Lokales

Neue IGS soll auf dem Gelände der Realschule plus entstehen

Neue IGS soll auf dem Gelände der Realschule plus entstehen
Die geplante IGS soll nicht in das bestehende Gebäude der Gustav-Heinemann-Realschule plus umgebaut werden, sondern einen eigenen Neubau auf dem Schulgelände erhalten. Das soll Kosten sparen und den laufenden Schulbetrieb weniger belasten. Archivfoto: Mirco Metzler/Die Knipser

Die geplante Integrierte Gesamtschule (IGS) in Alzey soll künftig nicht mehr im bestehenden Gebäude der Gustav-Heinemann-Realschule plus und Fachoberschule (GHS) untergebracht werden. Stattdessen favorisiert der Landkreis Alzey-Worms einen Neubau auf dem bestehenden Schulgelände. Der Kreisausschuss hat dafür mehrheitlich eine entsprechende Empfehlung an den Kreistag ausgesprochen.

Grund für die Änderung sind neue Erkenntnisse aus einer baufachlichen Prüfung durch die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) und die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD). Der ursprünglich geplante Umbau des bestehenden Gebäudes wäre deutlich aufwendiger als zunächst angenommen.

Umbau würde Millionen mehr kosten

Für die Umwandlung des Gebäudes in eine moderne IGS müssten unter anderem Klassenräume grundlegend verändert werden. Hinzu kämen umfangreiche Prüfungen und Anpassungen bei Brandschutz und Statik sowie mögliche Schadstoffuntersuchungen. Nach aktueller Einschätzung könnte sogar eine weitgehende Entkernung des Gebäudes notwendig werden.

Die ursprünglich kalkulierten Umbaukosten von rund fünf Millionen Euro könnten dadurch auf bis zu acht Millionen Euro steigen. Zudem wären erhebliche Beeinträchtigungen des laufenden Schulbetriebs und zusätzliche Containerlösungen zu erwarten.

„Unser Ziel ist es, eine Lösung zu finden, die pädagogisch sinnvoll, wirtschaftlich vertretbar und für den laufenden Schulbetrieb möglichst verträglich ist“, erklärt Landrat Heiko Sippel.

Neubau soll Schulbetrieb entlasten

Die favorisierte Variante sieht deshalb einen eigenständigen Neubau für die vierzügige IGS auf dem Gelände vor. Das bestehende Gebäude der Realschule plus und FOS könnte während der Bauzeit weitgehend in seiner bisherigen Funktion bleiben.

Damit konzentrieren sich die größeren Bauarbeiten im Wesentlichen auf eine zentrale Baustelle. Baulärm, Baustellenverkehr und Einschränkungen für Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte sollen dadurch reduziert werden.

Auch die Löwenschule profitiert von der neuen Planung. Nach dem späteren Umzug der IGS in den Neubau sollen im bisherigen Gebäude zusätzliche Räume für die Löwenschule entstehen. Dafür sind rund 915 Quadratmeter Hauptnutzfläche vorgesehen. Die Umbaukosten werden derzeit auf etwa drei Millionen Euro geschätzt.

IGS-Start zunächst in Übergangslösung

Nach der aktuellen Planung könnte der erste IGS-Jahrgang bereits zum Schuljahr 2027/2028 starten und zunächst im bestehenden Schulgebäude untergebracht werden.

Parallel soll der Neubau vorangetrieben werden. Ziel ist die Fertigstellung spätestens zum Schuljahr 2029/2030. Für die Übergangszeit wird voraussichtlich eine neue Pavillon-Containeranlage benötigt.

Für den IGS-Neubau werden derzeit Gesamtkosten von rund 43,2 Millionen Euro erwartet. Nach der aktuellen Förderberechnung könnten davon etwa 20,3 Millionen Euro durch Fördermittel abgedeckt werden. Der Eigenanteil des Landkreises für den Neubau läge damit bei rund 23 Millionen Euro.

Zusammen mit den Kosten für die Löwenschule ergibt sich ein voraussichtlicher Eigenanteil von rund 24,2 Millionen Euro. Damit wäre die neue Variante nach derzeitiger Berechnung etwa 1,2 Millionen Euro günstiger als die bisherige Planung – inklusive der notwendigen Übergangslösung.

„Wir schaffen mit dieser Lösung die Voraussetzung für eine moderne IGS, erhalten gleichzeitig den Schulstandort der Realschule plus und FOS und schaffen dauerhaft dringend benötigte Räume für die Löwenschule“, so Sippel.

Text: ML/Redaktion Die Knipser · Quelle: Kreisverwaltung Alzey-Worms