Blaulicht

Millionenschaden durch illegale Vapes – 13 Haftbefehle vollstreckt

Millionenschaden durch illegale Vapes – 13 Haftbefehle vollstreckt
Bei dem großangelegten Einsatz gegen den mutmaßlich organisierten Handel mit illegal eingeführten Einweg-E-Zigaretten stellten Ermittler rund 600.000 Vapes sicher. Insgesamt wird von einem Steuerschaden in Höhe von rund 33,3 Millionen Euro ausgegangen. Foto: Zollfahndungsamt Essen

Bei einem großangelegten Vorgehen gegen den mutmaßlich organisierten illegalen Handel mit Einweg-E-Zigaretten haben Ermittler 13 Haftbefehle vollstreckt und rund 600.000 Vapes sichergestellt. Wie das Zollfahndungsamt Essen am Freitag, 18. September 2026, mitteilte, wird der bislang ermittelte Verbrauchsteuerschaden auf rund 33,3 Millionen Euro geschätzt.

Unter Leitung der Zentral- und Ansprechstelle für die Verfolgung Organisierter Straftaten Nordrhein-Westfalen (ZeOS NRW) bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelt das Zollfahndungsamt gegen insgesamt 23 Beschuldigte.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht eine mutmaßliche international organisierte Struktur, die nikotinhaltige Einweg-E-Zigaretten aus China nach Deutschland eingeführt und anschließend auf dem Schwarzmarkt vertrieben haben soll. Nach Angaben der Ermittlungsbehörden sollen vier Mitarbeiter eines E-Zigaretten-Herstellers eine Verkaufsstruktur mit Vertriebsagenten und Großhändlern aufgebaut haben. Gewinne sollen unter anderem über Scheinfirmen nach China oder auf ausländische Konten transferiert worden sein.

Mehr als 7,6 Millionen Vapes eingeführt

Zwischen Januar 2024 und März 2025 sollen auf diese Weise mehr als 7,6 Millionen nikotinhaltige Einweg-Vapes nach Deutschland gelangt sein. Der dadurch entstandene Verbrauchsteuerschaden wird auf etwa 33,3 Millionen Euro geschätzt. Deutsche Abnehmerstrukturen sollen unversteuerte E-Zigaretten mit einem Warenwert von rund elf Millionen Euro erhalten haben.

Die Netzwerke sollen unter anderem im Großraum Köln und im Bergischen Land, im nördlichen Ruhrgebiet, im Raum Koblenz und im Kreis Wesel sowie in Frankfurt und Stuttgart aktiv gewesen sein.

Bei den Durchsuchungen stellten die Ermittler nach eigenen Angaben mehr als 100 Paletten mit rund 600.000 illegalen Vapes sicher. Allein für diese Ware wird der mögliche Steuerschaden auf etwa vier Millionen Euro beziffert.

Immobilien, Luxusuhren und Gold sichergestellt

Im Zuge der Ermittlungen wurden außerdem vier Immobilien, ein hochwertiges Fahrzeug, Luxusuhren, Goldschmuck, Goldbarren und Bargeld gepfändet beziehungsweise sichergestellt. Der Gesamtwert liegt laut Zoll bei mehr als 2,25 Millionen Euro. Hinzu kommen 37 Bankkonten, deren Guthaben zunächst noch nicht bekannt war.

An dem Einsatz waren neben mehreren Zollbehörden auch Polizeikräfte und das Technische Hilfswerk beteiligt. Vertreter des Europäischen Amtes für Betrugsbekämpfung OLAF begleiteten die Maßnahmen.

Den 23 Beschuldigten werden bandenmäßige Steuerhinterziehung in großem Ausmaß sowie gewerbsmäßige und bandenmäßige Steuerhehlerei vorgeworfen. Die weiteren Ermittlungen dauern an. Für alle Beschuldigten gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.

Text: ML/Redaktion Die Knipser · Quelle: Zollfahndungsamt Essen