Feuerwehr VG Eich probt den Ernstfall: Schwierige Wasserversorgung im Fokus

Ein brennender Pferdestall, mehrere vermisste Personen und weit und breit kein Hydrant: Mit einem anspruchsvollen Einsatzszenario hat die Feuerwehr der Verbandsgemeinde Eich bei ihrer Jahresübung auf dem Aussiedlerhof Wiegand bei Mettenheim den Ernstfall trainiert. Im Mittelpunkt stand vor allem die Frage, wie bei einem größeren Brand außerhalb geschlossener Ortschaften schnell eine ausreichende Löschwasserversorgung aufgebaut werden kann.
Um 13.38 Uhr am 29.08.2026 begann die Übung mit der angenommenen Meldung eines Stallbrandes. Bereits sieben Minuten später erreichte das erste Fahrzeug der Feuerwehr Mettenheim den Aussiedlerhof zwischen der B 9 und Mettenheim. Kurz darauf folgten weitere Einheiten aus der Verbandsgemeinde.
Während Einsatzkräfte aus Mettenheim, Eich und Alsheim die Brandbekämpfung und Menschenrettung übernahmen, kümmerten sich die Feuerwehren aus Gimbsheim und Hamm um die Wasserversorgung. Zwei Feldbrunnen in rund 240 beziehungsweise 680 Metern Entfernung wurden dafür genutzt. Durch die umliegenden Weinberge mussten lange Schlauchleitungen bis zur Einsatzstelle verlegt werden.
Bis die Versorgung über die Brunnen aufgebaut war, standen zunächst rund 2.000 Liter Löschwasser aus den Tanks zweier Einsatzfahrzeuge zur Verfügung. Nach etwa 15 Minuten konnte zusätzlich Wasser über beide Feldbrunnen gefördert werden. Im weiteren Übungsverlauf zeigte sich allerdings ein Problem, das auch bei einem realen Einsatz auftreten könnte: Nach rund zwei Stunden ließ die Leistung eines Brunnens deutlich nach.
Für diesen Fall wurde die zusätzliche Unterstützung einer Brandschutzkomponente aus der VG Monsheim angenommen. Im Ernstfall wäre außerdem ein Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen möglich, um weiteres Wasser vom benachbarten Sandhof zur Einsatzstelle zu bringen.
Parallel zur Brandbekämpfung mussten mehrere als vermisst gemeldete Personen gesucht und aus dem Gebäude gerettet werden. Auch die Rettung eines Pferdes aus dem Stall gehörte zum Szenario. Unterstützung erhielten die Einsatzkräfte unter anderem aus der VG Wonnegau, die mit einem Hubrettungsfahrzeug mit Teleskopmast sowie einem weiteren Tanklöschfahrzeug beteiligt war.
Die Übung beschränkte sich jedoch nicht auf die unmittelbare Brandbekämpfung. In einer eigens eingerichteten Einsatzleitung wurden weitere Maßnahmen durchgespielt. Dazu gehörten eine angenommene Sperrung der B 9, die Warnung der Bevölkerung über Warnsysteme wie NINA oder KATWARN sowie Schadstoffmessungen. Auch Drohnen kamen zur Lageerkundung zum Einsatz.
Eine mögliche Asbestbelastung durch die Dachkonstruktion wurde ebenfalls in das Szenario aufgenommen. Gleichzeitig musste sichergestellt werden, dass trotz des umfangreichen Übungseinsatzes ausreichend Einsatzkräfte für weitere mögliche Notfälle innerhalb der Verbandsgemeinde zur Verfügung stehen.
Beobachtet und anschließend ausgewertet wurde die Jahresübung unter anderem von der Wehrleitung der VG Eich sowie dem Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises Alzey-Worms. Dabei ging es insbesondere darum, Kommunikationswege, Führungsstrukturen und organisatorische Abläufe auf mögliche Verbesserungen zu überprüfen.
Die Bilanz fiel insgesamt positiv aus. Vor allem der schnelle Aufbau der mehrere hundert Meter langen Wasserversorgung zeigte, dass die bestehenden Einsatzplanungen auch unter schwierigen Bedingungen funktionieren. Gleichzeitig lieferte die Übung wichtige Erkenntnisse für Situationen, in denen Wasserquellen während eines länger andauernden Einsatzes nicht die erwartete Leistung erbringen.
Text: VM/Redaktion Die Knipser · Quelle: Feuerwehr VG Eich
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Fotos: Mirko Müller/Die Knipser
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