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Fünf Jahre UNESCO-Welterbe: SchUM-Stätten ziehen Bilanz und blicken nach vorn

Fünf Jahre UNESCO-Welterbe: SchUM-Stätten ziehen Bilanz und blicken nach vorn
Fünf Jahre UNESCO-Welterbe im Rückblick: Bei der Eröffnung der Ausstellung „5 Jahre UNESCO-Welterbe SchUM-Stätten. Fünf Jahre Schutz, Forschung und Vermittlung“ im SchUM-Lab Worms kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Kultur, Denkmalpflege und den jüdischen Gemeinden sowie zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger zusammen. Die Ausstellung zeigt, was seit der Aufnahme der SchUM-Stätten in die UNESCO-Welterbeliste für ihren Schutz, ihre Erforschung und Vermittlung erreicht wurde. Foto: SchUM-Städte e.V.

Fünf Jahre UNESCO-Welterbe sind fünf Jahre voller Schutz, Forschung, Vermittlung und neuer Projekte: Am 27. Juli 2026 jährte sich die Aufnahme der SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz in die UNESCO-Welterbeliste zum fünften Mal. Aus diesem Anlass hat der SchUM-Städte Speyer, Worms, Mainz e. V. am 3. September im SchUM-Lab Worms die Ausstellung „5 Jahre UNESCO-Welterbe SchUM-Stätten. Fünf Jahre Schutz, Forschung und Vermittlung“ eröffnet.

Die Ausstellung blickt auf die vergangenen fünf Jahre zurück und macht sichtbar, was seit der Aufnahme des ersten jüdischen Welterbes Deutschlands bewegt, erforscht und umgesetzt wurde. Gleichzeitig zeigt sie, welche Aufgaben und Perspektiven mit dem Schutz und der Vermittlung dieses einzigartigen kulturellen Erbes verbunden sind.

Im Mittelpunkt stehen die umfangreichen Restaurierungs- und Sanierungsmaßnahmen an den Welterbekomponenten in Speyer, Worms und Mainz. Die Besucherinnen und Besucher erhalten Einblicke in die Arbeiten zum Erhalt der herausragenden Zeugnisse jüdischer Geschichte und Kultur am Rhein. Zugleich wird deutlich, welche wichtige Rolle die Forschung spielt: Erkenntnisse über die historischen Bauwerke und Denkmäler bilden eine wesentliche Grundlage für ihren langfristigen Schutz und tragen dazu bei, die Geschichte jüdischen Lebens am Rhein weiter zu erforschen und besser zu verstehen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung ist die Vermittlungsarbeit. Mit dem Aufbau von Besuchszentren in den drei SchUM-Städten soll das serielle Welterbe künftig noch besser erschlossen und für Besucherinnen und Besucher aus aller Welt erlebbar werden.

Auch darüber hinaus hat der SchUM-Städte e. V. in den vergangenen Jahren zahlreiche Angebote und Projekte entwickelt. Dazu gehören das mobile Besuchszentrum „SchUMobil“, die Veranstaltungsreihen „SchUM Insights“ und „Heritage Talks“ sowie das Projekt zur Antisemitismusprävention „Zeugen der Geschichte: Eine Reise zur KZ-Gedenkstätte Auschwitz“. Die Beteiligung an Veranstaltungen wie dem UNESCO-Welterbetag schafft zusätzliche Möglichkeiten, das jüdische Erbe am Rhein einer breiten Öffentlichkeit näherzubringen.

„Mit der Ausstellung möchten wir sichtbar machen, was sich in den vergangenen fünf Jahren rund um die SchUM-Stätten entwickelt hat und wie vielfältig die Aufgaben sind, die mit dem UNESCO-Welterbe verbunden sind“, erklärt Birgit Kita, Geschäftsführerin des SchUM-Städte Speyer, Worms, Mainz e. V. und Site-Managerin der SchUM-Stätten. „Die Eintragung in die Welterbeliste und unser diesjähriges Jubiläum waren wichtige Meilensteine. Sie sind zugleich Auftrag und Ansporn, die SchUM-Stätten nachhaltig zu schützen, ihr Erbe weiter zu erforschen und ihre Bedeutung für Gegenwart und Zukunft zu vermitteln.“

Zur Vernissage am 3. September kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Kultur und Denkmalpflege, Mitglieder der jüdischen Gemeinden und des SchUM-Vereins sowie zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger im SchUM-Lab Worms zusammen. Nach der Begrüßung durch Oberbürgermeister Adolf Kessel bot ein gemeinsamer Rundgang mit Birgit Kita Gelegenheit, die Ausstellung kennenzulernen und auf die Entwicklungen der vergangenen fünf Jahre zurückzublicken.

„Die Ausstellung zeigt eindrucksvoll, was in den letzten fünf Jahren im Bereich der Denkmalpflege und der Vermittlung geleistet wurde. Meinen herzlichen Glückwunsch zu fünf Jahren Welterbe und herzlichen Dank an alle, die daran tagtäglich mitwirken“, betonte Oberbürgermeister Adolf Kessel.

Die SchUM-Stätten stehen für eine mehr als 1.000-jährige Geschichte jüdischen Lebens am Rhein. Speyer, Worms und Mainz bildeten im Mittelalter einen einzigartigen jüdischen Gemeindeverbund, dessen Name sich aus den hebräischen Anfangsbuchstaben der drei Städtenamen Schpira, Warmaisa und Magenza zusammensetzt.

Die SchUM-Gemeinden prägten Architektur, Kultur, liturgische Dichtung und religiöses Recht des aschkenasischen Judentums nachhaltig. Synagogen, Ritualbäder und jüdische Friedhöfe in den drei Städten sind bis heute herausragende Zeugnisse dieser Geschichte. Wegen ihrer besonderen Bedeutung werden die SchUM-Stätten auch als „Jerusalem am Rhein“ bezeichnet.

Am 27. Juli 2021 wurden Speyer, Worms und Mainz unter den UNESCO-Kriterien ii, iii und vi als erstes jüdisches Welterbe Deutschlands in die Welterbeliste aufgenommen. Fünf Jahre später zeigt die Ausstellung im SchUM-Lab, wie aus diesem Welterbeauftrag konkrete Arbeit geworden ist – und wie die Geschichte auch für kommende Generationen bewahrt und vermittelt werden soll.

Öffnungszeiten der Ausstellung:

„5 Jahre UNESCO-Welterbe SchUM-Stätten. Fünf Jahre Schutz, Forschung und Vermittlung“

Dienstag: 12 bis 18 Uhr
Freitag: 12 bis 18 Uhr
Samstag: 12 bis 14 Uhr

SchUM-Lab, Neumarkt 10, 67547 Worms
Eintritt frei

Die Öffnung der Ausstellung wird durch die Unterstützung des Ehrenamtsvereins der Stadt Worms und engagierter Fördermitglieder des SchUM-Städte Speyer, Worms, Mainz e. V. ermöglicht.

Weitere Informationen gibt es auf der Website des SchUM-Vereins unter www.schumstaedte.de sowie über die Social-Media-Kanäle @welterbe.schum.

Die Veranstaltungen zum fünfjährigen Jubiläum der SchUM-Stätten werden gefördert von der Angelika und Uwe Wöhlert-Stiftung, der BASF SE, dem Bistum Mainz, der Rheinhessen Sparkasse und der Sparkasse der Vorderpfalz.

Text: ML/Redaktion Die Knipser · Quelle: SchUM-Städte e.V.