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Alzey eröffnet eigenen „Walk of Fame“ für bedeutende Schriftsteller

Alzey eröffnet eigenen „Walk of Fame“ für bedeutende Schriftsteller
Bürgermeister Steffen Jung und Elena Anesiadis, Sachgebietsleiterin für Stadtentwicklung, Tourismus, Kultur und Städtepartnerschaft, präsentieren eine der neuen Bronzetafeln auf dem „Platz der Literatur“ in Alzey. Foto: Axel Schmitz / Schmizografie

Auf dem Stadthallenplatz in Alzey erinnert seit Samstag, 24. Oktober 2026, ein neuer „Platz der Literatur“ an bedeutende Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Insgesamt 14 Bronzetafeln wurden in den Boden eingelassen und würdigen die Preisträger des Elisabeth-Langgässer-Literaturpreises. Ergänzt wird die Anlage durch einen öffentlichen Bücherschrank, der Literatur für alle kostenlos zugänglich macht.

Die Bronzetafeln tragen unter anderem die Namen von Christa Wolf, Rafik Schami und Daniel Kehlmann. Ähnlich wie beim berühmten „Walk of Fame“ in Hollywood sollen die Tafeln an herausragende Persönlichkeiten erinnern und Passanten dazu einladen, sich mit deren Werken auseinanderzusetzen.

Öffentlicher Bücherschrank bietet Platz für 450 Bücher

Ein zentraler Bestandteil des neuen Literaturplatzes ist ein Bücherschrank aus wetterbeständigem Cortenstahl. Er wurde von der Firma urbanlife aus Köln hergestellt und bietet Platz für rund 400 bis 450 Bücher.

Das Prinzip ist einfach: Jeder kann kostenlos Bücher mitnehmen, lesen und bei Bedarf wieder zurückbringen oder durch andere Werke ersetzen. Eine Anmeldung oder feste Rückgabefrist gibt es nicht.

Die Erstausstattung umfasst Werke der bisherigen Literaturpreisträger sowie Gedichte, Romane und Erzählungen der Alzeyer Schriftstellerin Elisabeth Langgässer.

Um die regelmäßige Pflege kümmern sich die drei ehrenamtlichen Patinnen Christa Potten, Inge Ruckes und Ursula Nestmann. Sie kontrollieren den Bücherschrank mindestens einmal wöchentlich und sorgen für Ordnung.

Rund 35.000 Euro für die Umgestaltung

Die Neugestaltung des Stadthallenplatzes zum „Platz der Literatur“ kostet rund 35.000 Euro. Der Großteil der Finanzierung erfolgt über das Landesförderprogramm „Innenstadt-Impulse“. Die Stadt Alzey muss dadurch lediglich zehn Prozent der Gesamtkosten, also rund 3.500 Euro, selbst tragen.

Die 14 Bronzetafeln wurden vom Bildhauer Bernhard Mathäss aus Neustadt an der Weinstraße gestaltet und von der Metallgießerei Hack GmbH aus Eisenberg gefertigt.

Auch die EWR AG und die Volksbank Alzey-Worms beteiligten sich mit Spenden an der Begrünung und den Arbeiten des städtischen Bauhofs.

Neben den neuen Tafeln und dem Bücherschrank wurden weitere Elemente des Platzes aufgewertet. Dazu gehören neu gestaltete Stromkästen sowie ein erneuertes Lesepult und ein Lesekasten, die von Schülerinnen und Schülern des Elisabeth-Langgässer-Gymnasiums mit Texten bestückt wurden.

Auch die bereits 2011 vom Altertumsverein Alzey gestiftete Elisabeth-Langgässer-Bank soll in Kürze neues Holz erhalten.

Bürgermeister sieht Literatur als Teil des Stadtlebens

Bürgermeister Steffen Jung bezeichnet den neuen Platz als Verbindung zwischen Erinnerung und Begegnung.

„Hollywood hat seinen Walk of Fame – Alzey hat seinen ‚Platz der Literatur‘“, erklärt Jung. Literatur gehöre nicht nur in Bücher und Bibliotheken, sondern mitten in die Stadt, wo Menschen spazieren, sitzen und miteinander ins Gespräch kommen.

Mit der Neugestaltung soll der Stadthallenplatz nicht nur an die literarische Geschichte Alzeys erinnern, sondern auch als Aufenthaltsort in der Innenstadt attraktiver werden.

Elisabeth-Langgässer-Preis wird 2027 erneut verliehen

Der Literaturplatz erinnert an die Schriftstellerin Elisabeth Langgässer, die am 23. Februar 1899 in Alzey geboren wurde und am 25. Juli 1950 in Karlsruhe starb. Sie zählt zu den bedeutenden christlich geprägten deutschen Autorinnen des 20. Jahrhunderts.

Die Stadt Alzey vergibt seit 1986 alle drei Jahre den nach ihr benannten Literaturpreis. Über die Auszeichnung entscheidet ein fünfköpfiger literarischer Beirat unter dem Vorsitz des Literaturkritikers Thomas Koch.

Die 14. Bronzetafel ist bereits dem nächsten Preisträger Christoph Peters gewidmet. Der Schriftsteller wird im Februar 2027 offiziell ausgezeichnet. Der literarische Beirat hatte sich einstimmig für ihn entschieden.

Am Freitag, 26. Februar 2027, findet um 20 Uhr eine Lesung mit Christoph Peters statt. Die Preisverleihung folgt am Samstag, 27. Februar, um 10 Uhr. Beide Veranstaltungen werden in der Mensa der Alzeyer Gymnasien in der Frankenstraße 12 ausgerichtet. Der Eintritt ist jeweils frei.

Text: ML/ Redaktion die Knipser · Quelle: Stadt Alzey