Afrikanische Schweinepest: Hessen verstärkt Schutzmaßnahmen an der Landesgrenze

Um eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nach Hessen zu verhindern, setzen die zuständigen Behörden weiterhin auf Schutzmaßnahmen entlang der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen. Bei einer Informationsveranstaltung in Dietzhölztal informierten das Hessische Landwirtschaftsministerium und der Lahn-Dill-Kreis rund 120 Teilnehmer über die aktuelle Seuchenlage, bestehende Schutzvorkehrungen und die geplante Einrichtung einer sogenannten Weißen Zone.
Seit dem ersten Nachweis der Afrikanischen Schweinepest in Nordrhein-Westfalen im Juni 2025 haben die Behörden umfangreiche Maßnahmen ergriffen. Nach Angaben des Hessischen Landwirtschaftsministeriums konnte ein Übergreifen der Tierseuche auf Nordhessen bislang verhindert werden.
Dennoch bleibt die Situation entlang der Landesgrenze angespannt. Die Behörden wollen deshalb ihre bisherigen Schutzmaßnahmen fortsetzen und bei Bedarf an die Entwicklung des Seuchengeschehens anpassen.
Rund 60 Kilometer langer Schutzzaun errichtet
Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören intensive Suchaktionen nach verendeten Wildschweinen im Grenzgebiet sowie die Errichtung eines rund 60 Kilometer langen, wildschweinsicheren Festzauns.
Dieser dient als sogenannte Fernbarriere und soll verhindern, dass möglicherweise infizierte Wildschweine aus betroffenen Gebieten nach Hessen gelangen. Weitere Zaunabschnitte entlang der Landesgrenze und ein zusätzlicher Parallelzaun ergänzen das Schutzsystem.
Bei der Informationsveranstaltung erläuterten Vertreter der zuständigen Veterinärbehörden und des ASP-Führungsstabs die bisherigen Arbeiten und die geplanten weiteren Schritte.
„Die Situation in Nordrhein-Westfalen zeigt, dass wir beim Schutz Hessens weiter aufmerksam und konsequent bleiben müssen“, erklärte Staatssekretär Michael Ruhl, Leiter des ASP-Führungsstabs im Hessischen Landwirtschaftsministerium. Ziel sei es, einen Eintrag der Tierseuche nach Hessen zu verhindern.
Was bedeutet die geplante Weiße Zone?
Ein besonderer Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf der geplanten Einrichtung einer sogenannten Weißen Zone.
Dabei handelt es sich um einen durch feste Zäune abgegrenzten Sicherheitskorridor zwischen einem von der Tierseuche betroffenen Gebiet und bislang seuchenfreien Regionen.
Innerhalb dieses Bereichs sollen Wildschweinbestände durch intensive Such- und Entnahmemaßnahmen möglichst weit reduziert werden. Gleichzeitig sollen die Zäune verhindern, dass Wildschweine den Korridor durchqueren und die Tierseuche weiterverbreiten.
Die geplanten Maßnahmen können Auswirkungen auf die Landwirtschaft, die Jagd und die Nutzung der betroffenen Landschaftsflächen haben.
Rund 120 Teilnehmer informieren sich über Auswirkungen
Bei der Veranstaltung in Dietzhölztal nutzten rund 120 Teilnehmer die Gelegenheit, Fragen zu den geplanten Maßnahmen zu stellen.
Im Mittelpunkt standen insbesondere der Verlauf der Schutzzaunanlagen, die geplante Trassenführung und mögliche Einschränkungen für die Menschen vor Ort.
Staatssekretär Michael Ruhl betonte, dass die Sorgen und Fragen der betroffenen Bevölkerung berücksichtigt werden müssten. Die Behörden wollten die Maßnahmen nicht nur erläutern, sondern gemeinsam mit den Beteiligten Lösungen für praktische Probleme finden.
Auch Dr. Jürgen Harlizius, Leiter der Stabsstelle Afrikanische Schweinepest im nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministerium, nahm an der Veranstaltung teil. Er berichtete über die Erfahrungen mit der Tierseuche in Nordrhein-Westfalen und die dort ergriffenen Gegenmaßnahmen.
Behörden wollen Entwicklung weiter beobachten
Das Hessische Landwirtschaftsministerium dankte den beteiligten Veterinärbehörden, Kommunen, Landwirten und Jägern für ihre Unterstützung bei der Bekämpfung der Tierseuche.
Insbesondere die Zusammenarbeit zwischen den Behörden und den Menschen vor Ort sei entscheidend, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Die Entwicklung in Nordrhein-Westfalen soll weiterhin eng beobachtet werden. Je nach Seuchenlage können die Schutzmaßnahmen entlang der Landesgrenze angepasst werden.
Weitere Informationen zur Afrikanischen Schweinepest und den Schutzmaßnahmen stellt das Land Hessen unter www.schweinepest.hessen.de bereit.
Text: LC/ Redaktion Die Knipser · Quelle: Hessisches Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat
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