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Feuerwache Nord rückt näher – Worms stellt Millionen für neues Feuerwehrprojekt bereit

Feuerwache Nord rückt näher – Worms stellt Millionen für neues Feuerwehrprojekt bereit
Die geplante Feuerwache Nord soll die Feuerwehrstrukturen im nördlichen Wormser Stadtgebiet stärken und die bestehenden Einheiten entlasten. Der Stadtrat hat dem Vorhaben mit großer Mehrheit zugestimmt – für den Erwerb eines geeigneten Grundstücks sollen rund 3,2 Millionen Euro bereitgestellt werden. Archivfoto: Mirco Metzler/Die Knipser

Ein seit Jahren geplantes Großprojekt für den Brandschutz im Wormser Norden nimmt konkrete Formen an. Die Stadt will die Feuerwache Nord vorantreiben und dafür ein Grundstück erwerben, das sich für den neuen Standort eignen soll. Der Stadtrat hat dem Vorhaben mit großer Mehrheit zugestimmt. Damit könnte ein wichtiger Baustein der künftigen Wormser Feuerwehrstruktur umgesetzt werden.

Die Notwendigkeit eines zusätzlichen Feuerwehrstandortes im Norden beschäftigt die Stadt bereits seit mehreren Jahren. Im Feuerwehrbedarfsplan wurden Defizite bei den Einsatzzeiten im nördlichen Stadtgebiet festgestellt. Auch im aktuellen Wormser Haushalt wird der Neubau unter der Bezeichnung „Feuerwache Herrnsheim / Nord“ geführt. Für das Projekt sind dort für 2026 bereits 1,5 Millionen Euro eingeplant.

Neue Bewegung kommt nun durch die Möglichkeit, ein geeignetes Grundstück zu erwerben. Für den Ankauf sollen im Haushaltsjahr 2026 überplanmäßig rund 3,2 Millionen Euro aus Mitteln des „Rheinland-Pfalz-Plans für Bildung, Klima und Infrastruktur“ bereitgestellt werden. Worms stehen aus diesem Programm über einen Zeitraum von zwölf Jahren insgesamt etwas mehr als 81 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Feuerwache Nord könnte damit zu den ersten größeren Wormser Projekten gehören, die aus diesen zusätzlichen Investitionsmitteln finanziert werden. Der Stadtrat gab dem Vorhaben mit 45 Ja-Stimmen bei drei Enthaltungen breite Rückendeckung.

Für die Feuerwehr hätte der zusätzliche Standort weitreichende Bedeutung. Der Wormser Norden wird derzeit unter anderem durch die Freiwilligen Feuerwehren in Herrnsheim, Abenheim und Rheindürkheim abgedeckt. Auch die Werkfeuerwehr wird bei entsprechenden Einsatzlagen hinzugezogen. Eine eigene Feuerwache Nord soll die Strukturen ergänzen und insbesondere die Versorgung des nördlichen Stadtgebietes verbessern.

Dass der Bedarf nicht erst kurzfristig entstanden ist, zeigt auch die bisherige Planung. Bereits 2020 wurden im Zuge des Feuerwehrbedarfsplans Defizite bei der Abdeckung des nördlichen Stadtgebietes thematisiert. Die Stadt hat inzwischen sogar eine zusätzliche Drehleiter beschafft, die bis zur Fertigstellung der Feuerwache Nord bei der Freiwilligen Feuerwehr Abenheim stationiert ist. Die Gesamtkosten für das Fahrzeug einschließlich Beladung werden im städtischen Haushalt mit rund 960.000 Euro angegeben.

Die Feuerwache Nord ist zugleich Teil einer größeren Neuordnung der Wormser Feuerwehrinfrastruktur. Parallel plant die Stadt eine neue Hauptfeuerwache auf dem ehemaligen Salamandergelände. Die derzeitige Hauptfeuerwache weist teilweise beengte räumliche Verhältnisse auf. Noch Ende August bestätigte die Stadt öffentlich sowohl die Planungen für die neue Hauptfeuerwache als auch das Vorhaben, im Bereich des Industriegebiets Worms-Nord einen zusätzlichen Standort einzurichten.

Durch die Feuerwache Nord könnten sich auch Auswirkungen auf die Dimensionierung der künftigen Hauptfeuerwache ergeben. Wenn Teile der Berufsfeuerwehr künftig zusätzlich im Norden stationiert werden, können Aufgaben und Fahrzeuge auf mehrere Standorte verteilt werden. Dadurch besteht die Möglichkeit, die bisherigen Planungen für den Neubau auf dem Salamandergelände nochmals anzupassen.

Neben dem eigentlichen Feuerwehrprojekt spielte im Stadtrat auch die Verwendung der zusätzlichen Investitionsmittel eine Rolle. Diskutiert wurde insbesondere, nach welchen Kriterien die zahlreichen anstehenden Projekte der Stadt priorisiert werden sollen. Hintergrund ist, dass der Investitionsbedarf in Worms deutlich über die für einzelne Programme verfügbaren Mittel hinausgeht.

Ein Änderungsantrag von Bündnis 90/Die Grünen sah vor, vor der Finanzierung weiterer Vorhaben aus dem Sondervermögen eine Prioritätenliste mit Kosten, Zeitplan sowie Gesichtspunkten des Klimaschutzes und der Klimaanpassung vorzulegen und diese regelmäßig fortzuschreiben. Dieser Antrag erhielt keine Mehrheit. Bei der Abstimmung entfielen 33 Stimmen auf Nein, neun Mitglieder enthielten sich und sieben stimmten dafür.

Unabhängig davon ist eine Priorisierung der geplanten Investitionen vorgesehen. Damit soll transparent werden, welche Vorhaben in den kommenden Jahren mit den verfügbaren Mitteln umgesetzt werden können. Denn neben der Feuerwehr stehen in Worms zahlreiche weitere Investitionen in Schulen, Kindertagesstätten, öffentliche Gebäude und Infrastruktur an.

Beim Projekt Feuerwache Nord herrschte im Rat dagegen weitgehende Einigkeit über den grundsätzlichen Bedarf. Mit der Zustimmung zum Vorhaben ist der Neubau zwar noch nicht abgeschlossen, ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zum zusätzlichen Feuerwehrstandort ist jedoch getan.

Für die Gefahrenabwehr im Wormser Norden könnte das Projekt langfristig eine entscheidende strukturelle Verbesserung bringen. Gleichzeitig eröffnet der zusätzliche Standort die Möglichkeit, das Zusammenspiel zwischen Berufsfeuerwehr, Freiwilligen Feuerwehren und der künftigen Hauptfeuerwache neu zu organisieren.

Nach jahrelanger Planung bekommt die Feuerwache Nord damit eine konkretere Perspektive. Nun stehen der Grundstückserwerb und die weiteren Planungs- und Umsetzungsschritte im Mittelpunkt.

Text: LC/ Redaktion Die Knipser · Quelle: Feuerwehr Worms