KI für die Energiewende: Hochschule Worms entwickelt digitale Hilfe für Kommunen

Prof. Dr. Hans Rück (links), Vizepräsident der Hochschule Worms, gratuliert Prof. Dr. Mario Stoffels (rechts) zur Bewilligung seiner Transferprofessur „Künstliche Intelligenz für kommunale Investitionen“.
Städte und Gemeinden stehen bei der Energiewende vor großen Herausforderungen: steigende Anforderungen, komplexe Förderprogramme und hohe Investitionssummen verlangen nach sorgfältiger Planung und verlässlichen Entscheidungsgrundlagen. Genau hier setzt ein neues Forschungs- und Transferprojekt der Hochschule Worms an.
Mit der neuen Transferprofessur „Strategische Kommunalinvestitionen mit KI“ entwickelt Prof. Dr. Mario Stoffels, Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Controlling an der Hochschule Worms, gemeinsam mit Partnern Lösungen, die Kommunen bei wichtigen Zukunftsentscheidungen unterstützen sollen.
Im Mittelpunkt des Projekts steht die Entwicklung des sogenannten „SKI-Core“. Dabei handelt es sich um eine KI-gestützte Technologie, die verschiedene kommunale Datenquellen miteinander verknüpfen soll. Bestehende Controlling-, Geoinformations- und ERP-Systeme werden zusammengeführt, um Investitionsmöglichkeiten besser bewerten und strategische Entscheidungen fundierter vorbereiten zu können.
Gerade kleinere Städte und Gemeinden verfügen häufig nicht über ausreichend Personal oder geeignete Werkzeuge, um komplexe Investitionsprojekte umfassend zu analysieren. Die neue Lösung soll hier ansetzen und Verwaltungen entlasten. Mithilfe Künstlicher Intelligenz könnten beispielsweise Strategiepapiere, Vorlagen für politische Gremien sowie Unterlagen für Kredit- und Förderanträge automatisiert vorbereitet werden.
Dabei geht es nicht nur um technische Lösungen. Das Projekt verbindet wissenschaftliche Fragestellungen rund um Datenharmonisierung, Transformationsprozesse, Finanzierung und kommunale Steuerung. Ziel ist es, realistische Szenarien zu entwickeln und Kommunen dabei zu unterstützen, auch unter schwierigen Rahmenbedingungen wie Haushaltsvorgaben, Förderbedingungen oder Kreditrestriktionen tragfähige Strategien zu erarbeiten.
Prof. Dr. Mario Stoffels verfügt bereits über umfangreiche Erfahrung aus mehr als 20 Transfer- und Drittmittelprojekten im Bereich Kommunalwirtschaft. Unterstützt wird das Vorhaben durch internationale Softwarepartner sowie deutsche Pilotkommunen und Stadtwerke, darunter EWR Worms, die Kreiswerke Barnim sowie die Ämter Ortrand und Ruhland.
„Das Projekt steigert die bundesweite Sichtbarkeit unserer anwendungsorientierten Forschung enorm“, erklärt Prof. Dr. Stoffels. Gleichzeitig sollen die gewonnenen Erkenntnisse in die Weiterentwicklung des Masterstudiengangs Kommunalwirtschaft an der Hochschule Worms einfließen.
Langfristiges Ziel ist die Entwicklung eines Software-Prototyps, der perspektivisch in eine dauerhafte Struktur – beispielsweise durch eine Ausgründung – überführt werden könnte.
Gefördert wird die Transferprofessur vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie dem Land Rheinland-Pfalz im Rahmen des Programms „FH-Personal“ und des Projekts „Prof.In Worms“.
Text: SSP · Quelle: Hochschule Worms
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