Lokales

KleiderEck Wörrstadt: Wo Hilfe, Nachhaltigkeit und Begegnung zusammenkommen

KleiderEck Wörrstadt: Wo Hilfe, Nachhaltigkeit und Begegnung zusammenkommen
Landrat Heiko Sippel zeichnete das Team des KleiderEcks Wörrstadt als „Ehrenamt des Monats“ aus. Die 16 ehrenamtlich aktiven Frauen engagieren sich für Nachhaltigkeit, soziale Unterstützung und Begegnung. Foto: Désirée Weinländer / Kreisverwaltung Alzey-Worms

Im KleiderEck Wörrstadt geht es längst um mehr als gebrauchte Kleidung. Die Einrichtung ist Anlaufstelle für Menschen, die Unterstützung benötigen, und zugleich ein Ort der Begegnung. Für ihr langjähriges Engagement sind die 16 ehrenamtlich aktiven Frauen nun von Landrat Heiko Sippel als „Ehrenamt des Monats“ im Juli ausgezeichnet worden.

„Wenn man hier hineinkommt, hat man fast das Gefühl, in einem Modesalon oder einer Boutique zu stehen“, sagte Sippel bei seinem Besuch. Qualität werde im KleiderEck großgeschrieben. Gleichzeitig stehe hinter dem Angebot ein sozialer Gedanke, der weit über die Weitergabe von Kleidung hinausgeht.

Aus Flüchtlingshilfe wird feste Institution

Entstanden ist das KleiderEck im Oktober 2015 aus dem „Runden Tisch“ in Wörrstadt. Damals hatten sich die evangelischen und katholischen Kirchengemeinden, das Ordnungsamt und zahlreiche Ehrenamtliche zusammengeschlossen, um Geflüchtete in der Verbandsgemeinde unkompliziert zu unterstützen.

Benötigte Kleidung und Dinge des täglichen Bedarfs sollten schnell und unbürokratisch weitergegeben werden. Von Beginn an stand das Angebot allerdings allen Menschen offen. Die Waren werden gegen eine Spende abgegeben, die vollständig sozialen Projekten zugutekommt.

Seit 2021 befindet sich das KleiderEck in zentral gelegenen und gut erreichbaren Räumen. Die Ehrenamtlichen haben die Einrichtung mit viel Engagement gestaltet, die Verbandsgemeinde Wörrstadt übernimmt die Miete.

Kleidung, Haushaltswaren und Hilfe für andere Länder

Neben Kleidung und Schuhen finden sich im KleiderEck auch Haushaltsartikel, Spielsachen und weitere Dinge, die beispielsweise beim Aufbau eines neuen Hausstands benötigt werden. Nicht alles findet vor Ort einen Abnehmer. Überschüssige Waren werden deshalb mit Hilfskonvois unter anderem in die Ukraine, nach Rumänien oder Albanien gebracht.

„Das KleiderEck hilft und unterstützt Menschen, die einen Anlaufs- und Begegnungsort benötigen“, betonte Sippel. Während inzwischen nur noch wenige Geflüchtete zum Kundenkreis gehören, hat sich die Zahl der anderen Nutzerinnen und Nutzer stetig entwickelt. Aus einem ursprünglichen Projekt der Flüchtlingshilfe ist damit eine etablierte soziale Einrichtung geworden.

„Man merkt: Hier sind Menschen für mich da“, sagte Sippel.

16 Frauen organisieren den Betrieb

Das KleiderEck wird maßgeblich vom ehrenamtlichen Engagement der 16 Frauen getragen. Viele von ihnen befinden sich bereits im Rentenalter. In verschiedenen Schichten kümmern sie sich um den laufenden Betrieb, sortieren Spenden, richten Waren her und stehen den Besucherinnen und Besuchern zur Seite.

Donnerstags ist das KleiderEck für den Verkauf geöffnet, freitags werden Waren angenommen und sortiert. Unterstützt wird das Team unter anderem von der Caritas und den örtlichen Kirchengemeinden. Bei der Verwaltung der Einnahmen und schriftlichen Aufgaben helfen außerdem die beiden Ehrenamtlichen Herr Bürgers und Herr Schnabel aus der katholischen Kirche.

„Eine Institution, auf die man stolz sein kann“

Auch die kommunalen Vertreter würdigten das Engagement. Bürgermeister Marcus Conrad bezeichnete das KleiderEck als „perfekt organisiert“ und betonte, dass es für die Verbandsgemeinde selbstverständlich sei, das Projekt zu unterstützen.

Über die Jahre habe sich die Einrichtung kontinuierlich weiterentwickelt. Für die Verbandsgemeinde sei das KleiderEck inzwischen eine Institution, auf die man stolz sein könne.

Stadtbürgermeister Ingo Kleinfelder hob ebenfalls die Bedeutung des Ehrenamts hervor. Es sei wichtig, freiwilliges Engagement sichtbar zu machen und damit auch eine Vorbildfunktion für andere zu schaffen. Das KleiderEck sei mittlerweile eine „etablierte, anerkannte Einrichtung, die nicht wegzudenken ist“.

Verantwortung für die Gesellschaft

Dass das KleiderEck von einem breiten Netzwerk getragen wird, zeigte sich auch bei der Ehrung. Pfarrer Bernhard Hock, der bereits 2015 als Pfarrer vor Ort tätig war, würdigte die Menschen hinter dem Projekt: „Alle Menschen guten Willens setzen sich für Bedürftige ein“.

Auch die Caritas steht in engem Kontakt mit der Einrichtung. Landrat Sippel dankte deshalb nicht nur den ehrenamtlich Aktiven, sondern auch den hauptamtlich Beteiligten und der Verbandsgemeinde für ihre Unterstützung.

Das KleiderEck zeigt damit, wie sich aus einer Initiative konkrete und dauerhafte Hilfe entwickeln kann: Kleidung und Alltagsgegenstände werden weitergegeben, Ressourcen geschont – und gleichzeitig entsteht ein Ort, an dem Menschen Unterstützung und Gemeinschaft finden.

Text: LC/ Redaktion Die Knipser · Quelle: Kreisverwaltung Alzey-Worms