Großrazzia gegen Kindesmissbrauch in Hessen: 84 Wohnungen durchsucht und 87 Beschuldigte im Visier

Bei einem landesweiten Einsatz gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen haben hessische Strafverfolgungsbehörden insgesamt 84 Wohnungen und Häuser durchsucht. Die Ermittlungen richten sich gegen 87 Beschuldigte, darunter 83 Männer und vier Frauen. In zehn Fällen besteht der Verdacht des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen.
Die Schwerpunktmaßnahme fand vom 19. bis 23. Oktober 2026 im Auftrag der hessischen Staatsanwaltschaften statt. Koordiniert wurde der Einsatz vom Hessischen Landeskriminalamt (HLKA) in Zusammenarbeit mit der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und deren Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität.
Beschuldigte zwischen 15 und 81 Jahre alt
Die 87 Beschuldigten sind zwischen 15 und 81 Jahre alt. Ihnen wird überwiegend die Herstellung, der Besitz oder die Verbreitung von Darstellungen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen vorgeworfen.
Im Zuge der Durchsuchungen stellten die Ermittler zahlreiche Beweismittel sicher. Nach Angaben der Behörden wurden insgesamt 476 deliktsbezogene Gegenstände beschlagnahmt, darunter 475 Datenträger. Diese sollen nun ausgewertet werden.
Elf Beschuldigte wurden nach den Durchsuchungen zur Vernehmung auf Polizeidienststellen gebracht. Gegen eine weitere Person wurde ein bestehender Haftbefehl vollstreckt.
Nach bisherigem Ermittlungsstand gibt es keine Hinweise darauf, dass die Beschuldigten untereinander in Kontakt standen.
Durchsuchungen in zahlreichen Städten und Landkreisen
Die Maßnahmen erstreckten sich über weite Teile Hessens. Durchsuchungen fanden unter anderem in Frankfurt am Main, Fulda, Gießen, Hanau, Kassel, Offenbach am Main und Wiesbaden statt.
Darüber hinaus waren zahlreiche Landkreise betroffen, darunter Bergstraße, Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau, Hochtaunus, Main-Kinzig, Main-Taunus, Offenbach, Odenwald und Wetterau. Auch in weiteren hessischen Landkreisen wurden Wohnungen und Häuser durchsucht.
Spezialeinheit FOKUS bekämpft sexualisierte Gewalt
An den Ermittlungen beteiligt ist die hessische Polizeieinheit „FOKUS“, die im Oktober 2020 angesichts steigender Fallzahlen eingerichtet wurde. Seit Februar 2024 ist sie dauerhaft in die Organisationsstrukturen der sieben hessischen Polizeipräsidien und des Landeskriminalamts eingebunden.
Mehr als 300 Beschäftigte befassen sich im Rahmen dieser Struktur gezielt mit der Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche sowie entsprechenden Missbrauchsdarstellungen.
Zusätzlich bestehen bei allen hessischen Staatsanwaltschaften spezialisierte Abteilungen für die Verfolgung dieser Straftaten.
Die Ermittlungen gegen die 87 Beschuldigten dauern an. Insbesondere die Auswertung der sichergestellten Datenträger könnte weitere Erkenntnisse liefern.Großrazzia gegen Kindesmissbrauch in Hessen: 84 Wohnungen durchsucht und 87 Beschuldigte im Visier
Text: LC/Redaktion Die Knipser · Quelle: Hessisches Landeskriminalamt/Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main
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