Vorsicht vor Kostenfalle beim Nachsendeauftrag: Polizei warnt vor überteuerten Internetangeboten

Wer umzieht und seine Post an die neue Adresse weiterleiten lassen möchte, sollte bei der Online-Buchung eines Nachsendeauftrags besonders aufmerksam sein. Das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz und die Verbraucherzentrale warnen in einer Mitteilung vom 20. Oktober 2026 vor kostenpflichtigen Drittanbietern, die für die Vermittlung eines Nachsendeauftrags teilweise mehr als 100 Euro verlangen. Der vergleichbare Service der Deutschen Post kostet bei einer Online-Buchung derzeit lediglich 31,90 Euro.
In Rheinland-Pfalz wurden zuletzt vermehrt Strafanzeigen aufgenommen, nachdem Bürgerinnen und Bürger auf entsprechende Internetangebote aufmerksam geworden waren und diese genutzt hatten. Häufig gelangen Betroffene über Suchmaschinen auf Seiten, die durch ihre Gestaltung und gelbe Farbgebung den Eindruck eines offiziellen Angebots der Deutschen Post erwecken.
Tatsächlich handelt es sich jedoch um private Vermittlungsdienste, die nicht mit der Deutschen Post verbunden sind. Sie führen die Nachsendung nicht selbst durch, sondern leiten die Aufträge lediglich an das Unternehmen weiter.
Mehr als 100 Euro statt 31,90 Euro
Nach Angaben des Landeskriminalamts wurden in bislang bekannt gewordenen Fällen unter anderem die Internetseiten „nachsendeauftrag.services“ und „nachsendung.online“ genutzt. Für einen Nachsendeauftrag mit einer Laufzeit von sechs Monaten wurden dort teilweise mehr als 100 Euro berechnet.
Auch die Deutsche Post warnt vor solchen Angeboten. Nach Schätzungen des Unternehmens werden jährlich rund 350.000 Nachsendeaufträge über Drittanbieter abgeschlossen. Die Deutsche Post betont, dass sie weder mit diesen Anbietern zusammenarbeitet noch von deren Geschäftsmodell profitiert.
So können sich Verbraucher schützen
Das Landeskriminalamt und die Verbraucherzentrale empfehlen, den Nachsendeservice direkt über die offizielle Internetseite der Deutschen Post aufzurufen. Wer über eine Suchmaschine nach dem Angebot sucht, sollte besonders bei Werbeanzeigen aufmerksam sein.
Entscheidend ist ein genauer Blick auf die Internetadresse. Eine professionell gestaltete Webseite oder die Verwendung der typischen gelben Farbe bedeutet nicht automatisch, dass es sich um ein offizielles Angebot handelt.
Vor einer Buchung sollten Verbraucher außerdem die Preise vergleichen und das Impressum sowie die Anbieterinformationen sorgfältig lesen. Einige Vermittlungsunternehmen haben ihren Sitz im Ausland, was die Durchsetzung möglicher Ansprüche erschweren kann.
Was tun, wenn bereits ein Vertrag abgeschlossen wurde?
Wer unbeabsichtigt einen kostenpflichtigen Vertrag mit einem Drittanbieter abgeschlossen hat, sollte den Vorgang möglichst zeitnah prüfen lassen. Je nach Einzelfall können verbraucherrechtliche Ansprüche bestehen.
Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz bietet hierzu weitere Informationen und Unterstützung an. Wer vermutet, Opfer einer betrügerischen Handlung geworden zu sein, kann bei der örtlichen Polizeidienststelle oder über die Onlinewache der Polizei Anzeige erstatten.
Weitere Informationen gibt es unter www.verbraucherzentrale-rlp.de. Die Onlinewache ist unter https://portal.onlinewache.polizei.de/de/ erreichbar.
Text: ML/ Redaktion die Knipser · Quelle: Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz
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