Kritik aus Rheindürkheim: Ortsbeirat fordert frühere Beteiligung bei Bauprojekten

Auf dem ehemaligen Strohzellstoff- beziehungsweise Oltmanns-Gelände in Rheindürkheim haben die Bauarbeiten bereits begonnen. Der Ortsbeirat kritisiert, dass er im Vorfeld nicht ausreichend über das Projekt informiert worden sei.
Ein neues Bauprojekt auf dem ehemaligen Strohzellstoff- beziehungsweise späteren Oltmanns-Gelände sorgt in Rheindürkheim für Diskussionen. Während die Arbeiten bereits begonnen haben, kritisiert der Ortsbeirat die aus seiner Sicht fehlende frühzeitige Information und Beteiligung bei der Entwicklung des Vorhabens.
„Der Ortsbeirat schätzt es nicht besonders, über Projekte der Stadtteilentwicklung über die Zeitung informiert zu werden“, erklärt Ortsvorsteher Björn Krämer. Wer bei Bauvorhaben im Stadtteil auf Akzeptanz setzen wolle, müsse den Ortsbeirat frühzeitig einbinden und einen konstruktiven Austausch ermöglichen.
Kritik an der Kommunikation der Bauverwaltung
Auch die CDU-Fraktion im Rheindürkheimer Ortsbeirat übt deutliche Kritik an der Kommunikation des Wormser Baudezernats. Fraktionssprecher Klaus Harthausen verweist dabei auf frühere Erfahrungen beim Bebauungsplan „Gleisdreieck“.
„Bereits beim Bebauungsplan Gleisdreieck wurde auf keinen einzigen der Hinweise des Ortsbeirates eingegangen“, kritisiert Harthausen. Besonders die geplante 240 Meter lange Wand entlang der Bundesstraße B9 sieht die CDU kritisch. Diese beeinträchtige aus ihrer Sicht das Ortsbild und könne den Luftaustausch behindern. Auch Hinweise auf ein örtlich bekanntes Druckwasserproblem seien nach Ansicht der Fraktion nicht ausreichend berücksichtigt worden.
Aus Sicht der CDU habe sich dadurch ein ursprünglich begrüßtes Projekt zu einem Streitpunkt entwickelt. Die Unzufriedenheit mit der Kommunikation der Bauverwaltung sei im Stadtteil inzwischen groß.
Entwicklung des Stadtteils im Fokus
Grundsätzlich betont die CDU-Fraktion, dass sie die Weiterentwicklung Rheindürkheims als Wohn- und Arbeitsort unterstützt. Die Entwicklung müsse jedoch ganzheitlich und langfristig geplant werden. Dabei sollten nach Ansicht der Fraktion sowohl die Chancen entlang des Rheinufers als auch bestehende Herausforderungen, etwa durch zahlreiche Arbeitnehmerunterkünfte, berücksichtigt werden.
Die CDU hatte unter anderem eine Überarbeitung des Flächennutzungsplans gefordert, was nach Angaben der Fraktion von der Bauverwaltung abgelehnt worden sei.
Trotz der Kritik steht der Ortsbeirat dem Bauvorhaben grundsätzlich offen gegenüber. Nach Ansicht der CDU bestehe weiterhin die Möglichkeit, dass die Firma Berkes im direkten Austausch mit dem Ortsbeirat zur Verbesserung der Zusammenarbeit beiträgt. Gleichzeitig fordert die Fraktion Nachbesserungen bei der städtebaulichen Qualität und der Einbindung des Projekts in die bestehende Umgebung.
Text: LC · Quelle: CDU Ortsverband Rheindürkheim-Ibersheim
Weitere Artikel aus Politik
WormsDirk Beyer besucht Caritas Worms – Soziale Angebote und neues Quartiersgebäude im Mittelpunkt
Wie können soziale Angebote im Wormser Norden langfristig gesichert und weiterentwickelt werden?
30. Oktober 2026
AlzeyGrüne Stadtplanung: Vortrag in Alzey zeigt Wege zur Stadt von morgen
Wie können Städte trotz steigender Temperaturen, Starkregen und zunehmender Flächenknappheit lebenswert bleiben?
30. Oktober 2026
WormsWormser Unternehmen HI.TEQ und AMOX wachsen – Fachkräftemangel und Infrastruktur bleiben Herausforderungen
Wachstum, Digitalisierung und der zunehmende Fachkräftebedarf standen im Mittelpunkt eines Unternehmensbesuchs von Bürgermeisterin und Wirtschaftsdezernentin Stephanie Lohr bei der HI.TEQ GmbH und der AMOX IT-SOLUTION GmbH.
26. Oktober 2026

