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Zwangsarbeit in der Pfalz während des Zweiten Weltkriegs: Vortrag in der KZ-Gedenkstätte Osthofen

Zwangsarbeit in der Pfalz während des Zweiten Weltkriegs: Vortrag in der KZ-Gedenkstätte Osthofen
Die Gedenkstätte KZ Osthofen lädt am 21. Oktober zu einem Vortrag über Zwangsarbeit in der Pfalz während des Zweiten Weltkriegs ein. Historiker Benedict von Bremen beleuchtet dabei die Schicksale der betroffenen Menschen und die Bedeutung der Zwangsarbeit für die regionale Kriegswirtschaft. Archivfoto: Mirko Müller/Die Knipser

Millionen Menschen wurden während des Zweiten Weltkriegs vom nationalsozialistischen Deutschland zur Zwangsarbeit verpflichtet. Auch in der Pfalz mussten Zehntausende Kriegsgefangene und ausländische Zivilisten unter teils menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten. Mit diesem lange wenig beachteten Kapitel der regionalen Geschichte beschäftigt sich ein Vortrag am Mittwoch, 21. Oktober 2026, um 18 Uhr in der Gedenkstätte KZ Osthofen.

Unter dem Titel „Zwangsarbeit in der Pfalz im Zweiten Weltkrieg“ beleuchtet der Historiker Benedict von Bremen die Lebens- und Arbeitsbedingungen der betroffenen Menschen sowie die Bedeutung der Zwangsarbeit für die damalige deutsche Wirtschaft. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde statt.

Mindestens 70.000 Zwangsarbeiter in der Pfalz

Während des Zweiten Weltkriegs wurden mindestens zwölf Millionen ausländische Arbeitskräfte in das Deutsche Reich gebracht. Viele von ihnen stammten aus den von Deutschland besetzten Gebieten, insbesondere aus der Sowjetunion, Polen und Frankreich.

Auch in der Pfalz war Zwangsarbeit weit verbreitet. Auf dem Höhepunkt im Jahr 1944 mussten dort mindestens 70.000 Menschen unter Zwang arbeiten. Unter ihnen befanden sich Männer, Frauen und Minderjährige.

Die Betroffenen wurden nicht nur in großen Industriebetrieben eingesetzt, sondern auch in der Landwirtschaft, auf Bauernhöfen, bei der Reichsbahn, in städtischen Einrichtungen, im Handwerk sowie in Privathaushalten.

Ihre Unterbringung erfolgte unter unterschiedlichen Bedingungen. Während einige bei Privatpersonen lebten, waren andere in einem der zahlreichen Lager untergebracht. Diese reichten von umfunktionierten Gasthäusern bis hin zu größeren Barackenlagern.

Ausbeutung und nationalsozialistische Rassenideologie

Die Zwangsarbeit war ein wesentlicher Bestandteil der deutschen Kriegswirtschaft, die aufgrund des Krieges zunehmend unter Arbeitskräftemangel litt. Gleichzeitig war der Einsatz ausländischer Arbeitskräfte von der rassistischen Ideologie des Nationalsozialismus geprägt.

Für die Betroffenen galten zahlreiche diskriminierende Vorschriften. Persönliche Beziehungen zwischen Deutschen und ausländischen Arbeitskräften waren teilweise streng verboten. Insbesondere Beziehungen zu Menschen aus Osteuropa konnten mit Konzentrationslagerhaft oder sogar der Todesstrafe geahndet werden.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945 gerieten die Schicksale vieler ehemaliger Zwangsarbeiter in Deutschland zunehmend in Vergessenheit.

Historiker beleuchtet regionale Schicksale

Der Referent Benedict von Bremen ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt „Zwangsarbeit in der Pfalz 1933 bis 1945“ des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde in Kaiserslautern.

In seinem Vortrag geht er auf die Geschichte der Zwangsarbeit in der Region ein und erinnert an Menschen, deren Erfahrungen und Schicksale lange Zeit nur wenig öffentliche Aufmerksamkeit erhielten.

Die Veranstaltung ist zugleich Teil des Begleitprogramms zur Sonderausstellung „Trotzdem da! Kinder aus verbotenen Beziehungen zwischen Deutschen und Kriegsgefangenen oder Zwangsarbeiter*innen“. Die Ausstellung ist noch bis Dienstag, 27. Oktober 2026, in der Gedenkstätte KZ Osthofen zu sehen.

Anmeldung für den Vortrag erbeten

Der Vortrag findet am Mittwoch, 21. Oktober 2026, um 18 Uhr in der Gedenkstätte KZ Osthofen, Am Ziegelhüttenweg 38, statt.

Interessierte werden gebeten, sich vorab per E-Mail an info@ns-dokuzentrum-rlp.de anzumelden.

Text: LC/ Redaktion Die Knipser · Quelle: Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz