

12. April 2026:
Synagogengarten: 10 Uhr bis 17 Uhr
SchUMobil: 12 Uhr bis 17 Uhr
Mikwe-Führungen: 14 Uhr, 15 Uhr, 16 Uhr, jeweils 30 Minuten, max.
10 Personen pro Führung, vorherige Anmeldung per E-Mail unter
info@schumstaedte.de erforderlich