Neue Windräder bei Alsheim prägen künftig die rheinhessische Landschaft

Wer derzeit von Alsheim in Richtung Alzey unterwegs ist, kann die Veränderungen in der Landschaft kaum übersehen: In der Region entsteht ein neuer Windpark. Hinter den weithin sichtbaren Bauarbeiten steckt das Unternehmen PIONEXT, das zwischen Alsheim und Dorn-Dürkheim zwei moderne Windenergieanlagen errichtet.
Der offizielle Baubeginn für den Windpark Alsheim erfolgte im Oktober 2025. Das Projekt ist dabei eine Besonderheit, denn die beiden Anlagen verteilen sich auf zwei Landkreise: Ein Windrad befindet sich auf der Gemarkung Alsheim im Landkreis Alzey-Worms, das zweite auf der Gemarkung Dorn-Dürkheim im Landkreis Mainz-Bingen.
Windräder erreichen fast 250 Meter Gesamthöhe
Bei den beiden Anlagen handelt es sich um moderne Windräder des Typs Nordex N163. Nach Angaben des Projektentwicklers verfügt jede Anlage über eine Nennleistung von rund 7 Megawatt. Die Nabenhöhe beträgt 164 Meter, der Rotordurchmesser 163 Meter. Bis zur höchsten Spitze eines Rotorblattes erreichen die Anlagen eine Gesamthöhe von 245,5 Metern.
Damit sind die neuen Anlagen deutlich größer als viele ältere Windräder, die bereits seit Jahren das Landschaftsbild rund um Alsheim prägen. Nach der offiziellen Übersicht des Landkreises sind auf Alsheimer Gemarkung bereits drei ältere Enercon-Anlagen mit jeweils 2,3 Megawatt Leistung in Betrieb. Sie gingen 2013 ans Netz und erreichen eine Gesamthöhe von rund 179 Metern.
Der Unterschied macht deutlich, wie stark sich die Windkrafttechnik innerhalb weniger Jahre entwickelt hat: Die neuen Anlagen sind rund 66 Meter höher und verfügen über eine wesentlich größere Leistung.
Strom wird über Guntersblum ins Netz eingespeist
Neben den eigentlichen Windrädern gehört eine umfangreiche Infrastruktur zum Projekt. Zufahrtswege und Kranstellflächen mussten ausgebaut und stabilisiert werden. Für den Untergrund der Fundamente wurden außerdem sogenannte Rüttelstopfsäulen eingesetzt.
Eine wichtige Rolle spielt zudem Guntersblum. Dort wurde bereits eine Übergabestation errichtet, über die der erzeugte Windstrom künftig in das regionale Stromnetz eingespeist werden soll. Die Inbetriebnahme des neuen Windparks ist nach Angaben von PIONEXT für die zweite Jahreshälfte 2026 vorgesehen.
Weitere Windenergieanlage in Alsheim genehmigt
Bei den beiden Anlagen des Windparks dürfte es in der Umgebung allerdings nicht bleiben. Aus der Windenergieanlagen-Übersicht des Landkreises Alzey-Worms geht hervor, dass für die Gemarkung Alsheim eine weitere Anlage genehmigt wurde. Dabei handelt es sich um eine Vestas V172 mit 7,2 Megawatt Leistung, 175 Metern Nabenhöhe und einer Gesamthöhe von 261 Metern.
Auch in den benachbarten Gemarkungen sind weitere Projekte vorgesehen. Der Landkreis veröffentlichte 2025 beispielsweise Unterlagen zu einem Genehmigungsverfahren für insgesamt sechs Windenergieanlagen in Heßloch, Bechtheim und Alsheim.
Damit verändert sich das Landschaftsbild im südöstlichen Rheinhessen weiter. Gerade auf den offenen Flächen zwischen Rhein und dem Alzeyer Hügelland sind moderne Anlagen aufgrund ihrer Höhe kilometerweit sichtbar.
Alzey-Worms setzt stark auf Windenergie
Windenergie spielt im Landkreis ohnehin bereits eine große Rolle. Nach dem aktuellen Klimaschutzkonzept sind im Landkreis 156 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 380 Megawatt in Betrieb. Mehr als drei Prozent der Kreisfläche werden bereits für Windenergie genutzt beziehungsweise entsprechend berücksichtigt. Damit liegt Alzey-Worms über dem landesweiten Zwei-Prozent-Ziel.
Für die kommenden Jahre setzt der Landkreis zudem auf das sogenannte Repowering. Dabei werden ältere und vergleichsweise leistungsschwache Windräder durch moderne Anlagen ersetzt. Ziel ist es, auf bereits genutzten Flächen deutlich mehr Strom zu erzeugen, ohne entsprechend viele zusätzliche Standorte erschließen zu müssen.
Die neuen Anlagen bei Alsheim stehen damit beispielhaft für diese Entwicklung: Windräder werden größer und leistungsfähiger – und verändern zugleich sichtbar das Landschaftsbild zwischen Rheinterrasse und Alzeyer Land.
Text: ML/Redaktion Die Knipser
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Fotos: Mirco Metzler/Die Knipser
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