Politik

„Fischmarkt wird Vorbild für soziale Stadtentwicklung“

„Fischmarkt wird Vorbild für soziale Stadtentwicklung“
Beim Rundgang am Wormser Fischmarkt informierten sich Dirk Beyer und Alexander Schweitzer gemeinsam mit den Verantwortlichen über das neue Quartiersprojekt, das bezahlbaren Wohnraum, Kinderbetreuung und soziale Angebote miteinander verbindet. Foto: Maximilian Sittel

Auf Initiative des Wormser SPD-Landtagsabgeordneten Dirk Beyer hat sich der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Alexander Schweitzer, bei den beiden zuständigen Wormser Beigeordneten Waldemar Herder und Timo Horst über das Quartiersprojekt am Fischmarkt informiert. Bei einem Rundgang durch das neue Quartier erläuterten die Verantwortlichen das ganzheitliche Konzept, das Wohnen, Kinderbetreuung und soziale Infrastruktur miteinander verbindet. Sozialdezernent Waldemar Herder bezeichnete das Vorhaben als „ein kleines Experiment der Stadtentwicklung“ – ein Experiment, das bereits heute beispielhaft zeige, wie kommunale Entwicklung gelingen könne.

Im Mittelpunkt des Besuchs standen die neu entstandenen Wohnungen sowie die moderne innerstädtische Kindertagesstätte, die künftig Platz für 105 Kinder bieten wird. Die zweigeschossige Einrichtung begleitet Kinder von der Krippe bis zur Vorschule und verfügt über zwei Kinder-Bistros, die insbesondere vor dem Hintergrund der in diesem Stadtgebiet überdurchschnittlich hohen Kinderarmut einen wichtigen Beitrag zu gesunder Ernährung und Chancengleichheit leisten.

Das Quartier zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass soziale Angebote und Stadtentwicklung von Beginn an gemeinsam gedacht wurden. Das enge und vertrauensvolle Zusammenspiel des Sozialdezernats unter der Leitung von Waldemar Herder und des Dezernats für Stadtentwicklung von Timo Horst habe ein Projekt hervorgebracht, das weit über klassischen Wohnungsbau hinausgehe. Die Verbindung von bezahlbarem Wohnraum, Kindertagesstätte, Quartiersmanagement, Pflegeberatung und sozialer Begleitung schaffe einen lebendigen Ort für Menschen unterschiedlicher Generationen und Lebenssituationen. Nach Auffassung der Beteiligten kann diese ressortübergreifende Zusammenarbeit Vorbild für weitere Stadtentwicklungsprojekte in Worms sein.

Auch die Außenanlagen spiegeln den integrativen Ansatz wider: Neben einem großzügigen Außenspielbereich für die Kindertagesstätte entsteht ein weiterer öffentlich zugänglicher Spielbereich, der den gesamten Stadtteil bereichert und als Begegnungsort für Familien dienen soll. Ergänzt wird das Angebot durch eine dauerhaft im Quartier angesiedelte Sozialarbeiterstelle, die als wichtige Anlaufstelle für Bewohnerinnen und Bewohner sowie Familien fungiert.

Während des Rundgangs, an dem auch Vertreter der Wohnungsbau GmbH, des ASB-Kreisverbandes, die Kita-Leiterin sowie die Verantwortliche für die kommunalen Kindertagesstätten teilnahmen, erläuterten die Verantwortlichen das ganzheitliche Nutzungs- und Bewirtschaftungskonzept nach dem sogenannten Bielefelder Modell. Ziel ist die Entwicklung eines sozial stabilen, generationenübergreifenden Quartiers, das Menschen möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben im vertrauten Umfeld ermöglicht und gleichzeitig den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt.

Ein wesentlicher Baustein dieses Ansatzes ist das Quartiersmanagement; hier finanziert die städtische Wohnungsbaugesellschaft eine halbe Stelle. Es koordiniert Angebote, vernetzt Akteure und stärkt das nachbarschaftliche Miteinander. Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sehen die Verantwortlichen hierin einen zukunftsweisenden Ansatz für die Entwicklung weiterer Quartiere in Worms.

Dirk Beyer zeigte sich beeindruckt von dem umfassenden Konzept: „Am Fischmarkt ist weit mehr als ein neues Wohngebiet entstanden. Hier wurde gezeigt, wie Stadtentwicklung und Sozialpolitik Hand in Hand gehen können. Das hervorragende Zusammenspiel der Dezernate von Waldemar Herder und Timo Horst hat ein Quartier geschaffen, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt und Vorbild für weitere Projekte in unserer Stadt sein kann.“

Auch Alexander Schweitzer würdigte das Projekt als gelungenes Beispiel moderner Kommunalpolitik: „Der Fischmarkt zeigt eindrucksvoll, dass lebenswerte Quartiere dort entstehen, wo Wohnungsbau, soziale Infrastruktur und kommunale Zusammenarbeit konsequent zusammengedacht werden. Solche Projekte stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt und sind wichtige Antworten auf die Herausforderungen des demografischen Wandels.“

Der Besuch machte deutlich, dass am Wormser Fischmarkt ein Modellquartier entstanden ist, das weit über die Grenzen des Stadtteils hinaus Strahlkraft entwickeln kann. Die enge Zusammenarbeit der Bereiche Stadtentwicklung und Soziales zeigt beispielhaft, wie kommunale Zukunftsprojekte erfolgreich umgesetzt werden können – ein Ansatz, der auch für künftige Entwicklungen in Worms richtungsweisend sein dürfte.

Text: MM/Redaktion Die Knipser · Quelle: Wahlkreisbüro MdL Dirk Beyer