Gedenken an der Somme: Landkreis Alzey-Worms setzt Zeichen für Frieden und Versöhnung

Kreisinspektorin Sabrina Schmidt bei der Kranzniederlegung in Fricourt.
Im Zeichen des europäischen Gedenkens und der deutsch-französischen Freundschaft hat der Landkreis Alzey-Worms an die Opfer des Ersten Weltkriegs erinnert. Kreisinspektorin Sabrina Schmidt nahm stellvertretend für den Landkreis an einer Gedenkfahrt der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in die nordfranzösische Somme-Region teil.
Aufgrund ihres langjährigen Engagements im Vorstand des Freundeskreises Erbes-Büdesheim–Maurepas/Leforest e.V. hatte Landrat Heiko Sippel Schmidt mit der Vertretung des Landkreises beauftragt. Die fünftägige Reise führte die Delegation zu den zentralen Schauplätzen der Schlacht an der Somme von 1916 – einer der verlustreichsten Schlachten des Ersten Weltkriegs.
Höhepunkt der Gedenkreise war die Kranzniederlegung auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Fricourt. Dort ruhen fast 20.000 deutsche Soldaten. Im Namen des Landkreises Alzey-Worms legte Sabrina Schmidt einen Kranz nieder und erinnerte an die Menschen, die in den Kriegsjahren ihr Leben verloren.
An der bewegenden Zeremonie beteiligten sich unter anderem Vertreter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der Partnergemeinde Mannweiler-Cölln sowie Vertreter aus Politik und Gesellschaft. Ein Kinderchor und die Nationalhymnen Frankreichs, Großbritanniens und Deutschlands unterstrichen den internationalen Charakter des Gedenkens.
„Es ist mir eine große Ehre und zugleich eine Verpflichtung, den Landkreis Alzey-Worms an diesem geschichtsträchtigen Ort zu vertreten“, erklärte Schmidt. „1,2 Millionen Menschen fielen 1916 in nur fünf Monaten. Das Gedenken an diesen Soldatenfriedhöfen zeigt eindringlich, wie wertvoll Frieden und die europäische Einheit heute sind.“
Erinnern an den Schauplätzen der Geschichte
Neben Fricourt besuchte die Delegation weitere bedeutende Erinnerungsorte. Dazu gehörte die Gedenkfeier am Lochnagar-Krater, wo am 1. Juli 1916 eine gewaltige Sprengung den Beginn der Schlacht an der Somme einleitete und bereits am ersten Tag zehntausende Menschen starben.
Auch in Maurepas nahm die Gruppe an einer Gedenkveranstaltung teil. Dort legte Schmidt einen Kranz für die Ortsgemeinde Erbes-Büdesheim nieder, die seit 2004 eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde pflegt.
Weitere Stationen waren das kanadische Denkmal in Vimy sowie das Monument von Thiepval, das an rund 70.000 vermisste Soldaten des British Empire erinnert. Zudem führte eine Einladung des Marquis de Thèzy die Gruppe nach Mametz Wood, wo an den britischen Veteranen Harry Fellow erinnert wurde.
Austausch über Grenzen hinweg
Neben dem historischen Gedenken stand auch der internationale Austausch im Mittelpunkt der Reise. Die Teilnehmer trafen französische Kollegen der Gendarmerie Compagnie Péronne, besuchten die Führungszentrale in Amiens sowie ein örtliches Schießzentrum.
Besuche in den historischen Museen von Péronne und Albert vermittelten zudem einen Eindruck vom Ausmaß des Leids, das der Krieg für Soldaten und Zivilbevölkerung bedeutete.
„Die Gedenkfeiern und der anschließende Austausch mit Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern, insbesondere Frankreich und Großbritannien, stellten unbezahlbare Momente dar“, betonte Sabrina Schmidt.
Die Reise machte deutlich, dass Erinnerung nicht nur der Vergangenheit gilt, sondern auch eine Verpflichtung für die Gegenwart und Zukunft ist – als Zeichen für Frieden, Verständigung und ein geeintes Europa.
Text: SSP · Quelle: Kreisverwaltung Alzey-Worms
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