Lokales

Kalte Nahwärme in Bechtolsheim: Informationsabend zeigt Möglichkeiten zum Energiesparen

Kalte Nahwärme in Bechtolsheim: Informationsabend zeigt Möglichkeiten zum Energiesparen
Die neue Grundschule in Bechtolsheim wird über ein kaltes Nahwärmenetz mit Geothermie versorgt. Bei einem Informationsabend stellte die Verbandsgemeinde Alzey-Land das Heizsystem vor und informierte über Möglichkeiten zum Energiesparen. Foto: Sarah Dreis

Wie funktioniert ein kaltes Nahwärmenetz und welche Vorteile bietet es für Hauseigentümer? Diese Fragen standen im Mittelpunkt eines Informationsabends der Verbandsgemeinde Alzey-Land am Donnerstag, 5. November 2026, in der neuen Grundschule in Bechtolsheim. Dabei wurde nicht nur das innovative Heizsystem der Schule vorgestellt, sondern auch über Möglichkeiten gesprochen, den Energieverbrauch in bestehenden Gebäuden zu senken.

Grundschule und Neubaugebiet profitieren von Geothermie

Die neue Grundschule in Bechtolsheim wird über ein kaltes Nahwärmenetz mit Energie versorgt. Das System nutzt Geothermie und ermöglicht sowohl das Heizen als auch das Kühlen von Gebäuden. Auch Eigentümer im benachbarten Neubaugebiet können sich an das Netz anschließen.

Bürgermeister Steffen Unger erklärte, dass die Veranstaltung dazu dienen solle, über die Technik zu informieren und mögliche Vorbehalte gegenüber Nahwärmenetzen abzubauen.

Christoph Zeis, Geschäftsführer der Energie-Dienstleistungsgesellschaft Rheinhessen-Nahe mbH (EDG), erläuterte den Aufbau und die Funktionsweise des Systems. Bei dieser Form der Wärmeversorgung benötigen angeschlossene Gebäude eine eigene Wärmepumpe, die die Energie aus dem Netz für die Heizung nutzbar macht.

Ein Vorteil des Bechtolsheimer Konzepts ist laut Zeis die pauschale Bereitstellung der kalten Nahwärme. Dadurch können Hauseigentümer ihre Wärmeversorgung besser kalkulieren.

Anhand eines beispielhaften Wohnhauses mit 150 Quadratmetern Wohnfläche stellte er durchschnittliche jährliche Wärmeversorgungskosten von rund 1.186 Euro vor. Dabei verwies er auch auf die vergleichsweise geringen Stromkosten des Systems. Die tatsächlichen Kosten hängen allerdings von den jeweiligen Gebäudebedingungen ab.

Bei einer anschließenden Führung durch den Heizraum der Grundschule konnten sich die Teilnehmenden die technischen Anlagen aus nächster Nähe ansehen.

Auch kleinere Sanierungen können Energie sparen

Nicht alle Hauseigentümer haben die Möglichkeit, sich an ein Nahwärmenetz anzuschließen. Deshalb ging es bei der Veranstaltung auch um Maßnahmen, mit denen sich der Energieverbrauch in älteren Gebäuden reduzieren lässt.

Zeis betonte, dass das Einsparen von Energie eine wesentliche Voraussetzung für die Energiewende sei. Seiner Einschätzung nach müsse der Energieverbrauch in den kommenden Jahren um etwa 40 Prozent sinken.

Dafür seien nicht immer umfassende Sanierungen erforderlich. Bereits einzelne Maßnahmen wie die Dämmung des Dachs, der Austausch älterer Fenster oder die Isolierung des Kellers könnten dazu beitragen, Heizenergie einzusparen.

Gerade bei Bestandsgebäuden könnten solche schrittweisen Verbesserungen sinnvoll sein, wenn größere Investitionen zunächst nicht möglich sind.

Mit dem Informationsabend wollte die Verbandsgemeinde Alzey-Land sowohl die Möglichkeiten moderner Heiztechnik aufzeigen als auch praktische Anregungen für einen geringeren Energieverbrauch im eigenen Zuhause geben.

Text: LC/Redaktion Die Knipser · Quelle: Sarah Dreis/Verbandsgemeindeverwaltung Alzey-Land