Wormser Unternehmen HI.TEQ und AMOX wachsen – Fachkräftemangel und Infrastruktur bleiben Herausforderungen

Wachstum, Digitalisierung und der zunehmende Fachkräftebedarf standen im Mittelpunkt eines Unternehmensbesuchs von Bürgermeisterin und Wirtschaftsdezernentin Stephanie Lohr bei der HI.TEQ GmbH und der AMOX IT-SOLUTION GmbH. Bei dem Austausch informierte sich Lohr über die Entwicklung der beiden Wormser Betriebe, ihre Zukunftspläne und die Herausforderungen am Wirtschaftsstandort.
Die HI.TEQ Kälte- und Klimatechnik GmbH beschäftigt derzeit 30 Mitarbeitende, darunter zwei Auszubildende. Das Unternehmen ist auf Kälte-, Klima-, Lüftungs- und Sonderanlagentechnik spezialisiert und hat bereits zahlreiche komplexe Großprojekte über die Stadtgrenzen hinaus umgesetzt. Zu den Kunden gehören Einrichtungen aus Forschung und Wissenschaft, öffentliche Institutionen, Ministerien sowie Unternehmen aus Industrie und Gesundheitswesen.
Trotz einer hervorragenden Auftragslage steht HI.TEQ vor einer Herausforderung: Qualifizierte Fachkräfte im Bereich Kältetechnik sind schwer zu finden. Bei besonders umfangreichen Industrie- und Infrastrukturprojekten arbeitet das Unternehmen deshalb auch mit spezialisierten Partnern zusammen.
Zwei Unternehmen mit gemeinsamer Erfolgsgeschichte
Die Geschichte der beiden Betriebe ist eng miteinander verbunden. Geschäftsführer Hüseyin Ergüzel kam im Alter von 14 Jahren nach Deutschland, absolvierte eine Ausbildung, legte die Meisterprüfung ab und sammelte Führungserfahrung. Im Jahr 2011 gründete er gemeinsam mit Hasan Ergüzel und Ilhami Özcan die HI.TEQ GmbH. Zeitgleich entstand das IT-Unternehmen AMOX IT-SOLUTION GmbH.
Heute sind beide Firmen eigenständig und haben ihren Sitz Tür an Tür im Wormser Gewerbegebiet Auf dem Sand. Während HI.TEQ auf Kälte- und Klimatechnik spezialisiert ist, bietet AMOX individuelle IT-Lösungen für mittelständische Unternehmen, Notariate, Rechtsanwaltskanzleien, Arztpraxen und weitere Dienstleister an. Das Angebot umfasst unter anderem IT-Infrastruktur, Kommunikation, IT-Sicherheit und Digitalisierung.
Lohr würdigte die Entwicklung der Unternehmen und betonte die Bedeutung inhabergeführter mittelständischer Betriebe für die lokale Wirtschaft. Dabei dankte sie ausdrücklich auch der türkischen Community, die einen wichtigen Beitrag zum Wirtschaftsstandort Worms leiste.
Künstliche Intelligenz verändert den Arbeitsalltag
Ein weiteres Gesprächsthema war der Einsatz künstlicher Intelligenz. Beide Unternehmen nutzen bereits digitale Werkzeuge und KI-Anwendungen, beispielsweise zur technischen Fehleranalyse und zur Optimierung interner Prozesse.
AMOX-Geschäftsführer Ilhami Özcan sieht darin sowohl Chancen als auch Risiken. KI könne Routineprobleme zunehmend automatisiert lösen und damit das klassische IT-Servicegeschäft verändern. Gleichzeitig bleibe menschliches Fachwissen unverzichtbar. „Man muss die Ergebnisse noch verstehen. Ungeprüfte Antworten könnten gefährliches Halbwissen erzeugen“, erklärte Özcan. Sein Verhältnis zur Technologie bezeichnete er als „Hassliebe“.
Fehlende Glasfaser und begrenzte Stromkapazitäten bremsen Wachstum
Neben dem Fachkräftemangel beschäftigen die Unternehmen auch infrastrukturelle Probleme. Am Standort fehlt bislang ein leistungsfähiger Glasfaseranschluss. Zudem begrenzen die verfügbaren Stromkapazitäten mögliche Erweiterungen.
Mit einer verbesserten Infrastruktur könnten zusätzliche Serverleistungen aufgebaut werden. Auch die Ansiedlung eines Rechenzentrums in Worms wurde als möglicher Impuls für die regionale Wirtschaft angesprochen.
Bürgermeisterin Lohr stellte bei ihrem Besuch die Unterstützungsangebote der städtischen Wirtschaftsförderung vor. Diese sollen insbesondere wachstumsstarke Unternehmen mit lokaler Wertschöpfung fördern. „Wir wollen, dass Sie hier erfolgreich sind“, betonte die Wirtschaftsdezernentin.
Abschließend verwies sie auf regionale Netzwerke wie den Digitalhub und die DigitalHub-Akademie, die Unternehmen bei der digitalen Transformation unterstützen können.
Text: ML/ Redaktion die Knipser · Quelle: Stadtverwaltung Worms
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