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Wie geht es mit der Ecclesia am Wormser Dom weiter? Tagung diskutiert Zukunft der Skulptur

Wie geht es mit der Ecclesia am Wormser Dom weiter? Tagung diskutiert Zukunft der Skulptur
Die Ecclesia-Skulptur wurde im April 2026 vom Südportal des Wormser Doms abgenommen. Eine Fachtagung beschäftigt sich nun mit der Zukunft ihres bisherigen Standorts. Archivfoto: Mirco Metzler/Die Knipser

Seit April 2026 fehlt über dem Südportal des Wormser Doms eine Skulptur, die dort mehr als 700 Jahre lang ihren Platz hatte. Die Reiterfigur der Ecclesia musste aufgrund zunehmender Schäden am Sandstein abgenommen und ins Innere des Doms gebracht werden. Wie mit der entstandenen Leerstelle künftig umgegangen werden soll, steht am Freitag, 6. November 2026, im Mittelpunkt einer öffentlichen Fachtagung im Haus am Dom.

Unter dem Titel „In der Schwebe – Zur Zukunft der ‚Ecclesia‘-Skulptur vom Südportal des Wormser Domes“ beschäftigen sich Fachleute aus Kunstgeschichte, Restaurierung und Denkmalpflege mit möglichen Lösungen. Dabei geht es insbesondere um die Frage, ob die historische Figur durch eine Kopie ersetzt werden sollte oder ob eine Neugestaltung des bisherigen Standorts infrage kommt.

Fachleute beleuchten Geschichte und Erhaltung der Skulptur

Die Ecclesia-Skulptur hatte über Jahrhunderte hinweg Kriege, Brände und Zerstörungen überstanden. Zuletzt hatten Witterungseinflüsse den Sandstein jedoch so stark beschädigt, dass ihre Standfestigkeit nicht mehr gewährleistet war. Um einen weiteren Verfall zu verhindern, wurde die tonnenschwere Figur im April 2026 vom Südportal entfernt.

Während der Tagung wird Dr. Burkard Keilmann das Bildprogramm des Südportals in den religiösen Kontext des frühen 14. Jahrhunderts einordnen. Dr. Tobias Frese aus Heidelberg beschäftigt sich mit der Ikonografie und der besonderen Darstellungsform der Skulptur.

Restaurator Quentin Saltzmann berichtet über seine Untersuchungen an der Figur und die Herausforderungen ihrer Abnahme. Prof. Dr. Anne-Christine Brehm, ehemalige Baumeisterin des Freiburger Münsters, widmet sich dem Umgang mit Denkmälern, die nicht mehr an ihrem ursprünglichen Standort erhalten werden können. Prof. Thomas Will aus Dresden betrachtet die denkmalpflegerischen und ethischen Fragen, die sich durch eine solche Veränderung ergeben.

Auch historische Bedeutung wird diskutiert

Neben der baulichen und denkmalpflegerischen Zukunft spielt die historische Aussage der Skulptur eine Rolle. Die Darstellung der triumphierenden Ecclesia steht in einem Zusammenhang mit der darunter angeordneten Figur der blinden Synagoge. Dieses Bildprogramm kann als Ausdruck mittelalterlicher antijudaistischer Vorstellungen verstanden werden.

Dompropst Tobias Schäfer erhofft sich von der Tagung Anregungen für den künftigen Umgang mit der Leerstelle. Dabei soll auch diskutiert werden, ob eine originalgetreue Kopie aus heutiger Sicht angemessen wäre oder ob eine andere Gestaltung in Betracht gezogen werden sollte.

Eine abschließende Podiumsdiskussion soll die unterschiedlichen Perspektiven zusammenführen und mögliche Konsequenzen für das Südportal des Wormser Doms aufzeigen.

Teilnahme kostenlos – Anmeldung erbeten

Die Tagung findet am Freitag, 6. November 2026, von 13 bis 19.30 Uhr im Haus am Dom in Worms statt. Die Teilnahme ist kostenlos und steht allen Interessierten offen.

Veranstaltet wird die Tagung von der Akademie des Bistums Mainz und der Domgemeinde Worms. Weitere Kooperationspartner sind der Altertumsverein Worms, die Gesellschaft für mittelrheinische Kirchengeschichte und das Baudezernat des Bistums Mainz.

Um eine Anmeldung bis zum 2. November 2026 wird im Pfarrbüro der Domgemeinde gebeten. Diese ist telefonisch unter 06241 940340 oder per E-Mail an pfarrei@katholisch-worms-wonnegau.de möglich.

Text: LC/ Redaktion Die Knipser · Quelle: Kath. Pfarrei St. Nikolaus Worms-Wonnegau